Scammer Alarm

Die Erbschaftsmasche von Thomas Besson

Titelbild: Thomas Besson Scam, ki, 2026

Achtung vor der neuen Erbschaftsmasche: „39,5 Millionen Pfund aus London“ landen in deutschen Postfächern


Wieder taucht eine E-Mail auf, die auf den ersten Blick seriös wirkt, im Kleingedruckten aber eine alte Betrugsmasche bedient. Unter dem Betreff einer dringenden und profitablen Geschäftsgelegenheit meldet sich ein angeblicher Banker namens Thomas Besson.

Er gebe sich als Head of Equities Market Risk bei BNP Paribas Fortis UK aus und wolle einen nicht beanspruchten Betrag in Höhe von 39,5 Millionen Britischen Pfund retten. Empfänger der Mail ist die Redaktionsadresse der Kasaan Times.

In seinem Schreiben erzählt Besson die Geschichte eines amerikanischen Geschäftsmanns, Roger Ian Wright, der angeblich am 23. Mai 2009 zusammen mit seiner Frau und seinen beiden Kindern bei einem Flugzeugabsturz in Trancoso im brasilianischen Bundesstaat Bahia ums Leben gekommen sei. Der Verstorbene habe bei der Bank des Absenders ein hohes Vermögen hinterlegt, jedoch keine Erben angegeben. Da nach britischem Recht unbeanspruchtes Vermögen nach 17 Jahren an den Staat falle, suche man nun dringend eine Person, die sich als nächster Angehöriger ausgeben könne. Im Gegenzug werde die Hälfte der Summe, also knapp 19,75 Millionen Pfund, als „Entschädigung für die Hilfe“ versprochen. Um das Verfahren einzuleiten, bittet der Absender um die Übermittlung des vollständigen Namens, der privaten Telefonnummer, der Wohnadresse, des Berufs und des Alters.

Die Masche folgt einem Muster, das Sicherheitsbehörden seit Jahren als „Advance-Fee-Fraud“ oder Erbschaftsbetrug kennen. Zunächst wird mit einer großen Summe und einer emotionalen Geschichte Vertrauen aufgebaut. In einem zweiten Schritt werden persönliche Daten abgefragt. Sobald der Kontakt einmal besteht, folgen erfahrungsgemäß Forderungen nach Zahlungen für angebliche Anwaltskosten, Steuern, Gebühren oder Dokumente, die für die Freigabe des Geldes notwendig seien. Das versprochene Vermögen existiert nicht, die geforderten Vorauszahlungen aber sehr wohl.

Auch die Details der aktuellen Mail halten einer Überprüfung nicht stand. Eine Suche nach dem angeblichen Unfall eines „Roger Ian Wright“ mit einer King Air 350 in Trancoso im Jahr 2009 führt zu keinem belastbaren Ergebnis in seriösen Archiven. Der in der Mail angegebene Link zur Times lässt sich nicht eindeutig zuordnen und wirkt wie ein Platzhalter, um Seriosität vorzutäuschen. Zudem ist die Absenderadresse szlift@sise.org.cn nicht mit der Mail identisch und hat mit BNP Paribas nichts zu tun. Die Bank BNP Paribas tritt in Großbritannien zudem nicht unter dem Namen BNP Paribas Fortis auf, sondern schlicht als BNP Paribas. Dass ein leitender Risikomanager einer Großbank eine solche Anfrage über eine unsichere E-Mail an eine fremde Redaktion verschickt, widerspricht allen Compliance-Regeln des Bankensektors.

Juristisch ist die Darstellung ebenfalls falsch. Banken geben Erbschaften nicht auf Zuruf an Dritte heraus. Wenn keine Erben bekannt sind, greifen gesetzliche Nachlassverfahren, die über Gerichte und Behörden laufen und nicht über eine private Vereinbarung per E-Mail. Kein Geldinstitut würde vertrauliche Kundendaten an eine unbekannte Person weitergeben und schon gar nicht die Auszahlung von Millionenbeträgen ohne gerichtliche Nachweise veranlassen.

