Geschichte

Ein weiterer rechter, gescheiterter Diktator-Miguel Primo de Rivera

Titelbild: Miguel Primo de Rivera Bundesarchiv, Bild 102-09414 / CC-BY-SA 3.0

Vor General Franco implodierte die Gesellschaft Spaniens schon einmal im rechten Hass und der Gier des spanischen Populismus der Tage. Miguel Primo de Rivera war der Autokrat vor Franco. Wie überall auf der Welt, wo rechtsgerichtete Regimes viel versprachen und nichts einhielten, wurde es zum Desaster eines ganzen Landes. Bis heute hat sich an der Art der Neo-Nazis nichts geändert.

Für Spanien führte es in den Bürgerkrieg und in eine Diktatur, die Franco mit seinen Spießgesellen Jahrezehnte aufrecht erhielt.

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Politische Unterdrückung, soziale Ungleichheit und wirtschaftliche Not prägten das Leben in Spanien unter der Herrschaft Miguel Primo de Riveras. Primo de Rivera schaffte die Verfassung von 1876 ab, löste das Parlament auf, verbot Parteien und Gewerkschaften, zensierte die Presse, verfolgte Oppositionelle.

Sein Ziel war die Stärkung der nationalen Einheit durch die Unterdrückung regionaler Autonomiebestrebungen, vor allem in Katalonien und im Baskenland. Außerdem förderte er den Katholizismus als Staatsreligion. Den Einfluss der Freimaurer und anderer Laiengruppen bekämpfte er.

Auf der anderen Seite versuchte Primo de Rivera einige soziale und wirtschaftliche Reformen durchzuführen. Diese waren jedoch nur von begrenztem Erfolg.

Die öffentlichen Ausgaben für Infrastrukturprojekte wie Straßen, Eisenbahnen, Häfen, Schulen und Krankenhäuser wurden erhöht. Er schuf Staatsmonopole für Industrien wie Telefon, Tabak und Erdöl. Sein Ziel war die Modernisierung der Landwirtschaft und die Steigerung der Industrieproduktion. Er rief auch den Nationalen Wirtschaftsrat ins Leben, ein beratendes Gremium, das sich aus Vertretern der verschiedenen Sektoren und Interessengruppen zusammensetzte. Die Gründung von Korporationen zur Vertretung von Arbeitgebern und Arbeitnehmern in verschiedenen Branchen wurde von ihm ebenfalls unterstützt.

Zur Lösung der tiefer liegenden Probleme der spanischen Gesellschaft reichten diese Maßnahmen jedoch nicht aus. Soziale Ungerechtigkeit, Armut, Arbeitslosigkeit, Landflucht, Korruption, Steuerhinterziehung, Verschuldung und Inflation blieben bestehen oder wurden noch verschärft. Die Diktatur war auch nicht imstande, den wachsenden Forderungen nach Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit nachzukommen, die von verschiedenen sozialen Bewegungen wie den Republikanern, den Sozialisten, den Anarchisten, den Nationalisten, den Feministinnen und den Studenten aufkamen. Mit Streiks, Demonstrationen, Attentaten, Aufständen und Propaganda organisierten sich diese Gruppen im Untergrund oder im Exil und widersetzten sich dem Regime.

Das Leben unter Primo de Rivera war von Spannungen, Konflikten und Krisen geprägt, die 1931 zum Zusammenbruch der Diktatur und zur Ausrufung der Zweiten Republik führten.

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