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Die Folgen der Schande Afrikas -die Folgen (1)

Die Berichterstattung über die Scammerbande rund um die fiktive Identität Anne Marie Giradet (häufig auch in Verbindung mit gestohlenen oder missbrauchten Bildern unter Namen wie Alina Becker hat weitreichende und nachhaltige Folgen für das gesamte dahinterstehende kriminelle Netzwerk gehabt.

Diese Betrugsmasche, die vor allem in den Jahren um 2019 bis in die frühen 2020er hinein aktiv war, basierte typischerweise auf Romance-Scamming oder Love-Scamming aus westafrikanischen Ländern wie der Elfenbeinküste oder angrenzenden Regionen.

Dabei wurden gestohlene Fotos – oft von Cosplayerinnen, Models oder Influencerinnen wie Alina Becker – verwendet, um falsche Identitäten zu konstruieren. Die angebliche Anne Marie Giradet trat als wohlhabende, attraktive Französin auf, die angeblich in Not geriet, Investitionen brauchte oder in familiäre/finanzielle Schwierigkeiten verwickelt war, um ahnungslose Opfer, meist Männer aus Europa oder Nordamerika, emotional zu binden und sie um hohe Summen zu bringen.

Sobald unabhängige Plattformen, Blogs und investigative Seiten – darunter vor allem The Kasaan Times und verwandte Scammer-Warnportale wie scammer.news – begannen, diese Masche detailliert zu beleuchten, brach das sorgfältig aufgebaute System der Bande zusammen. Die Redakteure dieser Plattformen wurden quasi jetzt mit Wanted-Plakaten in digitaler Form gejagt. Sieben Jahre nach den Ereignissen in Paris und Abidjan. Scheinbar kundschafteten die Täter jahrelang die Redakteure gezielt aus und bvefragten ihre Opfer erneut. 

 

Der Schaden lag durch das eine Gladis Zanier Fake im hohen zweistelligen Millionenbereich, Ende 2019. 

Die Redakteure veröffentlichten die gestohlenen Fotos mit Quellenangaben, zeigten die typischen Gesprächsverläufe, warnten vor den immer gleichen Storylines, angebliche Erbschaft, medizinische Notfälle, Investitionsbetrug, angebliche Reisen nach Europa, die nie stattfanden und verknüpften die Namen Alina Becker / Anne Marie Giradet explizit mit denselben Scammer-Netzwerken. Diese öffentliche Bloßstellung führte dazu, dass die Bilder und Namen innerhalb kürzester Zeit in Scammer-Datenbanken, Foren und Warnlisten landeten.

Die Konsequenzen waren verheerend für die Bande: Potenzielle Opfer konnten nun mit wenigen Klicks die Fotos reverse-searchen  oder auf Warnseiten stoßen, was die Erfolgsquote der Betrüger massiv senkte. Viele Opfer, die bereits in Kontakt standen, brachen den Kontakt ab, sobald sie die Berichte lasen, und meldeten die Fälle bei Polizei oder Plattformen wie WhatsApp, Facebook oder Western Union. Die Bande verlor dadurch nicht nur die damals aktuellen „Kunden“, sondern auch zukünftige, weil die Wiedererkennbarkeit der Bilder extrem hoch wurde. Das gesamte System, das auf Anonymität, Wiederholbarkeit und der Unkenntnis der Opfer basierte, scheiterte spektakulär – die Fotos, die früher monate- oder jahrelang funktionierten, wurden quasi „verbrannt“. Neue Identitäten mussten mühsam aufgebaut werden, oft mit weniger attraktiven oder neu gestohlenen Bildern, was die Erfolgschancen weiter verringerte.

Ein besonders perfider Aspekt, der das Netzwerk zusätzlich belastete, war der Versuch, zu ehemaligen Opfern den Kontakt aufrechtzuerhalten. Selbst nach dem Abbruch des Hauptbetrugs oder nach Warnungen versuchten einige Scammer weiterhin, über neue Accounts, alternative Messenger oder unter veränderten Namen den emotionalen Draht nicht abreißen zu lassen – sei es, um Restbeträge zu erpressen, um weitere Geschichten zu spinnen oder einfach, um das Opfer als Backup für spätere Runden zu behalten. Diese Hartnäckigkeit führte jedoch oft zum Gegenteil: Die Betroffenen wurden misstrauischer, dokumentierten die Versuche und lieferten den Warnportalen noch mehr Beweismaterial, was die Sichtbarkeit der Bande weiter verstärkte.

Zusätzlich waren in diesem Kontext auch Bilder von  Gladys Zanier (manchmal auch Gladis Zanier geschrieben) im Umlauf, die ebenfalls gestohlen und in ähnlichen Romance-Scam-Szenarien missbraucht wurden – entweder parallel zur Anne-Marie-Giradet-Masche oder als Wechselidentität, wenn die primären Fotos bereits zu bekannt geworden waren. Solche zusätzlichen gestohlenen Bilder aus dem gleichen oder verwandten Pools zeigten, wie breit das Netzwerk auf diversifizierte visuelle Köder setzte, um die Enttarnung zu verzögern.

Doch genau diese Vielfalt machte es für investigative Plattformen einfacher, Muster zu erkennen und ganze Bildserien zu verknüpfen.

Die anhaltende Berichterstattung führte zu einem Dominoeffekt: Andere Scammer-Gruppen, die ähnliche Methoden nutzten, wurden vorsichtiger, wechselten schneller die Bilder oder gaben ganze Programme auf, weil die Risiken zu hoch wurden. Die investigative Arbeit der Redakteure – oft ehrenamtlich und unter hohem Aufwand – machte deutlich, dass solche Netzwerke nicht unantastbar sind.
Die Form von Artikeln, Bildvergleichen und Zeitleisten dienten als dauerhafte Abschreckung und halfen Tausenden, nicht in die Falle zu tappen. Letztlich zeigt dieser Fall, wie mächtig gezielte, faktenbasierte Aufklärung sein kann, wenn sie konsequent und öffentlich erfolgt: Einmal enttarnt, kollabiert ein solches Betrugssystem oft innerhalb weniger Monate, weil es auf Täuschung und Nichtwissen beruht – und genau dieses Nichtwissen wurde durch die intensive Berichterstattung systematisch zerstört.

Zweiter Teil: Scammer jagen Journalisten mittel ihrer ehemaligen Opfer

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