Titelbild: KI Bild von Kaka, jetzt glücklich im Dschungel, kasaan media, 2026
In den dunklen Ecken der südostasiatischen Social-Media-Welt treiben sogenannte Affenscammer und Affenverkäufer ihr Unwesen, und einer der skrupellosesten unter ihnen bleibt der Vietnamese Ngoc Ka vom YouTube-Kanal „Monkey Kaka“.
Über Jahre hinweg hat er mit dem jungen Makaken-Weibchen Kaka ein profitables Spektakel inszeniert, das Millionen Views und erhebliche Einnahmen einbrachte – auf Kosten eines wilden Tieres, das nie für ein solches Leben bestimmt war. Statt das Affenkind aus dem illegalen Handel herauszunehmen und es artgerecht freizulassen oder den Behörden zu melden, holte Ngoc Ka es in sein chaotisches Zuhause und machte daraus ein endloses Unterhaltungsformat.
Heute werben sogar Affenverkäufer mit ihm und seinen alten Inhalten, um ahnungslosen Zuschauern einzureden, Ngoc Ka hätte die Affen legal halten und handeln dürfen. Damit ziehen sie Tausenden das Geld aus der Tasche, indem sie falsche Hoffnungen auf „Familienleben“ mit Makaken wecken und Spenden oder Käufe fördern.
Nichts von dem Content, den Ngoc Ka über Jahre produziert hat, entspricht der Realität eines gesunden, glücklichen Tierlebens. Die angebliche Mutterfigur wirkt psychisch auffällig gestört und behandelt die Makaken – zuerst Kaka, später Mit – wie menschliche Kinder.
Sie lässt sie auf die Toilette gehen, inszeniert hyper-intelligente Verhaltensweisen und präsentiert die Tiere als wundersame Familienmitglieder, die angeblich alles verstehen und mitdenken.
In Wahrheit war Kaka für einen Makaken eher wenig intelligent und zeigte oft Anzeichen von Stress und Fehlverhalten, während Mit wahrscheinlich viel zu jung war, um überhaupt etwas Sinnvolles zu lernen. Die jungen Affen wurden gezielt so präsentiert, dass Kritiker oder Behörden nicht zu sehr aufbegehrten – möglicherweise, um das Netzwerk um Ngoc Ka nicht zu verärgern, das wie eine eingespielte Gruppe agierte.
Kaka musste ständig rasiert werden, wurde mit Fastfood vollgestopft und massiv misshandelt, indem man sie zwang, auf zwei Beinen zu laufen und menschliche Posen einzunehmen.
Abseits der Kamera soll das Tier in engen Käfigen gehalten und erheblich misshandelt worden sein. Solche Praktiken sind keine Tierliebe, sondern pure Ausbeutung. Ngoc Ka war nie der jammernde, fürsorgliche Tierfreund, den er in seinen Videos darstellte, sondern ein berechnender Geschäftemacher, in dessen Lebensstil die Spenden und Einnahmen flossen. Die Fans, die mit emotionalen Appellen zum Spenden bewegt wurden, finanzierten letztlich einen Lifestyle, während das Tier den Preis zahlte: Isolation von Artgenossen, unnatürliche Ernährung, ständiger Stress durch Kameras und erzwungene Darbietungen.
Jedem, der sich mit dem Fall beschäftigt, sollte klar sein, dass Ngoc Ka ein Betrüger ist und war, der das System der Viralität skrupellos ausgenutzt hat.
Im Juni 2024 griffen die vietnamesischen Behörden nach monatelanger Beobachtung durch die Organisation Education for Nature Vietnam (ENV) endlich durch. Kaka und Mit wurden konfisziert und in den Nationalpark Bến En gebracht, wo ein ernsthafter Rehabilitationsversuch startete. Statt diese Rettung zu akzeptieren, startete Ngoc Ka eine Welle aus Fake News, inszenierten Suchvideos und Vorwürfen gegen Behörden und Tierschützer. Bis heute profitieren er und Nachahmer von den alten Aufnahmen, während neue Kanäle mit ähnlichen Betrügereien versuchen, das Geschäft am Laufen zu halten. Die Affenverkäufer, die nun mit Ngoc Ka werben, setzen diese Masche fort und gaukeln potenziellen Käufern oder Unterstützern vor, solch ein Umgang mit Makaken sei normal und legal – eine gefährliche Lüge, die weiteren Tieren das Schicksal von Kaka bereiten könnte.
Dieser Fall steht für ein größeres Übel in der südostasiatischen Affen-Content-Szene: Gier, Manipulation und fehlende Skrupel führen dazu, dass geschützte Tiere zu Stars degradiert werden, nur um später weggeworfen oder weiter ausgebeutet zu werden. Ngoc Ka hat mit seinen gestellten Videos nicht nur Geld verdient, sondern ein falsches Bild von „süßen Affenfamilien“ in die Welt gesetzt, das reale Tierquälerei verschleiert.
Die psychisch belastete Inszenierung durch die beteiligten Personen, die ständige Rasur, die ungeeignete Ernährung, die erzwungene Zweibeinigkeit und die Käfighaltung abseits der Kamera zeigen das wahre Ausmaß der Misshandlung. Spenden flossen nicht in den Tierschutz, sondern in den Lebensstil der Macher. Wer echte Tierliebe zeigen will, sollte solche Kanäle meiden, Behörden und seriöse Organisationen wie ENV unterstützen und sich bewusst machen, dass hinter den herzigen Videos oft brutale Realität und systematischer Betrug stecken. Ngoc Ka und seine Nachahmer haben genug Schaden angerichtet – es wird Zeit, dass die Öffentlichkeit das erkennt und keine weiteren Tiere diesem Kreislauf zum Opfer fallen.
