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Vor etwa vier Jahren wurde in Üttfeld im Eifelkreis Bitburg-Prüm die skelettierte Leiche einer Frau entdeckt.
Ein Landwirt suchte nach seiner entlaufenen Katze auf einem aufgegebenen landwirtschaftlichen Anwesen und stieg dabei in einen alten, ungenutzten Rübenkeller hinab. Dort stieß er auf menschliche Knochenreste, die sich als Überreste einer weiblichen Person herausstellten.
Der Fundort lag in einem abgelegenen, ehemaligen landwirtschaftlichen Gebäude in der Eifel-Region, das schon länger nicht mehr genutzt wurde. Die Überreste waren stark skelettiert, was auf eine längere Liegezeit hindeutete. Die Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft Trier übernahmen die Ermittlungen und behandelten den Fall zunächst als ungeklärten Todesfall. Rechtsmedizinische Untersuchungen ergaben, dass es sich um eine Frau handelte, wahrscheinlich europäischer Herkunft. An den Knochen fanden sich keine offensichtlichen Verletzungen, die eindeutig auf ein Gewaltverbrechen hinwiesen, doch ein solches konnte zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausgeschlossen werden.
Jahrelang blieb die Identität der Toten unbekannt. Die Ermittler gingen verschiedenen Spuren nach, darunter auch der Verdacht, es könnte sich um eine vermisste Person aus Belarus handeln. Die Leiche wurde in internationale Datenbanken eingespeist, um mögliche Übereinstimmungen mit Vermisstenfällen zu finden. Im vergangenen Jahr meldeten sich dann Mitarbeiter von Interpol aus Warschau bei den Trierer Behörden. Sie hatten in einer internationalen DNA-Datenbank eine Übereinstimmung mit der Probe aus dem Eifeler Rübenkeller entdeckt.
Durch einen DNA-Abgleich konnte die Identität schließlich geklärt werden: Bei der Toten handelt es sich um eine Frau, die 1964 in Polen geboren wurde und dort als vermisst galt. Über ihren genauen Hintergrund ist bislang nur wenig bekannt. Unklar bleibt weiterhin, warum sie als vermisst gemeldet war und was sie in die abgelegene Eifel-Region geführt hatte. Die Staatsanwaltschaft Trier hat einen Rechtshilfeantrag an die polnischen Behörden gestellt, um mehr über ihr Leben, mögliche Angehörige und die Umstände ihres Verschwindens zu erfahren. Eine Antwort aus Polen steht derzeit noch aus.
Trotz der Identifizierung bleibt der Fall ein Cold Case mit vielen offenen Fragen. Die Ermittler wollen weiter prüfen, ob es sich um einen natürlichen Tod, einen Unfall oder doch ein Gewaltverbrechen handelt.
Die skelettierte Frauenleiche aus dem Rübenkeller in Üttfeld steht damit für einen jener seltenen Fälle, bei denen moderne forensische Methoden wie internationale DNA-Datenbanken nach Jahren endlich Licht ins Dunkel bringen – auch wenn viele Aspekte des Schicksals dieser Frau aus Polen bis heute im Dunkeln liegen. Die Arbeit der Behörden geht weiter, um die Hintergründe vollständig aufzuklären.