Verbraucherschützer raten deshalb zu äußerster Vorsicht. Wer eine solche Nachricht erhält, sollte nicht antworten, keine persönlichen Daten preisgeben und auf keinen Fall auf Links klicken. Die E-Mail kann bedenkenlos gelöscht und als Spam markiert werden. Wer unsicher ist, kann sich an die Verbraucherzentrale oder an die Internetwache der Polizei wenden. Auch Banken bieten auf ihren Webseiten Hinweise zu Phishing und Betrugsversuchen an.

Die Kasaan Times warnt ausdrücklich davor, auf diese und ähnliche Nachrichten zu reagieren. Seriöse Institutionen werden niemals unaufgefordert per E-Mail nach sensiblen persönlichen Daten fragen oder die Auszahlung großer Summen über inoffizielle Wege anbieten. Wer das Prinzip kennt, erkennt die Absicht schnell. Am Ende geht es den Absendern nicht um eine Erbschaft, sondern darum, an Daten und im nächsten Schritt an Geld zu kommen.

Haben auch Sie eine solche Mail erhalten? Die Redaktion der Kasaan Times nimmt Hinweise und Beispiele unter info@thekasaantimes.de entgegen. Wir prüfen die Fälle und berichten, um andere Leser zu schützen.

Hier die Originalmail: Greetings My Good Friend, I wish to introduce myself. I am Thomas Besson, a British citizen, and I work as the Head of Equities Market Risk at BNP Paribas Fortis UK I am pleased to send you an urgent and profitable business proposal, which, once finalized, I believe will benefit both of us. I have contacted you after careful consideration to see if you can handle this business transaction, which I will explain below. The sum of 39,500,000 GBP (thirty-nine million five hundred thousand pounds sterling) is unclaimed at my bank, as all efforts to contact the next of kin of our client, who deposited the money, have failed. This client is Mr. Roger Lan Wright, an American businessman and founder of an investment firm based in São Paulo. On May 23, 2009, Mr. Roger Ian Wright, his wife, and their two children died in a King Air 350 plane crash in the seaside resort of Trancoso, Bahia. You can visit the link below for more information:

British businessman killed in Brazil air crash

A British-born businessman and nine members of his family were among 14 people killed when their light aircraft crashed near an exclusive holiday resort in Brazil. Roger Ian Wright, a Brazilian

All attempts to locate his next of kin were unsuccessful. My position in my office requires me to investigate and provide information on next of kin. Therefore, I conducted further investigations and discovered that Mr. Roger Ian Wright did not declare any next of kin or relatives on all of his official documents, including the documentation for his bank deposit at my bank. Under British law, money will revert to the British government after 17 years if no one requests its reimbursement. To prevent this from happening, I have decided to request your assistance in presenting yourself as his next of kin, so that the funds (£39,500,000.00) will be released in your name as his next of kin and credited to your account. All documents and receipts that will allow you to claim this fund without any problems will be sent to you once you reply to this email. I intend to deliver 50% of the total funds, which amount to £19,750,000.00, as compensation for your assistance. If you are interested, I will notify you of the full transaction status upon receiving your response and will send you the details and procedures necessary to complete the transfer. Are you interested? Please send me the following information: 1. Full name 2. Private telephone number 3. Current residential address 4. Occupation 5. Age I would appreciate your prompt response. Sincerely, Mr Thomas Besson

Themenverwandte Artikel

Scammer verkaufen erbeutete Daten

the kasaan times

Roy Kessier and his IMF Outlook Account

the kasaan times

Sie ist wieder da- Mrs. Kristalina Georgieva

the kasaan times

Betrugsmasche mit Paypal

the kasaan times

In diesem Fall macht Commerzbank „herzkrank“

the kasaan times

Ein völliger Spinner-Sextortion

the kasaan times

Die Jagd auf Jessa Jane Lugagay (Teil 1)

the kasaan times

Warnung vor der 089839311818

the kasaan times

Abzocke von Touristen in Italien

the kasaan times

Bub, was hast Du gekauft?- Whatsapp-Betrug-eine alte, neue Masche

the kasaan times

Nach Jahren kommt der Scammer wieder- Opfer kommen nie mehr zur Ruhe

the kasaan times

Gratis-Spenden der „Föderation des Don“

the kasaan times

Hinterlasse einen Kommentar

*