Wirecard Aschheim
Schwerpunktthema Wirecard Skandal

Wirecard – Monate zuvor die Bank buchstäblich „ausgeraubt“

Update  24.10.2020 

Wirecard und kein Ende des Superskandals 

Insolvenzverwalter Jaffé erhebt in einem Schreiben an die Belegschaft der Wirecard schwere Vorwürfe, wie die Süddeutsche Zeitung schreibt.

Schon Monate vor dem offiziellen Ende hätte Marsalek die Wirecard regelrecht ausgeräumt, das Geld und Geltungsbedürfnis des ehemaligen, heute noch flüchtigen Vorstands der Wirecard sei enorm gewesen, lässt sich das Schreiben knapp zusammenfassen.  

Insider behaupten mittlerweile, dass die Mafia und illegale Casinos auf Malta und Zypern, wie in Gibraltar,  an Wirecard sehr gut verdient hätten. So sollen eine halbe Milliarde Euro verschwunden sein. 

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Wir wollen das ungefähre Ergebnis des Untersuchungsausschusses „Wirecard“ schon mal vorwegnehmen, niemand sollte über das Ergebnis unseres Features überrascht sein: 

Kühle Drinks unter Palmen

Damals tat sich, kurz vor der Jahrtausendwende, an der Costa del Sol eine krude Mischung von russischen Neureichen, Fintech-Freaks und altgedienten Anlageprofis zusammen.  Beim kühlen Getränk unter Palmen frönte man der allfälligen Korruption vor Ort. Man war unter sich. Malaga, das nahe Andalusien. 

Die Strafen, die die Finanzmafia zu erwarten hatten, wären geradezu lächerlich gewesen im Vergleich zu dem Gewinn, den die Macher in diesen Tagen erwarten konnten.

Und so kam es auch. Anders als gedacht, aber Wirecard wurde zum erfolgreichsten Produkt des Neuen Marktes und rauschte an der Dotcom Blase vorbei. Die EBS Holding rettete Wirecard mit Telefonsex und anderen pikanten Angeboten wie Glücksspiel.

Wer als geschädigter Anleger das BaFin (damalige Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen) darauf hinwies, wurde in die kostenpflichtige Kundenschleife gelegt, (wo jeder Anrufer nach einer Stunde aufgab). Briefe wurden in Satzbausteinen mit „vorzüglicher Hochachtung“ abgearbeitet. Immerhin, die Bürger wurden in den Schreibstuben verwaltet. Nicht ihre Schicksale.

Schon mit den ersten Glücksspielseiten aus Gibraltar hätte der kritische Betrachter misstrauisch werden müssen. Auch die Verbindung zwischen dem Hedgefondsmanager Florian Homm und Dr. Markus Braun, die zusammen einen Nachtclub auf Mallorca betrieben, hätte offensichtlich werden müssen. Homm sollte Jahre später die Sendung Florian Homm spricht Klartext bei RT Deutsch, dem deutschsprachigen Internetangebot des russischen Auslandsfernsehsenders RT leiten.

Schon ab 2008 wurde offensichtlich, dass Wirecard alles machte, nur nicht eine Bank im herkömmlichen Sinne war.

Centurionbet war eines der Beispiele, die mit der ‘Ndrangheta und deren Geldwäsche in Verbindung gebracht wurden. Russische Glücksspielseiten und eine Bank, in der sich gut Geld waschen ließ, aus dem Darknet und den ganzen anderen gezüchteten Parallelwelten, die im Laufe der letzten Jahrzehnte entstanden.

Geldwäscher sollten in Zukunft eine leuchtende Boje in der Dunkelheit der vielen Vorschriften  haben. Die Trusts in Gibraltar empfahlen schon ohne Scham 2015, Wirecard als sichere Bank für illegale Geschäfte. Als die Riege um Markus Braun noch dem späthöfischen Gehabe des Herrn Marsalek frönte und in den Bayrischen Hof in München lud.  

Aber vor der sprichwörtlichen Verbrüderung der einzelnen Mafiagruppen, da waren sich Polen, Russen und Italiener, Drogenkartelle aus Lateinamerika einig, waren es viele andere Kunden, die über den Schreibtisch der Informationsbeschaffer im russischen Nachrichtendienst gingen. Moskau hatte durch die Kontrolle der Bank ein wertvolles Instrument geschaffen. Schon ab 2012 war mehr oder weniger bekannt, dass afrikanische Gangsterbanden, sogenannte Scammer, zukünftig  Geld auch über Wirecard waschen konnten. 

