Wirecard schlimmer geht es nimmer - neue Spuren in Marsaleks Sumpf zu dem Mord an Daphne Caruana Galizia -kasaan media, 2000, 2021
Schwerpunktthema Wirecard Skandal

Wirecard schlimmer geht es nimmer – neue Spuren in Marsaleks Sumpf zu dem Mord an Daphne Caruana Galizia

Der Zusammenbruch eines maroden Systems – des New Economy Marktes

Damals, kurz vor Anfang des Jahrtausends, war trotz des Zusammenbruchs des Marktes der New Economy alles möglich. Der sogenannte 4 D Drucker wurde damals schon angeboten, an dieser Investmentblüte. So wusste der seinerzeit schon aufmerksame Betrachter nur noch zu staunen. Hier standen Captain Janeway und die Voyager Paten. Alles war möglich und das organisierte Verbrechen war auf dem Vormarsch, konnten sie doch im Osten Deutschlands Millionen unterbringen, Grundstücke und Gebäude erwerben, nachdem Geld gewaschen worden war. Dazu musste eine Bank her, die hohe Gewinne und systematische Verschleierung versprach.

Selbst das Gerücht einer digitalen Währung, wie es damals fast undenkbar war, wurde bedient.

Zu dem Zeitpunkt unmachbare Zukunftsvisionen als Mittel des Investments verkauft.

Jedoch, Wirecard war ob der Verfilzung zwischen organisiertem Verbrechen und Politik, eine gewollte Waschanlage für jegliches Geld aus Pornos, Wetten und Glücksspiel. Wer in diesen Tagen als Anleger dumme Fragen stellte, die den grauen Eminenzen nicht zuträglich waren, die Wirecard inszeniert hatten, als eben dieses später vorzüglich funktionierende Konzept verschiedener Mafiagruppen, wurde schnell zum Schweigen gebracht. Weder durch Verleumdung oder Drohungen. Jeder, der das erlebt hatte, wusste an der Sache war etwas faul.

Nur niemand traute sich etwas gegen den hyperdynamischen Jan Marsalek vorzubringen. Es wäre das Ende der Existenz gewesen.

Später stellte sich die Verbindung zur ‘’Ndrangheta immer deutlicher heraus, die überall in Europa auf dem Markt der New Economy Geld in die Kriegskasse mit verschiedenen Investmentfirmen eingesammelt hatten. Erst 2017 griff die italienische Polizei zu, als sie Francesco Martiradonna, den mutmaßlichen Eigentümer von Centurionbet verhaftete.  Malta suspendierte die Glücksspiellizenz von Centurionbet. Aber Centurionbet war nur eine der vielen Briefkästen, die das System Jan Marsalek, nicht das der Wirecard Bank bediente.  Ob später Benedetto Bacchi, der Chef von Phoenix International Ltd., der in der Region Palermo im Zuge der Anti-Mafia-Operation „Game Over“ 2018 festgenommen wurde, damit zusammenhing, ergaben neue Ermittlungen. Wirecard errichtete in Gibraltar zahlreiche „tote Briefkästen“, um diese für die Geldwäsche bereitzustellen. Für Online Roulette und Poker wurden Firmen gegründet, die sich in Main Street oder Marinas Bay befanden, Shops, Versender und andere. Weder dem BaFin noch dem später zuständigen Minister Olaf Scholz können diese Umstände entgangen sein. Als Gibraltar nicht mehr ausreichend war, wandte man sich anderen Orten zu, so offensichtlich wollten die Macher im Hintergrund es doch nicht gestalten. Die Briefkastenbatterien in der britischen Gemeinde Consett und die daraus resultierenden Briefkastenfirmen waren ein Teil des Konzepts von Marsalek, der sich für nichts zu schmutzig war. „Brinken Merchant Incorporation“ war nur eine von Dutzenden von Stilblüten der Zeit.

Von Gibraltar nach Malta- was hat der Mord an Daphne Caruana Galizia mit Wirecard zu tun?

