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Hantavirus-Schiff MV Hondius auf Teneriffa angekommen

Der Ausbruch des Hantavirus auf Teneriffa und das betroffene Kreuzfahrtschiff MV Hondius stellen derzeit ein internationales Gesundheitsthema dar, das die Kanarischen Inseln und viele Länder weltweit beschäftigt. Im Frühjahr 2026 kam es auf dem niederländisch-flaggigen Expeditionskreuzfahrtschiff MV Hondius zu einer Infektionskette mit dem Andes-Stamm des Hantavirus, einer seltenen und besonders ernstzunehmenden Variante dieses Erregers.


Das Schiff hatte Anfang April 2026 Ushuaia in Argentinien verlassen und war auf einer Route unterwegs, die unter anderem durch die Antarktis, Südgeorgien und verschiedene entlegene Atlantikinseln führte. Die Infektionen lassen sich offenbar auf den Kontakt mit Nagetieren oder kontaminierten Umgebungen zurückführen – möglicherweise bei einem Landgang in der Nähe eines Müllplatzes bei Ushuaia, wo ein niederländisches Paar, darunter ein Ornithologe, betroffen war.

Der Andes-Stamm des Hantavirus ist besonders heikel, weil er im Gegensatz zu den meisten anderen Varianten auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann, vor allem bei engem Kontakt.


Bis Anfang Mai 2026 waren insgesamt acht Fälle bestätigt, darunter drei Todesfälle. Die Erkrankten litten unter schweren Symptomen wie Fieber, Atemproblemen und in manchen Fällen Nierenversagen, was typisch für hämorrhagisches Fieber mit renalem Syndrom oder das hantavirusbedingte Lungen-Syndrom ist.

Mehrere Passagiere mussten medizinisch evakuiert werden, unter anderem nach Südafrika und in die Niederlande. Viele weitere Personen, die früher von Bord gegangen waren – etwa auf St. Helena –, werden international nachverfolgt und auf Symptome beobachtet. Einige zusätzliche Verdachtsfälle tauchten in Spanien und auf entlegenen Inseln auf, was die Behörden zu umfangreichen Kontaktverfolgungen veranlasste.

Das Schiff mit den verbliebenen rund 140 bis 150 Passagieren und Crewmitgliedern aus zahlreichen Ländern steuerte zunächst Kap Verde an, durfte dort aber nicht anlegen. Schließlich genehmigte Spanien die Ankunft auf Teneriffa, wo die Evakuierung in den frühen Morgenstunden des 10. Mai 2026 im Industriehafen von Granadilla geplant war.



Die Operation wurde streng kontrolliert: Passagiere sollten in versiegelten Fahrzeugen über abgesperrte Korridore zu bereitstehenden Rückführungsflügen gebracht werden, weit entfernt von Wohngebieten. Die WHO und spanische Behörden betonten, dass derzeit keine symptomatischen Fälle mehr an Bord seien und das Risiko für die lokale Bevölkerung als gering eingestuft werde. Dennoch löste die Ankündigung auf Teneriffa Besorgnis und Proteste aus.

Viele Einheimische erinnerten sich an die Covid-19-Pandemie, als Teneriffa früh betroffen war und Quarantänen zahlreiche Touristen und Bewohner trafen.

Hafenarbeiter und Anwohner demonstrierten gegen die Ankunft des Schiffes und forderten strengste Sicherheitsmaßnahmen.



Der WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus wandte sich persönlich in einer Botschaft an die Bevölkerung von Teneriffa, um Ängste zu zerstreuen. Er beschrieb das Virus als ernst, würdigte die Verluste und versicherte zugleich, dass der Alltagsrisiko für die Inselbewohner niedrig bleibe – eine Einschätzung, die nicht leichtfertig getroffen werde. Medizinische Teams, Schutzausrüstung und ein WHO-Experte an Bord unterstützten die Vorbereitungen.

Hantaviren werden normalerweise durch Einatmen von virushaltigem Staub aus Nagetierkot, Urin oder Speichel übertragen. Die Inkubationszeit kann bis zu mehreren Wochen betragen, was die Nachverfolgung erschwert. Es gibt keine spezifische Behandlung oder Impfung, lediglich supportive Therapie. Der Andes-Stamm macht den Ausbruch besonders aufmerksamkeitswürdig, da er menschliche Übertragung ermöglicht, doch die bisherigen Daten deuten nicht auf eine unkontrollierte Ausbreitung hin. Länder wie die USA, Großbritannien, Deutschland, die Niederlande und weitere schickten Charterflüge oder bereiteten Quarantänemaßnahmen vor, um ihre Staatsbürger abzuholen.

Die Ereignisse rund um Teneriffa zeigen einmal mehr, wie schnell ein lokaler Ausbruch in einer globalisierten Welt internationale Aufmerksamkeit erregt. Während die Behörden eine militärisch anmutende, hochpräzise Evakuierungsaktion durchführen und das Wetterfenster nutzen müssen, bevor schlechtere Bedingungen eintreten, bleibt die Lage angespannt, aber kontrolliert. Für die Bewohner Teneriffas bedeutet dies eine kurze Phase erhöhter Vorsicht, für die Passagiere des Hondius das Ende einer tragischen Reise und für die Weltgesundheitsorganisation eine weitere Bewährungsprobe in der Überwachung seltener, aber potenziell gefährlicher Erreger. Die Situation wird weiter engmaschig beobachtet, mit Fokus auf Symptombeginn bei Kontaktpersonen in den kommenden Wochen.


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