Wirecard war ein einfach gestrickter Firmenmantel, mit dem Anspruch durch viele Verschleierungen die Daten zu sammeln. Das wurde für die russischen Strategen immer wichtiger, die die Investoren absahnten und die Geldwäsche in wunderbarer Form betreiben konnten. Schließlich wollten radikale Kräfte in Europa bezahlt werden, um die EU zu schwächen. Das erklärte Ziel von Putin. Jeder blinde Esel hätte Wirecard und den Sushi liebenden Jan Marsalek durchschaut, hätte die BaFin nicht die systematische Verfolgung der Journalisten zugelassen, die sich gegen den Spionageapparat der Russen gestemmt haben. Aber dafür hatten die Verantwortlichen in der BaFin immerhin Aktienpakete, die sie versilbern konnten. Egal, wie das brutale Handeln ausging.

Typen, wie die Österreicher Braun und Marsalek, dem die Kontakte zur FPÖ nachgewiesen sind, brachten nicht nur die Anlegergelder in „Sicherheit“, sondern, das ist extrem beschämend, halfen einem fremden Regime bei der Bewältigung der ungeliebten Demokratie. In diesem Zusammenhang fragt man sich, wer was erhalten hat.

Es geht nicht nur um Untreue oder Betrug, es geht um Verrat, um Beihilfe zur Zersetzung eines ganzen Systems. 

Dafür wäre ein Untersuchungsausschuss angebracht.

Eine Bank zum Destabilisieren der EU

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Glücksspiel, Prostitution getarnt als Partnerschaftsinstitute, Waffenhandel, Drogenhandel, aus den besten Quellen des nimmermüden Afghanistans, Wirecard musste einen sauberen Stand haben, wenn es darum ging, das trojanische Finanzpferd auf die internationale Bühne zu schieben. 2000, als das Pferd langsam in Trab kam, pflegte der russische Präsident Putin noch einen gewissen jungenhaften Charme und umgarnte Europa, um auf den Zug der Union aufzuspringen. Russische Klabautermänner aus dem Reich der neuen Oligarchen und deren Verbindungen zu den Geheimdiensten mussten herhalten, wenn das lustige Sandburgenbauen an den herrlichen Stränden der Costa del Sol weitergehen sollte. Über Verbindungen in Gibraltar fand man schnell neue Freunde in London. 

Aber wie sollte das trojanische Pferd aussehen, sollte sich die russische Mafia an den fortschrittsgläubigen Märkten des Westens die Milliarden waschen lassen? Für die klugen Strategen im russischen Nachrichtendienst stand fest, der Rubel muss rollen. Das recht schnell, wenn der Westen dem Großmachtstreben der russischen Seite nicht nachgeben wollte. Putin wollte kein Diktator werden, wurde es aber doch, weil er seinen Willen nicht bekam. Die russische Mafia dehnte sich mit ihren Geschäften auf das Gebiet der Bundesrepublik aus. Einhalt wurde aus dem Osten in diesen Jahren nicht geboten.  

In einer Fernsehserie konnte man die illegalen Zigarettentransporte und die Brutalität der Mafia bestaunen. Oleg und Vadim waren nur die Symbole der russischen Operationen in Deutschland der ersten zehn Jahre nach der Jahrtausendwende, in der jeder das Fürchten vor der Mafia aus dem Ostblock lernte. Der Mehrteiler Im Angesicht des Verbrechens war damals ein Straßenfeger.

Putin, der die deutsche Seele bestens verstanden hatte, und den latenten Nationalismus aus dem ostdeutschen Wendegeschehen herausgesiebt hatte, verpackte das trojanische Paket Wirecard in eine Flaschenpost.  Vorexerziert hatte das trojanische Pferd Putin schon Schalck mit seiner KoKo, bei der auch mal das ein oder andere Kilo Heroin in den Westen verdealt wurde.

Es war deutsch-deutsche Realität im Geiste des Felix Edmundovich Dzerzhinsky. Ob Putin Teil der Operation Lutsch (Licht) war, bei der Technologien in den Ostblock geholt werden sollten, kann sich nun jeder selbst beantworten. 

