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Cold Case

Tristan Brübach – Begehung der Örtlichkeiten

Tristan Brübach – Begehung der Örtlichkeiten (27. Juni 2020) von Sunny Beatz

Am Nachmittag, um kurz nach vier Uhr startete ich – ausgestattet mit einem Stadtplan und meiner Kamera – meine Reise von Frankfurt am Main, in Richtung Höchst, um mir persönlich ein Bild vom damaligen Tatort und dessen Umgebung im Mordfall „Tristan Brübach“ zu machen.

Nach einer kurzen Orientierungsphase im Eingangsbereich des Bahnhofs, entschied ich mich zunächst dazu, die Bruno-Asch-Anlage, welche sich von meiner Position aus in östlicher Richtung befand, aufzusuchen. Nach Aussage der weiblichen Zeugin, wurde Tristan hier um 15:20 Uhr auf einer Parkbank sitzend das letzte Mal lebend gesehen.

Bruno-Asch-Anlage | © SunnyBeatz

Laut der Informationstafel wurde die Anlage gegen Ende des Herbst 2019 „überholt“.

Somit musste ich davon ausgehen, dass das heutige Erscheinungsbild nicht mehr mit dem im Jahre 1998 übereinstimmt. Ein Passant berichtete mir auf meine Nachfrage aber, dass „sich hier nicht viel verändert hat. Die Bänke wurden erneuert.“

Ich ging zunächst den rechts liegenden Weg bis zum Ende der Anlage.

Bruno-Asch-Anlage | © SunnyBeatz

Dort befindet sich auch die Informationstafel, sowie ein kleinerer, gepflasterter Platz, auf dem sich auffällig viele männliche, Alkohol trinkende Personen aufhielten.

Bei meiner Beobachtung dieser Personen, fiel mir sofort die Beschreibung der o.g. Zeugin ein, welche aussagte, dass sie sah wie sich „zwei ausländisch aussehende, männliche Personen“ zu Tristan auf die Bank setzten.

Diese Beschreibung hätte an diesem Tag – insgesamt betrachtet – zu gut 90 % der anwesenden Personen im Bahnhof und dessen Umkreis passen können.

Nach seinem Aufenthalt in der Anlage soll Tristan sich dann in westlicher Richtung auf den Weg zum Unterliederbachtunnel gemacht haben.

Ich ging also am Ende der Anlage auf die gegenüberliegende Laufseite und begab mich wieder zurück in Richtung Bahnhof.







Bruno-Asch-Anlage | © SunnyBeatz
 

Der gemessene Zeitraum zur Durchquerung der Anlage (auf direktem Weg, in normaler Ganggeschwindigkeit bemisst ca. 3 Minuten).

Tristan soll zwischen 15:20 und 15:30 Uhr von der Bruno-Asch-Anlage zum Südeingang des Tunnels gegangen sein. Dort ist er letztlich zu Tode gekommen.

Für diese Gehstrecke habe ich eine Zeit von gut 5 Minuten gemessen. Je nach Schritttempo verkürzte sich der Zeitraum auf ca. 4 ½ Minuten.

(© OpenStreetMap-Mitwirkende / Lizenz: ODbL, Hinweis: www.openstreetmap.org/copyright)

Zurück am Bahnhofsgebäude wird sofort auffällig, dass der Eingangsbereich, sowohl als auch die unmittelbare Umgebung äußerst gut besucht sind. Ich stieß hier auf scheinbare Pendler, pausierende Bauarbeiter, Personen die sich in den diversen Cafés und an Kiosken aufhielten und unzählig viele Jugendliche, welche dort herumlungerten.

Insbesondere die Jugendlichen schienen das Geschehen am Bahnhof äußerst genau zu beobachten.

Um zum Südeingang des Tunnels zu gelangen, ging ich am Bahnhofsgebäude und dem angelegten Bushalteplatz vorbei und bog dann etwas weiter nach rechts auf einen kleineren Weg ein.

Ich möchte hier explizit darauf hinweisen, dass der Tunnel bei Weitem nicht so fluktuiert ist wie der Bahnhofsbereich! Viel mehr liegt er im Verhältnis eher auffällig abgeschieden und ist auch heute nur zu finden, wenn man Ortskenntnisse mitbringt.

Weg zum TATORT (Südeingang Liederbachtunnel) | © SunnyBeatz

Nachdem ich o.g. Weg einige Meter gefolgt war, stieß ich zunächst auf den besagten Trampelpfad, von welchen aus die damalige 12-jährige Zeugin im Zeitraum kurz nach dem Mord an Tristan einen Mann mit schwarzer Kappe und blondem, langen Pferdeschwanz herauf kriechen gesehen haben will.

Weg zum TATORT (Südeingang Liederbachtunnel) | © SunnyBeatz

Trampelpfad am Südeingang | © SunnyBeatz

Ausgehend von dieser Stelle war es mir möglich, einen etwas besseren Blick auf den Südeingang des Tunnels zu bekommen. Aufgrund der hohen Vegetation in der aktuellen Jahreszeit (Ende Juni 2020) ist es weder möglich das Flussbett vor dem Eingang zu erreichen, noch einen Blick auf den gesamten Südeingang zu bekommen.

