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Weiterer Toter durch Malaria in Frankfurt

Anophelesfliege bei Blutmahlzeit, Public Domain

Malaria am Flughafen Frankfurt – Acht Fälle, zwei Tote und die Frage wie fängt das an

Was wie eine Tropenkrankheit klingt, ist jetzt in Frankfurt angekommen. Im Umfeld des Frankfurter Flughafens sind in diesem Jahr acht Menschen an Malaria erkrankt. Im Juli und August traf es sechs Mitarbeiter des Flughafens, zwei von ihnen sind gestorben. Jetzt hat das Gesundheitsamt zwei weitere Fälle gemeldet, zwei Anwohner aus Schwanheim, fünf Kilometer vom Airport entfernt. Beide waren nicht im Ausland und arbeiten nicht am Flughafen.


Die Behörden sprechen von Flughafen-Malaria. Gemeint ist damit, dass eine infizierte Mücke aus einem Malariagebiet mit dem Flugzeug eingeschleppt wird und dann hier Menschen sticht. Anopheles-Mücken können bis zu zehn Kilometer fliegen oder in Bussen und Autos mitfahren.

Wie fängt Malaria an? Auslöser ist ein einzelliger Parasit namens Plasmodium, hier in Frankfurt der gefährlichste Typ Plasmodium falciparum. Der Ablauf ist immer gleich. Eine infizierte weibliche Anopheles-Mücke sticht und spritzt mit ihrem Speichel die Erreger in die Haut. Die Erreger wandern über das Blut zuerst in die Leber, dort vermehren sie sich unbemerkt für etwa eine Woche. Danach wechseln sie in die roten Blutkörperchen. Dort platzen die Zellen in regelmäßigen Schüben auf, das löst das typische Muster aus.



Die ersten Symptome kommen deshalb erst sieben bis vierzehn Tage nach dem Stich und sehen aus wie eine Grippe. Hohes Fieber, oft mit Schüttelfrost, starke Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Bauchschmerzen und Durchfall. Weil das Fieber nicht immer sofort kommt, wird die Krankheit leicht übersehen, wenn niemand an Malaria denkt. Genau davor warnen jetzt das Frankfurter Gesundheitsamt und das Robert-Koch-Institut.

Für Frankfurt gibt das Amt Entwarnung und Vorsicht zugleich. Die Gefahr für die Bevölkerung sei sehr gering, weil unsere klimatischen Bedingungen für den Zyklus von Mücke und Erreger ungünstig sind und weil Malaria nicht von Mensch zu Mensch im Alltag übertragen wird. Gleichzeitig wurde das Mücken-Monitoring vom Flughafen auf Schwanheim ausgeweitet und die Hotline 069 21230030 eingerichtet, die laut Gesundheitsamt pro Stunde fünf bis zehn Anrufe bekommt. Empfohlen werden Mückenschutz durch Sprays mit Repellentien, lange bedeckende Kleidung abends und Fliegengitter vor den Fenstern.

Wer in den letzten Wochen Fieber entwickelt und sich am Flughafen oder in Schwanheim aufgehalten hat, soll sofort zum Arzt gehen und die mögliche Exposition erwähnen. Früh erkannt ist Malaria gut behandelbar, zu spät erkannt kann sie tödlich verlaufen, wie die zwei Todesfälle in diesem Sommer gezeigt haben.

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