Eine Zeitlang ging das Bild der Dealer von der Stasi regelmäßig durch die Presse. Putin wird sich daran erinnert haben, auch an Palatinus GmbH und Jauerfood in Kopenhagen. Die Jüngeren kennen noch nicht einmal mehr die trojanischen Pferde der DDR-Wirtschaft, wie das KoKo Imperium, dessen Subsidiaritäten auf Inseln in der Karibik beheimatet waren. So waren die IMES und andere Firmen durchaus abgekoppelt von dem System der DDR. Die DABA und die Deutsche Handelsbank (DHB) in der Jägerstraße in Berlin waren gerade zu Blaupausen für den Betrieb der Wirecard. Bei der Deutschen Handelsbank (DHB) gab es das Konto 0584 zur Unterstützung ausländischer Organisationen. Oder das Konto 0773 der vorgenannten IMES. Wer das nicht glauben will, soll sich selbst die Kontoauszüge ansehen, die mittlerweile publik sind.  Vom Konto 0584 wurden auch zahlreiche Organisationen bedient, die nun in der offiziellen DDR wegen ihrem Nationalismus verpönt waren. Hier wurden auch Nazis bezahlt, der latente Nationalismus der Deutschen durchaus als Mittel der Zersetzung bedient.

Niemand kann sagen, dass der ewig umtriebige Wladimir Putin davon nichts gewusst hätte. Der KGB, Außenstelle Dresden, und hier insbesondere Hauptmann Putin wusste, die richtigen Informationen zu beschaffen.

Zur KoKo gab es damals schon einen Untersuchungsausschuss, 1993, es fehlten ein paar Milliarden. Vielleicht auch ein paar mehr, die ZERV war gerade aufgelöst worden. Im Brennpunkt der Geschichte, das trojanische Pferd aus dem KoKo Reich. Am 27. Mai 1994 wurde der Abschlussbericht dem völlig fassungslosen Deutschen Bundestag vorgelegt. Alexander Schalck konnte sich samt seinen russischen Freunden lächelnd zurücklehnen. Die Bodenlosigkeit konnte aus damaliger Perspektive nicht mehr getoppt werden. Aus heutiger Sicht waren Wege und Briefkästen verbrannt, die das System Schalck hinterlassen hatte, also musste man Anlagestrategen aus England anheuern, die durch die Pleiten von Plugpenny-Junk arbeitslos geworden waren.

Nun konnte man mit den Kreditkartendaten in Moskau auch einiges anfangen. Bewegungsprofile, persönliche Schwächen wie Pornos, Besuch im Sexclub etc. Im Jahr 2001 plauderte der sonst immer verschwiegene Wladimir Putin einmal aus dem Nähkästchen der Dresdener Dependance des KGB, Putin: „Ich war schon ein hoher KGB-Führungsoffizier….  die wichtigste Eigenschaft eines guten Führungsoffiziers sei die Fähigkeit, mit Menschen und mit großen Mengen von Informationen zu arbeiten“ Wie wir alle wissen stimmt das, was er sagt, auch heute noch. So führt er Russland.

Große Mengen an Daten hatte er bei Wirecard und den verstrickten, wie im Fall Bellenhaus, fast nachrichtendienstlichen Gestrüppen der Tarn-und Unterfirmen, sicherlich. Und wie bei der KoKo war es die kapitalistische Ausgabe der Devisenbeschaffer der DDR. Fast eine Kopie dessen, was Schalck in den 1970er Jahren für die DDR formte. 

Irgendwie musste das Geld für die zahllosen Operationen der russischen Akteure und des Zündels an der Nationalistenfront ja finanziert werden. Die Unruhe gegen die Flüchtlingspolitik und den Euro ging aus Putins ehemaliger Dresdener Spielwiese hervor.

Wie Scholz, der sich jetzt als der Kanzlerkandidat in die Herzen der deutschen Wähler schunkeln will, diese, seinen Fachbereich betreffende Generalpleite von Wirecard erklären will, sei dahingestellt. Wahrscheinlich wird es wieder so sein, wie bei den Ausschreitungen anlässlich des G-20 Gipfels. Es wird eine Ausrede geben, wie in zahlreichen anderen Fällen.  Wie aber Angela Merkel, trotz aller Warnungen, der chinesischen Führung Wirecard schmackhaft machen konnte, spricht für einen erheblichen Kontrollverlust in den höchsten Etagen der deutschen Politik.Vielleicht wollte man sie aber auch ganz schlecht aussehen lassen. 

Mehr sollte man dazu nicht schreiben, weil es auch um die Sicherheit und das Leben der Redakteure geht. Und wer glaubt, dass der ehemalige KGB-Hauptmann Putin und sein finsterer Apparat ein Waisenknabe sind, soll sich den aktuellen Fall Nawalny ansehen.  Dafür sprechen auch die Angriffe des totalitären russischen Regimes gegen Journalisten. 

Die einzigen, die nun frohlocken können, sind Putin und sein zweifelhafter Gast Marsalek, um den es bald sehr still werden dürfte. 

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