Titelbild: Ella Dörrier, Polizei Berlin
In der Nacht vom 19. auf den 20. August 1990 wurde die 77-jährige Ella Dörrier in ihrem Haus im Otternweg 7 in Berlin-Frohnau brutal ermordet. Dieser tragische Cold Case beschäftigt das Landeskriminalamt Berlin und die Staatsanwaltschaft bis heute. Die Witwe lebte seit dem Tod ihres Mannes Walter im Jahr 1987 allein in der zweigeschossigen Villa an der Grenze zu Hermsdorf. Das kinderlose Paar hatte das Haus seit 1973 bewohnt.
Walter Dörrier war ein passionierter Sammler von Antiquitäten, sodass sich im Haushalt viele wertvolle Gegenstände befanden. Führt der Mord in das Umfeld der KoKo? Die Antiquitätenfirma der Stasi? Ella Dörrier wurde bei der Pflege des großen Anwesens von einer Haushaltshilfe und einem Gärtner unterstützt.
Mehrere Nachbarn hörten in jener Nacht gegen zwei Uhr morgens laute Schreie einer Frau, konnten diese aber keiner bestimmten Person zuordnen. Erst am Abend des 20. August wurde Ella Dörrier tot in ihrem Haus aufgefunden. Die Ermittlungen ergaben Hinweise auf einen möglichen Einbruch: An der Rückseite des Gebäudes war ein Kellerfenster geöffnet und ein Gitterstab entfernt worden. Es fehlten mehrere Schmuckstücke, darunter eine besonders auffällige Brosche aus Gelbgold mit Brillanten und Perlen, in deren Mitte eine markante Biberperle hing.
Biberperle, Polizei Berlin
Dennoch blieben zahlreiche wertvolle Antiquitäten, Bargeld und andere leicht transportierbare Gegenstände unberührt zurück. Ella Dörrier wurde unbekleidet aufgefunden, ein sexueller Übergriff konnte jedoch nicht festgestellt werden. Diese Ungereimtheiten ließen die Ermittler schnell an einem reinen Raubmord zweifeln und deuteten eher auf eine persönliche Beziehungstat hin, bei der der Einbruch möglicherweise nur vorgetäuscht wurde.
Die Staatsanwaltschaft Berlin und das Landeskriminalamt Berlin wenden sich weiterhin mit konkreten Fragen an die Öffentlichkeit, um den Fall endlich aufzuklären. Sie fragen insbesondere: Wer kennt Angehörige von Ella Dörrier, geborene Manthee, die bisher noch nicht von der Polizei befragt wurden, vor allem in Brandenburg, möglicherweise im Raum Wriezen? Wer hat in der Nacht vom 19. auf den 20. August 1990 verdächtige Beobachtungen – Personen oder Fahrzeuge – rund um das Haus im Otternweg gemacht? Sind im Vorfeld der Tat Personen oder Fahrzeuge vor dem Anwesen aufgefallen, die mit der Tat in Verbindung stehen könnten? Wem wurde der gestohlene Schmuck, insbesondere die auffällige Brosche mit der Biberperle, in den folgenden Jahren zum Kauf oder Verkauf angeboten? Gibt es Personen, denen gegenüber sich jemand im Laufe der Jahre mit Täterwissen anvertraut hat? Wer kannte Ella Dörrier persönlich und kann ergänzende Hinweise zu ihrem Umfeld, früheren Konflikten oder dem entlassenen Gärtner geben? Und schließlich: Gibt es Kenntnisse über ähnliche Einbrüche in der Gegend, bei denen Fenstergitterstäbe entfernt wurden?
Trotz der Ausstrahlung des Falls in „Aktenzeichen XY… ungelöst“ im Januar 2024 und eingegangener Hinweise, darunter von einem entfernten Verwandten, bleibt der Mord ungeklärt.
Die Ermittler schließen eine Beziehungstat oder eine Tat aus dem persönlichen Umfeld nicht aus und hoffen auf den entscheidenden Tipp, der nach über 35 Jahren endlich Klarheit bringen könnte.
Hinweise nimmt das Landeskriminalamt Berlin entgegen:
Telefon: +4930 4664911911 (auch vertraulich möglich)
E-Mail: lka11-se-hinweis@polizei.berlin.de
Zusätzlich kann jede andere Polizeidienststelle oder die Internetwache der Polizei Berlin kontaktiert werden. Jeder Hinweis, auch der kleinste, kann entscheidend sein.
