Cold Case

Was geschah mit Sven Hollstein im April 1985?

 

Titelbild: Sven Hollstein, 1985, BKA 

Sven Hollstein aus Ludwigshafen verschwand am 15. April 1985 spurlos und sein Schicksal ist bis heute ungeklärt.

Der damals sechsjährige Junge wurde an diesem Nachmittag gegen 16:55 Uhr letztmalig im Erdgeschoss seines Wohnhauses im Londoner Ring 9 in Ludwigshafen-Pfingstweide gesehen. Anschließende umfangreiche Suchmaßnahmen blieben ohne Erfolg, und trotz intensiver Ermittlungen konnte sein Verbleib in über vier Jahrzehnten nicht geklärt werden. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft Frankenthal gehen mittlerweile von einem möglichen Kapitaldelikt aus, also einem Verbrechen, schließen aber andere Möglichkeiten nicht grundsätzlich aus.

Sven Hollstein wurde am 27. Oktober 1978 geboren. Zum Zeitpunkt seines Verschwindens war er etwa 110 Zentimeter groß, hatte eine eher schmächtige Figur, braune Augen und blondes, welliges Haar. Auffällig war, dass ihm der linke Schneidezahn fehlte.

An jenem Tag trug er einen dunkelblauen Blouson mit imitiertem Pelzkragen und Bündchen, einen roten Pullover mit Norwegermuster, eine beige Feincordhose sowie dunkelblaue Turnschuhe mit einer Indianerfigur an der Seite. Diese Kleidungsstücke wurden nie gefunden, was die Ermittlungen zusätzlich erschwert.

In den folgenden Jahren wurde der Fall intensiv bearbeitet. Es gab einen Tatverdächtigen, der festgenommen und angeklagt wurde, doch im Prozess wurde er freigesprochen. Seitdem ruht der Fall als klassischer Cold Case bei der Kriminalpolizei Ludwigshafen.

Im Frühjahr 2026 hat das Bundeskriminalamt (BKA) den Vermisstenfall im Rahmen der Kampagne „Spurlos verschwunden“ erneut in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt, anlässlich des internationalen Tags der vermissten Kinder am 25. Mai.

Ziel ist es, neue Hinweise aus der Bevölkerung zu erhalten, die vielleicht nach so langer Zeit doch noch zum Durchbruch führen könnten. Der Fall wird zudem in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ thematisiert.

Die Ungewissheit belastet die Familie bis heute schwer. Wie bei vielen Vermisstenfällen von Kindern bleibt die Frage quälend offen, ob Sven noch lebt, ob er Opfer eines Verbrechens wurde oder ob es eine andere Erklärung für sein Verschwinden gibt. Die Ermittler hoffen weiterhin auf sachdienliche Hinweise: Ob jemand Sven nach dem 15. April 1985 gesehen hat, ob Kleidungsstücke auftauchten, die ihm zugeordnet werden können, oder ob es sonstige Beobachtungen in der Umgebung des Londoner Rings gibt. Jeder noch so kleine Hinweis kann entscheidend sein.

Trotz der langen Zeitspanne von inzwischen mehr als 41 Jahren wird der Fall nicht zu den Akten gelegt. Moderne Methoden der Cold-Case-Arbeit, DNA-Analysen und die erneute mediale Aufmerksamkeit durch das BKA und das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz sollen helfen, endlich Gewissheit zu schaffen. Wer Hinweise geben kann, wird gebeten, sich beim Polizeipräsidium Rheinpfalz unter der Telefonnummer +49621 963-23185 oder per E-Mail an die Cold-Case-Stelle des Landeskriminalamtes Rheinland-Pfalz zu melden. Die Hoffnung bleibt, dass aus der jahrzehntelangen Ungewissheit irgendwann doch noch Klarheit entsteht.

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