Titelbild: Chorramshahr/Hassanzadeh 4.0 Wikipedia
Die Reichweite der iranischen Raketen, insbesondere der ballistischen Systeme, hat sich in den letzten Jahren deutlich entwickelt und wurde 2026 durch reale Einsätze und Erklärungen international stark diskutiert.
Bis Anfang 2026 galt offiziell eine selbst auferlegte Obergrenze von etwa 2.000 Kilometern, die vom iranischen Regime wiederholt betont wurde – diese Distanz reicht aus, um Israel, große Teile des Nahen Ostens, US-Stützpunkte im Persischen Golf und Teile Südosteuropas zu erreichen. Zu den bekanntesten Raketen in dieser Kategorie zählen Typen wie Sejil, Ghadr, Emad, Khorramshahr (einschließlich der Variante Khorramshahr-4) und Kheibar Shekan, die fast alle Reichweiten zwischen etwa 1.300 und 2.000 Kilometern (teilweise bis 2.500 km bei reduzierter Nutzlast) aufweisen.
Kurzstrecken- und Mittelstreckenraketen (SRBM und MRBM) bilden den Großteil des Arsenals: Systeme wie Shahab-1 und -2 erreichen 300 bis 500 km, Zolfaghar und Dezful etwa 700 bis 1.000 km, während die leistungsstärkeren Modelle wie Khorramshahr oder Sejil die 2.000-km-Marke erreichen oder leicht überschreiten können.
Diese Raketen sind größtenteils mit Flüssig- oder Festtreibstoff ausgestattet, wobei Feststoffraketen wie Sejil oder Fattah-Varianten besonders schnell startbereit und damit schwerer abzufangen sind.
Im März 2026 änderte sich die Lage jedoch dramatisch.
Iran führte erstmals Raketenangriffe mit deutlich größerer Reichweite durch, darunter einen Einsatz gegen den britisch-amerikanischen Stützpunkt auf Diego Garcia im Indischen Ozean, der etwa 3.800 bis 4.000 Kilometer von iranischem Territorium entfernt liegt. Israelische und westliche Quellen sprachen in diesem Zusammenhang von einer zweistufigen ballistischen Rakete mit einer Reichweite von rund 4.000 Kilometern, die teilweise als interkontinentale oder zumindest intermediate-range-Klasse (IRBM) eingestuft wurde. Dieser Schlag – auch wenn er teilweise abgewehrt oder fehlgeschlagen sein soll – zeigte, dass Iran technisch in der Lage ist, Ziele weit jenseits der bisher erklärten 2.000-km-Grenze zu treffen. Dadurch rücken plötzlich große Teile Europas (einschließlich Berlin, Paris oder London) potenziell in Reichweite, wenngleich solche Distanzen bisher nicht regelmäßig demonstriert oder offiziell bestätigt wurden.
Westliche Analysen und Geheimdienstberichte gehen davon aus, dass Iran schon länger an Systemen mit größerer Reichweite arbeitet – oft unter dem Deckmantel des zivilen Weltraumprogramms –, wobei Modelle wie eine hypothetische Khorramshahr-5 sogar Reichweiten von über 5.000 oder bis zu 12.000 km (spekulativ) anstreben könnten. Allerdings wurde das iranische Raketenarsenal durch die massiven US-israelischen Luftschläge ab Ende Februar 2026 (Operation Epic Fury / Lion’s Roar) erheblich geschwächt
Viele Startgeräte, Produktionsstätten und Lager wurden zerstört, die Abschussrate ist um 80–90 % eingebrochen und die Fähigkeit zu anhaltenden Großangriffen stark eingeschränkt.
Zusammengefasst verfügt Iran aktuell über ein sehr breites Spektrum ballistischer Raketen, das von wenigen hundert Kilometern bis mindestens 4.000 km (in Einzelfällen demonstriert) reicht – mit der Mehrzahl der einsatzbereiten Systeme jedoch weiterhin im 1.000–2.000-km-Bereich liegt. Die jüngsten Ereignisse deuten darauf hin, dass die reale technische Obergrenze höher liegt als lange offiziell zugegeben, auch wenn massive Verluste durch den laufenden Konflikt die tatsächliche operative Reichweitenfähigkeit derzeit deutlich reduzieren.
