Deutschland

Bauern – die Melkkühe der Nation (2)

Gerechtfertigter Protest

Während unserer Recherche zu den Bauernprotesten in ganz Deutschland stießen wir auf das eigentliche Übel des bäuerlichen Problems. Seit Jahren werden die Bauern zwischen immer neuen Vorschriften innerhalb der Landwirtschaft, die als reglementierter Katalog vonseiten der Politik vorliegen und der Wirtschaft, sprich den Supermärkten, aufgerieben. In Berlin oder Brüssel hat man das Problem allenfalls anhand der Butterberge, Fleischerhebungen oder dem Eier-Schock erkannt. Von Weizen, Gerste und anderem Getreide will niemand hier schreiben, weil die Bauern mittlerweile Spielball in dem ganzen Büro- und Eurokratendomino geworden sind. Milch war so billig, dass diese zu DM Zeiten nachträglich als superteuer gelten muss. Fast die Hälfte dessen, was sie 1998 kostete. Butter war alleine teuer, wenn es Weihnachtsbutter war. Das ließ sich dann für den doppelten Preis in den großen Ketten verkaufen. Es war die gleiche Butter. Nur eine andere Verpackung schmückte das Milcherzeugnis. Schnell hatten die Supermärkte erkannt: Mit Bio lässt sich nochmals der Schnitt erhöhen, nicht für den Bauern, aber für die Marktkette. Bio-Fleisch wurde für Unsummen angeboten, zum Teil für Ware, die sonst niemand anrührte, Leber, Nieren und andere Innereien. Wieder bleiben auch die Bio-Bauern auf der Strecke. Die Ketten machen plötzlich Gewinne.

Welcher Bauer soll von den paar Cent, die er für einen Liter Milch erhält, egal ob Bio oder normale Milch noch die Gülle der Kühe, nach den Umweltvorstellungen der Ministerin Klöckner fachgerecht entsorgen? Später werden die Bauern zu Sündenböcken der Umweltsünde gestempelt, weil sie die Gülle auf dem Feld als Dünger ausbringen und diese dann die Flüsse und Kläranlagen verseucht. Hauptsache, einer hat Gewinn gemacht. Egal, was auf den Packungen steht oder stand. Die Verbraucher werden durch immer weiter sinkende Preise in die Irre geführt. Schnitzel – das Kilo für 4.99 Euro – Schwein gedopt und schön saftig. Wer will so etwas essen, geschweige denn produzieren? Oder 10 Kilo Kartoffeln für 1.99 Euro. Es gibt unzählige Beispiele. Nahrung muss, damit es den Bauern wieder gut geht, wieder an Wert gewinnen. Das ist eines der grundlegenden Probleme der Zeit, nicht alleine die immer noch wirr am Campingtisch in malerischer Kulisse verhandelten Ideen einiger Bauern aus dem Kreise der Protestierenden, sondern die Ideen aller Bauern. Jeder sollte mit seinen Nöten gehört werden, weil es der Ministerin gut stehen würde, die Preise in den Supermärkten und Zwischenhandelsketten einmal kritisch zu betrachten, bevor sie die Daumenschrauben bei den Bauern anlegt.

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