Architektur

Landsweiler-Reden: Einer der innovativsten Wassergärten Deutschlands wurde gestern trocken gelegt

Titelbild: Wassergärten in Landsweiler-Reden, mw, kasaan newswire, 2026

In Landsweiler-Reden wurden gestern die Wassergärten trocken gelegt.

Gestern bot sich in den Wassergärten von Landsweiler-Reden ein ungewöhnliches Bild: Die sonst von Wasserflächen, Kanälen und Teichen geprägte Anlage wurde planmäßig trockengelegt. Wo normalerweise ruhiges Wasser spiegelt und Schilf sowie Wasserpflanzen in der Strömung wiegen, lagen nun weite Bereiche frei – schlammige, von Algen überzogene Steinflächen, trockene Betonrinnen und freigelegte Abflussroste kamen zum Vorschein.

Die Maßnahme dient der Stilllegung der gesamten Wasseranlage. Im Laufe der Zeit sammeln sich in solchen künstlich angelegten Gewässern Schlamm, abgestorbene Pflanzenteile und Algen an, die die Wasserqualität beeinträchtigen und die technischen Einrichtungen belasten können. Durch das kontrollierte Ablassen des Wassers kann der Schaden in Grenzen gehalten werden. Besonders deutlich war dies an den großflächigen Betonbecken mit ihren glatten, reflektierenden Oberflächen zu sehen, die nun ohne Wasser wie stille, graue Spiegel wirkten, sowie an den naturnah gestalteten Uferzonen, wo Schilf und trockenes Röhricht auf dem freigelegten Untergrund standen.

Abfluss des Wassergartens in Landsweiler-Reden, mw, kasaan media, 2026

Die Wassergärten in Landsweiler-Reden verbanden auf beeindruckende Weise industrielle Vergangenheit mit moderner Landschaftsgestaltung. Die Anlage liegt unmittelbar am ehemaligen Bergwerksgelände, wo alte Industriegebäude, Fördertürme und Backsteinmauern direkt an die neu geschaffenen Wasserlandschaften grenzen. Gerade dieser Kontrast macht den Ort besonders: Auf der einen Seite die strenge Geometrie der Betonkanäle und Stahlkonstruktionen, auf der anderen Seite die wild wachsenden Schilfgürtel und sumpfigen Bereiche, die Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten bieten.

Während der Trockenlegung zeigte sich die gesamte technische Infrastruktur – von den großzügigen Wasserbecken über die hölzernen Stege bis hin zu den gitterförmigen Einlaufschächten – offen. An manchen Stellen war der grünliche Algenbelag auf Steinen und Beton besonders auffällig, ein Zeichen dafür, wie lebendig und gleichzeitig pflegeintensiv dieses Ökosystem ist.

Die Trockenlegung ist somit kein Ende, sondern ein notwendiger Neuanfang für eines der attraktivsten landschaftsarchitektonischen Projekte der Region.
Was danach entsteht, muss erst einmal zeigen, ob es den gleichen Wert offenbart wie die Gärten, die ein absoluter Publikumsmagnet waren.

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