TATORT (Südeingang Liederbachtunnel) | © SunnyBeatz

TATORT (Südeingang Liederbachtunnel) | © SunnyBeatz

Ich ließ dann den Trampelpfad rechtsseitig hinter mir und folgte dem Weg weiter.

Überraschender weise stieß ich dann einige Schritte weiter auf einen weiteren Pfad in Richtung des Flussbettes vor dem Südeingang.

Leider war es aber auch hier nicht möglich dort herunterzusteigen, da es sich um einen äußerst steilen Abhang handelte.

Einige Meter weiter und nach rechts abbiegend erreichte ich dann eine Stelle von der aus ich weitere Fotos des Flussbettes vor dem Südeingang machen konnte. Hier wurde mir erstmals ersichtlich, dass einige Stellen des Liederbachs entgegen meiner Erwartungen, doch nicht trocken lagen.

Flussbett vor dem Südeingang Liederbachtunnel | © SunnyBeatz

Ich sah mich dort zunächst eine Zeit lang um und entschied mich dann dazu den Weg wieder zurückzugehen, um anschließend die Nordseite des Tunnels zu besuchen.

Geht man denselben Weg wieder zurück, geht man ebenfalls an einem dem Tunnel sehr nahe gelegenen Spielplatz vorbei.

Spielplatz in Nähe des Südeingang Liederbachtunnel | © SunnyBeatz

Um den Nordeingang des Liederbachtunnels zu erreichen, betrat ich nun erstmalig das Bahnhofsgebäude, das zu durchqueren war.

Eingangsbereich Bahnhof Höchst | © SunnyBeatz

Nachdem ich mir im oben gezeigten Eingangsbereich durch die (von innen gesehen) rechte Tür trat, fiel mir als Erstes der rote Kiosk auf.

Nach einem kurzen Abgleich mit den Videoaufnahmen von Tristan im Bahnhof, müsste diese von genau diesem Kiosk aus aufgenommen worden sein.

Die Wandtelefone sollen 1998 im Bereich neben diesem Kiosk angebracht gewesen sein. Heute befinden sie sich auf der gegenüberliegenden Seite, neben dem Reisezentrum.

Ich ging dann weiter durch das Gebäude in Richtung Adelonstraße, wo ich am Ende nach links abbog.

Bahnhof Höchst /Ausgang in Richtung Adelonstraße| © SunnyBeatz

Folgt man nun der Route zum Nordeingang des Liederbachtunnels, kommt man zunächst an einem Gebäude des DRK, das auf der rechten Seite des Gehweges liegt vorbei, und etwas weiter auf einen Spielplatz, der unmittelbar am Liederbachtunnel liegt.

Weg in Richtung des Nordeingangs / Unterliederbachtunnel| © SunnyBeatz

Nordeingang Unterliederbachtunnel / Umgebung | © SunnyBeatz

Ich sah mir zunächst die unmittelbare Umgebung des Nordeingangs an, wo mir auffiel, dass es verhältnismäßig viele Plätze im Umkreis gibt, an denen sich (möglicherweise) Kinder aufhalten. Auf beiden Seiten des Tunnels befindet sich keine zwei Gehminuten entfernt ein Kinderspielplatz und auch die erwähnten Jugendlichen schienen diese Örtlichkeiten zu nutzen.

Nach Ankunft am Nordeingang des Tunnels fiel mir – wie auch auf der gegenüberliegenden Seite – auf, dass das Tor offen stand.

Scheinbar scheint diese Tatsache niemand zu stören, denn ein Passant berichtete mir später, dass dies wohl schon eine ganze Weile der Fall ist.

„Früher haben die es immer wieder zugemacht, aber heute steht es manchmal wochenlang offen. Ich weiß auch nicht wann die das machen. Ich gehe sehr oft hier mit dem Hund vorbei. Morgens, Mittags und Abends gehe ich ja Gassi und wenn es am Abend noch offen war, war es morgens bei meiner ersten Runde auf einmal zu. Machen die das über Nacht? Muss ja…“

Nordeingangs Unterliederbachtunnel – Auf der Brücke stehend | © SunnyBeatz

Nordeingangs Unterliederbachtunnel – Im Flussbett stehend | © SunnyBeatz

Unterliederbachtunnel – Hinter dem Gitter stehend | SunnyBeatz

An dieser Stelle endet meine Tatortsbegehung.

Ich machte noch einige Fotos der Umgebung, sprach auf meinem Rückweg noch mit ein paar wenigen Passanten und fuhr dann – vollgepackt mit Eindrücken und Emotionen – wieder nach Hause.

In einem folgenden Artikel werde ich über diese Eindrücke und meine persönlichen Erkenntnisse berichten.

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