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Welt

Der Anfang vom Ende eines jämmerlichen Diktators – Lukaschenko

Update 23.August 2020

Ketten der Revolution

Zu Tausenden marschieren die Menschen gegen den Machthaber Lukashenko und seine Speichellecker in Belarus.

Über die Telegramgruppe NEXTA Live kommen die Bilder aus der Belarus hinein. Es sind unabhängige Berichte aus dem ganzen Land, das auf den Beinen zu sein scheint. Noch sind die Proteste friedlich und die Staatsmacht hält sich zurück.

Bild NEXTA Live

Lange Ketten von Menschen ziehen sich durch die Straßen, mit Fahnen und Blumen in der Hand. Doch ist die Stimmung aggressiv, die der Machthaber Lukashenko verbreitet. Gestern besuchte er demonstrativ eine Veranstaltung der Armee und der letzte Diktator Europas erzählt Geschichten, wenn es darum geht, die Missstände in seinem Land zu kommentieren. So wird von einem feindlichen Versuch der EU und der NATO berichtet, das Regime in Minsk zu stürzen. 

Lukaschenkos Subbotniks wollen nicht mehr

Lukaschenko hat es 25 Jahre nach dem Ende der Sowjetunion geschafft, ein vom Bösen besessenes Reich für einige spätsozialistische Betonkopf-Kommunisten zu installieren, indem er mit einer derartig harten Hand regiert, dass sich niemand wagt, sich dagegen zu erheben.

Das ist nun vorbei.

Das Reich des Bösen, das Lukaschenko aus der Hauptstadt Minsk regiert, wird immer mehr zum Brennpunkt zwischen den aufbegehrenden Bürgern und der Sicherheitspolizei, die mit äußerster Brutalität gegen jegliche Form von Widerstand gegen ein offensichtlich gefälschtes Wahlergebnis vorgeht. Für ihn sind die Demonstranten Störenfriede, in seinem Konzept als Monarch zu regieren.

Es wurde tatsächlich von Lukaschenko behauptet, dass er 80 Prozent der Stimmen erhalten hätte. Genaue Wahlergebnisse kann man nicht verstehen.

Nun ist es zu Massenprotesten in Belarus gekommen. Alexander Lukaschenko hat mittlerweile angewiesen, dass Fallschirmjäger in den Westen des Landes verlegt werden, nachdem am Sonntag, das hat das Innenministerium in Minsk bestätigt, mehr als 6.000 Menschen verhaftet wurden, die sich gegen die Wahlergebnisse  wehrten und zum Teil in furchtbarer Form gefoltert, geschlagen und getreten wurden. Lukaschenko macht sie, wie ein jeder elender Diktator am Ende seiner Zeit angekommen, für ihr Schicksal selbst verantwortlich. Für ihn sind die, die gegen ihn demonstrieren Kriminelle. Und sie demonstrieren nicht nur wegen Menschenrechtsverletzungen, sondern auch wegen den Lebensumständen in Belarus.

Nicht normale Demonstranten, sondern Kriminelle, irgendwelche Banden, die sich zusammengetan haben, die vom Ausland aus gesteuert werden, meinte die Führung in Minsk. Stalinistische Ansichten eines Uneinsichtigen und Despoten.  Alle hätten einen heimlichen kriminellen Hintergrund.

Ein Land Mitteleuropas, in dem noch die Todesstrafe vollstreckt wird, regiert durch Lukaschenko wie ein Despot, agiert gegen die Pressefreiheit, agiert gegen die Menschenrechte, indem die Menschenrechte nicht gelten, solange es ihn nicht betrifft.

Die Minsker Automobil Fabrik mobilisierte am Freitag die Arbeiter, sie solidarisieren sich mit den Anti-Lukaschenko-Protesten. Es sind mehrere Großfirmen. Es sollen mehr als 20 sein, darunter Grodno und die Minsker Automobilwerke.

Droht eine neue Eskalation mit Schlägen für die kriminellen Banden, die sonst als Sklaven für den Allmachtsherrscher in Minsk arbeiten müssen? Die EU bereitet neue Sanktionen gegen Belarus vor und wartet auf die Proteste, die unter Umständen das Regime ins Taumeln bringen können. Lukaschenko unterhält immer noch zu den ehemals kommunistischen Bruderstaaten beste Kontakte. Darunter Nordkorea.

Es ist die letzte Diktatur Europas, dort, wo ein Menschenleben nichts zählt. Aber mehr und mehr verbrüdern sich Polizisten, Soldaten und die Bürger des Landes miteinander. Gegenkandidatin Swetlana Tichanowskaja hatte zuvor in den Medien zu weiteren friedlichen Protesten aufgerufen, nachdem sie unter persönlichen Gefahren das Land verlassen musste. Nun will sich auch Wladimir Putin nicht einmischen. Er wird keine Militär-Hilfe geben, hieß es aus Moskau.

Der weißrussische Langzeit-Despot Lukaschenko hat fast ausgedient.

Es wird einsam um ihn. 

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