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Warum wird Trump nicht zu Epstein befragt?

Titelbild KI-/kasaan media,2026

Die Diskussion um die sogenannten Epstein-Akten im Zusammenhang mit Donald Trump hat im Februar 2026 massiv an Fahrt aufgenommen, nachdem das US-Justizministerium unter Trumps Präsidentschaft große Mengen an Dokumenten freigegeben hat – offiziell fast 3,5 Millionen Seiten, inklusive Tausender Videos und Bilder.

 

Trump hatte im Wahlkampf 2024 und nach seiner Wiederwahl mehrfach versprochen, die vollständigen Akten zu Jeffrey Epstein transparent zu machen, und unterzeichnete im November 2025 den „Epstein Files Transparency Act“, der das Justizministerium verpflichtete, fast alle unklassifizierten Unterlagen zu Epstein, Ghislaine Maxwell, Fluglisten und beteiligten Personen offenzulegen.

Ende Januar 2026 erfolgte dann die große Veröffentlichungswelle, die das Ministerium als vollständige Erfüllung des Gesetzes darstellte. Prominente Namen wie Bill Gates oder Andrew Mountbatten-Windsor tauchten darin auf, oft ohne Schwärzungen bei Politikern oder bekannten Personen, wie das Ministerium betonte. Gleichzeitig wurden viele sensible Opferdaten zunächst nur unzureichend oder gar nicht geschwärzt, was zu massiver Kritik von Betroffenen führte, deren Namen und Fotos teilweise öffentlich wurden und ihr Leben gefährdeten.

Genau hier setzt der Vorwurf ein, dass die Akten „gesäubert“ wurden. Mehrere seriöse US-Medien wie NPR, New York Times und CNN berichten übereinstimmend, dass Dutzende Seiten – nach NPR-Analyse mindestens 50 bis 53 Seiten – fehlen, die speziell mit Vorwürfen gegen Trump in Verbindung stehen. Konkret geht es um FBI-Vernehmungsprotokolle und Zusammenfassungen aus dem Jahr 2019, als eine Frau nach Epsteins Verhaftung aussagte, sie sei als Minderjährige in den 1980er-Jahren sowohl von Epstein als auch von Trump sexuell missbraucht worden. Von vier dokumentierten FBI-Interviews mit ihr wurde nur eines, das sich hauptsächlich auf Epstein bezog,  veröffentlicht, die anderen drei fehlen komplett im öffentlichen Archiv. Seriennummern und Indizes zeigen Lücken, einige Dokumente scheinen aus der Datenbank entfernt oder von vornherein zurückgehalten worden zu sein.

Demokraten im Kongress, darunter Abgeordnete wie Robert Garcia und Jamie Raskin, werfen dem Justizministerium unter Attorney General Pam Bondi, einer ehemaligen Trump-Anwältin,  vor, gezielt zu vertuschen. Sie fordern Erklärungen, warum genau diese Trump betreffenden Teile fehlen, obwohl das Gesetz eine nahezu vollständige Offenlegung verlangt. Das Ministerium weist alle Vorwürfe zurück und erklärt, nichts sei gelöscht worden – es handle sich nur um Duplikate, privilegierte Materialien oder Teile laufender Ermittlungen. Man habe zudem alles veröffentlicht, was responsive sei, und betont, dass sensationelle oder unwahre Anschuldigungen gegen Trump, teilweise aus der Wahlkampfzeit 2020, enthalten seien, die ohne Beweiswert blieben.

Kritiker sehen darin eine klassische Säuberung. Die Akten wurden zwar in riesigem Umfang freigegeben, aber genau die heikelsten Passagen zu Trump selbst scheinen systematisch herausgefiltert oder gar nicht erst hochgeladen worden zu sein. Deutsche Medien wie Tagesschau, ZDF, Spiegel, Zeit und Tagesspiegel greifen die Berichte auf und sprechen von Rätseln um fehlende Trump-Akten, bewusster Zurückhaltung oder gar Vertuschungsskandal. Das Justizministerium kontert, es habe nichts gezielt verborgen, und verweist auf die immense Menge veröffentlichter Materialien
Es bleibt der Eindruck, dass die Transparenzversprechen von Trump zwar eingelöst wurden – in einem sehr umfangreichen, aber selektiven Maße. Die wirklich brisanten, persönlich belastenden Dokumente zu ihm selbst fehlen oder sind so stark reduziert, dass der Verdacht einer gezielten „Säuberung“ oder zumindest einer sehr sorgfältigen Auswahl im Raum steht. Ob das rechtlich haltbar ist oder politisch motiviert, wird derzeit von Kongressausschüssen und Medien weiter untersucht, während die Debatte über die Glaubwürdigkeit der Freigabe immer hitziger wird.

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