Geschichte

Herculaneum

(rm/amcc)

Titelbild:

Die Ausgrabungen des antiken Herculaneum. Im Hintergrund das heutige Herculaneum, das auf der verschütteten antiken Stadt errichtet worden war. rm 1987, kasaan media, 2022

Herculaneum war, wie Pompeji, eine antike römische Stadt am Fuße des Vesuvs an der Küste von Süditalien, zwischen dem heutigen Neapel und Sorrento. Als der Vesuv im Jahr 79 n. Chr. ausbrach, verschlang er die beiden wohlhabenden römischen Städte Pompeji und Herculaneum sowie die vielen wohlhabenden Landhäuser in der Gegend.

Herculaneum hatte zum Zeitpunkt der Zerstörung 4000 – 5000 Einwohner und ist heute eine archäologische Stätte, die zusammen mit der nahe gelegenen Stadt Pompeji sowie den umliegenden Villen zu den am besten erhaltenen Ruinen einer römischen Stadt, die zu dieser Zeit dokumentiert wurden, gehört.

Die Ruinen von Herculaneum gehören zusammen mit anderen berühmten Stätten, die vom Vesuv zerstört wurden, Pompeji im Süden und Oplontis (heute Torre Annunziata), zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Tatsächlich erstreckt sich das antike Herculaneum unter der heutigen Stadt Herculaneum. Was ausgegraben wurde, ist wahrscheinlich nur ein kleiner Teil dessen, was während des Ausbruchs des Vesuvs bedeckt war.

Wie Pompeji, war auch Herkulaneum ideal gelegen, für die wohlhabenderen römischen Bürger in der Hauptstadt und anderswo, um ihrem Alltag zu entfliehen. Herculaneum trieb Handel mit seinen Nachbarn und nutzte seinen kleinen Hafen, aber sein begrenztes Hinterland bedeutete, dass es nie zu einer Stadt von vergleichbarer Größe wachsen konnte, zu einer Stadt von der Größe Neapels oder sogar Pompejis.

Der Vulkanausbruch begrub die Städte für Jahrhunderte unter Schlamm und Asche. In den Jahren vor dem Ausbruch des Vesuvs wurde Herkulaneum regelmäßig von Erdbeben erschüttert. Der Ausbruch kam für Herculaneum nicht ganz so überraschend. Während Pompeji schon von Asche getroffen wurde, konnten viele Einwohner aus Herculaneum noch flüchten, kurz nach Mitternacht am 25. August des Katastrophenjahres. 

Die erste pyroklastische Welle, die aus einer Mischung aus Asche und heißen Gasen bestand, fegte mit einer Geschwindigkeit von 160 km/h und Temperatur von 250-400 Grad Celsius am Vesuv entlang und durch die fast vollständig evakuierte Stadt Herculaneum.


Während Pompeji größtenteils unter einer 4-6 m dicken Schicht vulkanischer Asche und Lapilli begraben wurde, verschwand Herculaneum unter 25 m hohen Schichten von Asche und Bimsstein, was die Ausgrabungen später erheblich erschweren sollte.

Wie das nahe gelegene Pompeji ist Herculaneum eine der wenigen antiken Städte, die mehr oder weniger intakt überlebt haben, da die Asche, die die Stadt bedeckte, sie auch vor Plünderungen und schlechtem Wetter schützte. 

Die Böden von Herculaneum waren feuchter als die von Pompeji.  Das heißt, als Herculaneum unter der Asche begraben wurde, bildeten die Sedimente eine dichte Tuffsteinschicht von etwa 15 Metern Tiefe. Der Großteil der Stadt blieb dadurch intakt und insbesondere frei von Plünderungen. Die Stadt war wie versiegelt und dadurch in beeindruckender Weise erhalten. 

Über viele Jahrhunderte waren die verschütteten Städte schlichtweg vergessen worden. Die Ausgrabungen begannen im 18. Jahrhundert und wurden dann wieder eingestellt, nachdem der deutsche Archäologe Johann Winckelmann 1762 harsche Kritik an den Methoden zur Schatzsuche geübt hatte und nach der Entdeckung der nahegelegenen Stadt Pompeji, die aufgrund der dünneren Schuttschicht, die den Ort bedeckte, einfacher auszuheben war. 

Herculaneum ist in vielerlei Hinsicht ein noch besseres Fenster in die verlorene römische Welt des 1. Jahrhunderts n. Chr. als Pompeji. Ein Besuch in Herculaneum ist wirklich ein Vergnügen.

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