Screenshot: TikTok @melaniebenjii
Die TikTok-Nutzerin @melaniebenjii , die sich als Ella präsentiert und ihren Account dem Tierschutz in Jakutsk widmet – einer extrem kalten Region in Russland, wo unzählige Straßenhunde unter harten Bedingungen leiden –, sammelt regelmäßig Spenden für die Versorgung und Rettung dieser Tiere, indem sie emotionale Videos von Hunden wie Asya, Panda oder Blossom etc teilt, die in shelterartigen Einrichtungen oder auf der Straße ein trauriges Dasein fristen und dringend Futter, medizinische Hilfe oder warme Unterkünfte brauchen.
Viele Follower spenden aus Mitgefühl, weil die gezeigten Bilder von frierenden, hungrigen oder kranken Hunden tief berühren und die Dringlichkeit vermitteln, gerade in den brutalen Wintern Sibiriens, wo Temperaturen weit unter minus 50 Grad fallen können.
Doch genau diese Spendenaufrufe während des anhaltenden Krieges in der Ukraine – und damit in einer Zeit, in der Russland als Aggressor immense humanitäre Not in einem Nachbarland verursacht, Millionen Menschen fliehen müssen, Städte zerstört werden und unzählige Ukrainer um ihr Überleben kämpfen – wirken auf viele Beobachter besonders dreist und unangemessen, da das Geld letztlich in ein Land fließt, dessen Regierung für unermessliches Leid verantwortlich ist, während in der Ukraine selbst Tierheime überfüllt sind, Helfer vor Ort um Futter und Evakuierungen ringen und internationale Organisationen wie PETA oder lokale Vereine verzweifelt Spenden für ukrainische Tiere sammeln, die durch Bombardements traumatisiert oder verlassen wurden.
Mindestens 550 Euro werden fällig, zahlt man die fällige Schutzgebühr, will man einen offensichtlich psychisch gestörten Hund. Aber bei solchen Vereinen darf es auch einmal mehr sein. Angeblich wurde der Hund gerade noch soeben vor dem Erschießen gerettet. Vollkommen unglaubwürdig und weißt auf unseriöse Praktiken im sogenannten Geschäftsmodell „Auslandstierschutz“ hin.
Verwunderlich ist, dass viele der Tiere in Pflegestellen in Moskau sind und allesamt sehr schlau sind, ausweislich der Beschreibungen. Auch sind die angeblich leidvollen Geschichten der Hunde seit dem Welpenalter, fast könnte man vermuten, die Hunde hätten es erzählt.
Die Geschichten sind schlicht unglaubwürdig und nur ein Verkaufsargument für den dubiosen Verein.
Tränendrüsengeschichten können nicht überprüft werden und bewegen sich in dem Genre üblicher Geschichten, die aus dem Spendensammelmillieu, also aus dem Umfeld dieses Geschäftsmodells kommen.
Kritik wird frech und teils dummdreist, von oben herab abgekanzelt, der Export der Hunde nach Deutschland scheint wichtiger. Es winkt die übliche Schutzgebühr.
Hunde, die irgendwo auf der Straße in Russland gefangen wurden, bedeuten den Machern dieser widerlichen und aggressiven Bettelposts mehr als menschliches Leben.
Es entsteht der Eindruck, dass hier Emotionen für Straßenhunde in Russland instrumentalisiert werden, um finanzielle Unterstützung zu generieren, obwohl die geopolitische Lage eine klare Priorisierung nahelegen würde, Ressourcen eher für Opfer des Krieges zu nutzen, sei es für Menschen oder Tiere in der betroffenen Region, was die Kritik verstärkt, dass solche Aufrufe nicht nur den Konflikt ignorieren, sondern indirekt ein System unterstützen, das derzeit weltweit boykottiert wird, und somit eine Form von moralischer Blindheit oder gar Provokation darstellen, die in sozialen Medien hitzige Debatten auslöst über die Frage, ob Tierschutz grenzenlos sein darf oder ob in Zeiten von Krieg und Aggression eine Sensibilität für den Kontext gefordert ist, um nicht den Vorwurf der Dreistigkeit auf sich zu ziehen.
