Frankreich

Portugiesische Galeere im Atlantik vor Frankreich

Titelbild: Schroers Wikipedia 3.0

An der französischen Atlantikküste treiben derzeit vermehrt giftige Meerestiere wie die Portugiesische Galeere, auch Physalie oder galère portugaise genannt, was zu Sperrungen mehrerer beliebter Strände geführt hat. Diese quallenähnlichen Organismen, die eigentlich keine echten Quallen, sondern Kolonien von Polypen sind, werden durch Winde und Strömungen an die Küste getragen und stellen eine erhebliche Gefahr für Badegäste dar. Besonders betroffen sind Regionen im Südwesten Frankreichs wie das Baskenland mit Orten wie Bidart, Biarritz und Anglet sowie weiter nördlich die Landes mit Stränden wie Mimizan.


Die Portugiesische Galeere erkennt man an ihrer auffälligen bläulich-violetten Schwimmblase, die wie ein kleiner Ballon oder ein Stück Plastik auf der Wasseroberfläche treibt. Darunter hängen extrem lange, dünne Tentakel, die bis zu 10 bis 50 Meter lang werden können und mit unzähligen Nesselzellen bestückt sind. Diese Tentakel sind oft kaum sichtbar und lösen bei Kontakt starke Schmerzen aus, die mit brennenden Striemen, Rötungen und Schwellungen einhergehen – vergleichbar mit einem Peitschenhieb oder einer starken Verbrennung. In seltenen Fällen können allergische Reaktionen, Kreislaufprobleme, Atemnot oder sogar ein Schock auftreten, was besonders gefährlich im Wasser werden kann, da die Schmerzen zu Panik und Ertrinken führen könnten. Tödliche Verläufe sind zwar extrem selten, aber die Tiere bleiben auch nach dem Tod oder wenn sie gestrandet sind über Tage giftig, da abgerissene Tentakel oder Reste ihre Wirksamkeit behalten.

In den letzten Tagen kam es zu mehreren Vorfällen.
Am Strand von Mimizan in den Landes musste der gesamte Bereich gesperrt werden, nachdem mehrere Exemplare angespült wurden. Ähnlich verhält es sich in Bidart, wo gleich mehrere Strände wie Pavillon Royal, Ilbarritz oder Erretegia mit roten Flaggen geschlossen wurden, ebenso in Biarritz und Anglet mit beliebten Abschnitten wie Marbella oder Petite Chambre d’Amour. Die Behörden reagieren schnell und präventiv, um Verletzungen zu vermeiden, vor allem in der Hochsaison, wenn viele Touristen an der Küste unterwegs sind. Manche Strände wurden inzwischen wieder geöffnet, doch die Situation wird kontinuierlich überwacht, da neue Ansammlungen jederzeit möglich sind – auch in der Bretagne wurden Sichtungen gemeldet.


Experten erklären das vermehrte Auftreten mit meteorologischen Bedingungen wie starken Winden und Strömungen, die die Tiere aus offeneren Atlantikgewässern Richtung Küste drücken. Die Portugiesische Galeere stammt eigentlich aus wärmeren, tropischen oder subtropischen Meeren, kommt aber immer öfter an europäische Atlantikküsten. Sie ist kein neues Phänomen, doch in manchen Jahren häufen sich die Vorkommen deutlich. Neben der Galeere können auch andere nesselnde Tiere wie bestimmte Quallenarten Probleme bereiten, wenngleich die Physalie als besonders unangenehm gilt.

Wer ein solches Tier sichtet – ob im Wasser oder am Strand –, sollte sofort die Rettungsschwimmer oder Behörden informieren und auf keinen Fall versuchen, es anzufassen oder zu entfernen. Bei einem Kontakt gilt: Sofort aus dem Wasser raus, die betroffene Stelle mit Meerwasser (kein Süßwasser!) oder einer Mischung aus warmem Wasser und Essig vorsichtig abspülen, ohne zu reiben oder die Tentakel zu entfernen, da das Gift sonst weiter freigesetzt wird. Bei starken Symptomen ist medizinische Hilfe ratsam. Die französischen Behörden raten zu Vorsicht und verweisen auf Warnsysteme an den Stränden. Insgesamt bleibt die Atlantikküste ein wunderschönes Urlaubsziel, doch in diesen Wochen lohnt es sich, aktuelle Warnungen zu beachten und auf rote Flaggen zu achten, um den Badespaß sicher zu genießen.

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