Homburg, Ausblick, dram, kasaan media,
Archäologie

Die Faszination von Höhlen – manchmal Meisterleistung durch Menschenhand

Die Faszination von Höhlen – manchmal Meisterleistung durch Menschenhand

Eingang, dram, kasaan media, 2020


Nicht immer entstehen Höhlen durch Naturgewalten – vielerorts sind Höhlen durch
Menschenhand entstanden, und das nicht erst in jüngerer Zeit.

Life-Time-Link, kasaan media, 2020

In den 1930er-Jahren geschah es in der saarländischen Ortschaft Homburg, dass Kinder beim Spielen am dortigen
Schlossberg eine Höhle entdeckten. Bei näherer Untersuchung stellte sich heraus, dass diese
bereits im Mittelalter durch Menschenhand entstanden und schlichtweg in Vergessenheit
geraten war. Die beeindruckende Länge der unterirdischen Gänge auf mehreren Etagen
macht 5 km aus.

Abgesicherter Höhlenbereich, dram, kasaan media, 2020

Das Geheimnis der Höhle liegt im Buntsandstein. Dieses
Sediment, das schon in der Trias (frühes Erdmittelalter) entstanden ist, enthält sehr viel
Quarz und war deswegen von großer Bedeutung für die Glasherstellung. Bereits im 17. Jhdt.
wurde deshalb das leicht abzubauende Material als Rohstoff aus dem Schlossberg gefördert.
Es fand aber auch als Formsand beim Eisengießen und als Scheuersand Verwendung.

Im Tunnel, dram, kasaan media, 2020


Nach der Wiederentdeckung der Höhlen wurden sie während des 2. Weltkrieges als
Luftschutzbunker verwendet. Zahlreiche Nischen in den Höhlen boten der Homburger
Bevölkerung ausreichend Platz, es galt: ‚eine Nische pro Familie‘. Später in den 1950er Jahren
wurde das Höhlensystem durch eine Bunkeranlage erweitert, die aber nie eine Verwendung
fand.
800 m des Schachtsystems sind heute durch moderne Bergbautechnik gut abgesichert und
zugänglich gemacht.
Die Absicherung des weichen Gesteins erfolgt durch massive Stahlkonstruktionen, die den
Besucher schützen. Das Tragen eines Schutzhelmes ist natürlich Pflicht. Stellenweise ist die
Decke auch so niedrig, dass man sich sonst den Kopf stoßen könnte.

Abstützung, dram, kasaan media, 2020


An manchen Stellen sind Rippelmarken zu erkennen, wie sie durch Wellenbewegungen
entstehen, ein deutlicher Hinweis auf die Entstehung durch Meeresablagerungen. Auch
Spurenabdrücke von kleinen Ur-Reptilien aus dem frühen Erdmittelalter sind vorhanden.
Eindrucksvoll sind die vielen Schichten des Sandsteins in seiner Farbenpracht, Gelb- und
Rottöne dominieren. Bei den künstlichen Lichtquellen dominiert aus der Entfernung grün,
das sich aber bei Näherkommen als dichter Moosbewuchs entpuppt.

Algen und Moose im künstlichen Licht,dram,  kasaan media, 2020

Dies ist ein sehr häufiges Problem in vielen auch natürlich entstandenen Höhlen – durch das künstliche Licht
wird Algen- oder wie hier Mooswuchs gefördert. Wie weich die Schichten sind, bezeugen
auch die Wurzeln einer Linde, die über 15 m weit waagrecht durch den Sandstein
durchgewachsen sind und an einer Stelle aus der Höhlendecke rauskommen.

Bunkeranlage, dram, kasaan media, 2020


Die Zeiten der Höhlenkönigin sind allerdings vorbei: In den 1960er Jahren sollen hier immer
wieder Höhlenfeste gefeiert worden sein, bei denen dann auch jeweils eine Höhlenkönigin
gekürt wurde und die dann ein Fest lang im größten Raum der Höhle sitzen durfte, dem sog.
Thronsaal. Wer kann schon behaupten, einmal auf einem Thron 47 aus Buntsandstein 47 m
unter der Erde gesessen zu haben!

 Buntsandstein,dram, kasaan media, 2020 Höhlenwände, dram, kasaan media, 2020  Moosbildung bei Lichtquellen,dram, 2020 Nischenbildung, dram, kasaan media, 2020  Thronsaal (1), dram, kasaan media, 2020  Thronsaal Decke, dram, kasaan media, 2020

Themenverwandte Artikel

Römische Monumente in Trier – Deutschland

the kasaan times

Tatort Ötztaler Alpen

the kasaan times

Nazi – Goldschatz im Weinkeller

the kasaan times

Hinterlasse einen Kommentar

*