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Die Proteste in Teheran und im gesamten Iran haben in den letzten Tagen eine Intensität erreicht, die selbst langjährige Beobachter in Erstaunen versetzt.
Was Ende Dezember 2025 noch als verzweifelter Aufschrei von Basarhändlern gegen den dramatischen Zusammenbruch des Rial begann – die Währung fiel auf Rekordtiefstände von über 1,4 Millionen pro US-Dollar –, hat sich binnen weniger Tage zu einer offenen, landesweiten Rebellion gegen das gesamte Regime der Mullahs entwickelt.
Die Menschen haben schlicht die Nase voll, von der grassierenden Inflation, die selbst Grundnahrungsmittel unerschwinglich macht, von der jahrelangen Korruption einer abgehobenen Kaste religiöser Führer und ihrer Familien, die sich auf Kosten der Bevölkerung bereichern, während das Land wirtschaftlich und international immer weiter abrutscht.
In Teheran strömen inzwischen Tausende – manchmal Zehntausende – auf die Straßen, besonders abends um 20 Uhr, nachdem Exil-Kronprinz Reza Pahlavi zum koordinierten Protest aufgerufen hat. Bilder zeigen brennende Fahrzeuge der Basij-Milizen, Barrikaden in armen Stadtteilen wie Naziabad oder Hafthouz, Jugendliche, die trotz Tränengas und scharfer Munition nicht weichen. Besonders auffällig ist die dominante Rolle von Frauen, die wieder – wie schon 2022 – an vorderster Front stehen und Parolen wie „Tod dem Diktator“, „Tod Khamenei“ oder „Wir wollen keine Islamische Republik“ skandieren. Die Rufe „Weder Gaza noch Libanon – mein Leben für Iran“ machen überdeutlich, wie sehr viele Menschen die jahrelange Verschwendung von Ressourcen für Stellvertreterkriege im Ausland satt haben, während daheim alles zerfällt.
Das Regime reagiert mit der altbekannten Brutalität, die aber zunehmend panisch wirkt.
Es hat landesweit einen nahezu vollständigen Internet-Blackout verhängt, internationale Telefonverbindungen gekappt und teilweise sogar Krankenhäuser gestürmt, um Verletzte festzunehmen. Menschenrechtsorganisationen berichten von mindestens 45 getöteten Demonstranten (darunter Kinder und Jugendliche), über 2.000 Verhaftungen und Dutzenden getöteten Sicherheitskräften in Zusammenstößen. Trotz alledem brechen die Proteste nicht ab – sie werden heftiger, greifen auf über 100 Städte in allen 31 Provinzen über und verwandeln sich von reinen Wirtschaftsprotesten in eine fundamentale Forderung nach Regimesturz.
Die Pseudo-Kleriker um Ali Khamenei, die seit Jahrzehnten mit religiöser Rhetorik und Terrorapparat herrschen, stehen vor einer existenziellen Krise. Der Zusammenbruch des Assad-Regimes, die massive Schwächung durch israelische und amerikanische Militärschläge 2025, die Wiedereinführung harter Sanktionen und nun auch noch die Drohung von US-Präsident Trump, bei weiterem Morden an Demonstranten massiv einzugreifen – all das hat das Gefühl der Verwundbarkeit im Machtzentrum dramatisch verstärkt.
Gerüchte über Fluchtpläne Khameneis und seiner engsten Familie nach Moskau machen die Runde.
Die iranische Bevölkerung, insbesondere die junge Generation, zeigt eine Entschlossenheit und Wut, die kaum mehr zu bremsen scheint. Nach den Erfahrungen von 2019 und 2022 wissen sie: Diesmal ist es anders. Die Wirtschaft ist kollabiert, die regionale Machtstellung zerbröselt, die internationale Isolation total. Die Menschen spüren, dass dieses System am Ende ist – eine korrupte, verlogene Bande von Pseudo-Klerikern, die das Land in Armut, Unterdrückung und Isolation geführt hat, während sie selbst in Luxus schwelgen.
Die nächsten Tage und Wochen werden entscheidend sein. Wenn die Proteste weiter an Dynamik gewinnen und Teile der Sicherheitskräfte zögern oder sogar überlaufen, könnte der Punkt erreicht sein, an dem das Mullah-Regime tatsächlich fällt. Die Iraner verdienen Freiheit, Wohlstand und ein normales Leben – nach Jahrzehnten der Unterdrückung ist ihre Geduld endgültig am Ende. Die Welt schaut zu, und viele hoffen, dass 2026 das Jahr wird, in dem der Albtraum der Islamischen Republik endlich endet.
