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Auch in Albanien und Italien kommt es zu Ausschreitungen

Titelbild: Mirrow now/YouTube VideovorschauShot

Auch in Albanien und Italien kommt es zu Ausschreitungen

In Albanien und Italien bestimmen derzeit landesweite Proteste die politische Lage, die sich gegen die jeweiligen Regierungen, hohe Lebenshaltungskosten und wahrgenommene Missstände richten und in beiden Ländern bereits zu gewaltsamen Zusammenstößen geführt haben.

In Tirana gehen seit Mitte Oktober anhaltende Demonstrationen gegen Premierminister Edi Rama weiter. Auslöser war ursprünglich ein umstrittenes Luxus-Resort-Projekt an der albanischen Küste, das mit der Familie von Donald Trump in Verbindung gebracht wird und in einem ökologisch sensiblen Gebiet entstehen soll. Daraus hat sich eine breitere Bewegung entwickelt, die Korruption, die gestiegenen Lebenshaltungskosten und die schlechten Bedingungen an Universitäten und Schulen anprangert. Viele der Teilnehmer sind Studierende und junge Menschen, die den Rücktritt Ramas fordern. Am Wochenende eskalierten die Proteste erneut. Die Polizei setzte Tränengas, Wasserwerfer und teilweise Gummigeschosse ein, während Demonstranten Steine, Feuerwerkskörper und Molotowcocktails warfen, Regierungsgebäude angriffen und Barrikaden errichteten. Es gab Hunderte Verletzte auf beiden Seiten und zahlreiche Festnahmen.
Die lokale Presse in Albanien berichtet ausführlich von den Verletzten, den Angriffen auf öffentliche Gebäude und den Einsätzen der Sicherheitskräfte in der Innenstadt. Rama macht ausländische Akteure, darunter Russland und Iran, für die Gewalt und für gezielte Desinformation verantwortlich und lehnt einen Rücktritt ab. Weitere Proteste sind für den Sonntag angekündigt.



Auch in Italien finden derzeit Demonstrationen in mehreren großen Städten statt. Sie richten sich gegen die steigenden Lebenshaltungskosten, Aufrüstung und die Regierung von Giorgia Meloni.
Am vergangenen Wochenende waren in Mailand und anderen Orten gewaltsame Ausschreitungen mit Plünderungen und Zusammenstößen mit der Polizei zu verzeichnen. Am Samstag gingen erneut Tausende Menschen auf die Straße, unter anderem in Mailand, Rom, Turin, Bologna und Florenz. Die Behörden hatten im Vorfeld massiv Polizei und zusätzliche Soldaten mobilisiert und präventive Kontrollen durchgeführt.
Während die Lage in Mailand weitgehend friedlich blieb, kam es in Turin, Rom und Bologna zu Zusammenstößen. Hunderte Personen wurden vorübergehend festgenommen oder identifiziert, darunter viele Minderjährige.
Die italienische Presse berichtet von den umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen, den Festnahmen und einzelnen Vorfällen wie dem Eindringen von Demonstranten ins Kolosseum in Rom. Die Regierung hat nach den Unruhen des Vorwochenendes ein verschärftes Sicherheitsdekret verabschiedet, das unter anderem erleichterte Maßnahmen gegen Minderjährige und eine Haftung der Eltern vorsieht.



In beiden Ländern sind es vor allem junge Menschen und Studierende, die die Proteste tragen. Während die Unruhen in Albanien derzeit länger anhalten und deutlich gewaltsamer verlaufen, bleiben die Demonstrationen in Italien bisher stärker von den Sicherheitsmaßnahmen der Regierung geprägt. In beiden Fällen steht die Frage im Raum, wie weit die Proteste noch eskalieren und ob die Regierungen bereit sind, auf die Forderungen einzugehen.

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