Die Spur führte vor mehr als 20 Jahren schon von Gibraltar in das Steuerparadies Malta zurück, wo es einfach war, die Gewinne aus Pokerrunden im Internet und widerlichsten Pornos endgültig zu waschen. Ob die Mafia etwas mit dem späteren Attentat auf die Journalistin Daphne Caruana Galizia zu tun hatte, weil den Initiatoren die Fälle wegschwammen, sollte wohl nicht geklärt werden. Die Journalistin war auf dem Weg die Geldwäsche auf Malta für die Mafia zu beschreiben, das konnte den Hintermännern von Marsalek nicht gefallen. Zu dem Zeitpunkt, als die Bloggerin bei einem Autobombenanschlag verstarb, lenkte Marsalek die Geschicke der korrupten Wirecard Geldwäsche schon über Dubai. Die Polizei auf Malta verhaftete einen Geschäftsmann namens Yorgen Fenech, der über verschiedene Kanäle mit dem Wirecard Imperium der Glückspieler und Zocker verstrickt war als Person von Interesse in dem Mord an der Journalistin.  In die ganze Auflistung der pseudo-geheimdienstlichen Tätigkeit von Marsalek passte es auch, Gegner zum Schweigen zu bringen.  Mit der laschen Aufsicht auf Malta und in Deutschland führen die Spuren direkt führt zu mutmaßlichen Betrugsfällen wie Wirecard bzw. Paytah. Wie Wirecard Paytah hat eine Marke der von der MFSA regulierten Phoenix Payments Ltd. den Betrug erst ermöglicht, der Hunderte, wenn nicht Tausende von EU-Verbrauchern involviert hat. Onisac war ein weiteres Beispiel der Geldwäsche. Zufälligerweise auch wieder in Dubai.

Pokerrunde mit der Mafia

In La Línea de la Concepción pfiffen es die Spatzen von den Dächern. Das verlassene Casino in Gibraltar hatte durch einen schlichten Briefkasten und einen Treuhänder einen würdigen Nachfolger erhalten, der erheblich mehr Umsatz machte als das ehrenwerte Casino in der Europa Road. Das Casino rostete schlicht vor sich hin. Durch die Büros der Gibraltar Treuhänder ging ein Gerücht, das man kaum glauben wollte, wenn man es das erste Mal hörte. Ein gewisser Jan Marsalek hatte ein halbes Jahr nach dem Anheuern mit Wirecard einen Deal mit Russen und anderen Mafioso gemacht, der Pornos und das illegale Glücksspiel im Internet ganz nach vorne bringen sollte. Das Geld sollte schlicht über verschiedene Stationen gewaschen werden.

Gibraltar war in diesen Tagen das El Dorado der Steueroasen in Europa. Wer keine Fragen stellte, konnte sich zu einer der Trusts begeben und dort das Geld waschen lassen, was er nun wieder in den Wirtschaftskreislauf legal einführen sollte. Der Umweg folgte einem bestimmten Schema, das in der Enklave vor verschlossenen Türen oder ausgeräumten verlassenen Büros endete.

Damit noch nicht genug-Spuren von dem Gibraltar nachbarlichen Marbella führten schon Anfang des Jahrtausends nach Südfrankreich und hätten – wenn sich die Verantwortlichen dafür interessiert hätten, den Wirecard-Skandal unmöglich gemacht. Aber das wollte niemand wirklich, zu verquickt waren die natürlichen Antipoden organisiertes Verbrechen und Politik.

Marsaleks unsichtbare Spuren

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2 Kommentare

Hodenwohl 19. Februar 2021 at 13:17

Jemand von der Presse, der das Konstrukt Wirecard durchschaut. Schauen Sie mal in der Library Ramp Ein seltenes Wunder.

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Helmut Beier 21. Februar 2021 at 14:06

Ich schließe mich meinem Vorschreiber an. Marsaleks Spur muss 1999 in Gibraltar und u.a. in Düsseldorf aufgenommen werden. Marsalek soll Geld für Mafiafamilien gewaschen haben. Drogengelder und andere „Investments“.
Die Söldner in Libyen sollten aus Mafiageldern rekrutiert werden. Immerhin wäre die Mafia dann in der Lage gewesen für die EU die Immigration zu kontrollieren. Marsalek wechselte den Herrn.
Der Artikel ist sonst ausgezeichnet recherchiert.

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