Titelbild: Aus 100 Meter Höhe, mw, 2026
„Der Himmel ist zu“ – Großbrand in der Hohen Venn legt Rauchdecke über das Saarland
KATWARN warnt vor Geruchsbelästigung nach Asche, Schwefel und Rauch
Von oben sieht man es am deutlichsten. Eine graue, milchige Decke liegt über dem Saarland. Dörfer, Felder und Wälder verschwimmen im Dunst. Unten am Boden riecht es nach Asche, nach Schwefel und nach altem Brand. „Hier stinkt es erbärmlich“, schreiben uns Leser aus dem ganzen Land.
Auslöser ist ein Großbrand in der Hohen Venn in Belgien. Das Hochmoorgebiet direkt an der Grenze zu Deutschland brennt seit dem Vormittag. Belgische Einsatzkräfte sind vor Ort. Wegen der anhaltenden Trockenheit und des Windes hat sich eine große Rauchwolke gebildet, die mit westlichem Wind bis ins Saarland gezogen ist.
Die Integrierte Leitstelle Saarland hat deshalb mehrfach über KATWARN gewarnt. In der Warnung heißt es: „Es kommt aktuell aufgrund eines Brandereignisses in Belgien zu einer größeren Rauchentwicklung mit möglicher Geruchsbelästigung.“ Betroffen ist das gesamte Saarland.
Deine Luftbilder zeigen, wie dicht der Rauch ist. Wo sonst klare Sicht auf Landschaft und Orte herrscht, hängt jetzt ein dichter Schleier. Felder und Wälder sind nur noch schemenhaft zu erkennen.
Die Leitstelle rät der Bevölkerung: Fenster und Türen geschlossen halten, körperliche Anstrengungen im Freien vermeiden, den Gefährdungsbereich meiden und sich über das Lokalradio informieren. Laut Behörde besteht keine akute Gefahr. Trotzdem melden sich viele Menschen mit Beschwerden über Kratzen im Hals, brennende Augen und Kopfschmerzen. Besonders betroffen sind Asthmatiker, Kinder und ältere Menschen.
Der Deutsche Wetterdienst warnt zudem vor weiterhin hoher Waldbrandgefahr. Im Saarland liegt der Index bei Stufe 4 bis 5. Die Böden sind ausgetrocknet.

Dichter Rauch über dem Saarland, mw, 2026
Wann sich die Luft wieder klärt, hängt davon ab, wie schnell die Feuerwehr in der Hohen Venn den Brand unter Kontrolle bekommt. Die Leitstelle will informieren, sobald Entwarnung gegeben werden kann.
Bis dahin heißt es für das Saarland: Fenster zu, durchhalten.
