USA

Es wird Zeit für einen Boykott von US-Produkten in Europa

In Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern hat sich seit Anfang 2025 eine spürbare Bewegung entwickelt, amerikanische Produkte bewusst zu meiden – vor allem als Protest gegen die Handelspolitik, die Zollmaßnahmen und die außenpolitischen Entscheidungen der Trump-Administration.

Viele Verbraucher sehen darin eine Möglichkeit, ein klares Signal zu setzen, ohne auf Wahlen in den USA warten zu müssen.

Die Idee ist einfach.

Statt US-Marken zu kaufen, greifen Menschen verstärkt zu europäischen oder lokalen Alternativen, um die eigene Wirtschaft zu stärken und gleichzeitig Druck auf amerikanische Unternehmen auszuüben.

Besonders häufig genannt und boykottiert werden Marken wie Coca-Cola und Pepsi, die in vielen Haushalten durch Fritz-Kola, Afri-Cola oder andere europäische Colas ersetzt werden. Heinz Ketchup landet oft nicht mehr im Einkaufswagen, stattdessen greifen viele zu Marken wie Felix, Maggi oder selbstgemachten Varianten. Chips von Lay’s und Pringles weichen Produkten von Lorenz, Chio oder Funny-Frisch.

Bei Süßigkeiten und Frühstückscerealien meiden Boykottierer M&M’s, Kellogg’s oder Snickers und wählen stattdessen Ritter Sport, Haribo, Knoppers, Toffifee oder Lindt.

Starbucks verliert Kundschaft an lokale Cafés oder Ketten wie Balzac Coffee oder einfach an den klassischen Bäcker um die Ecke.

Im Technik- und Dienstleistungsbereich steht Tesla ganz oben auf vielen Listen, nicht zuletzt wegen der engen Verbindung von Elon Musk zur Trump-Regierung – hier wechseln Käufer oft zu VW, BMW, Mercedes oder anderen europäischen E-Auto-Herstellern. Amazon wird durch Zalando, Otto, Galaxus oder lokale Buchhandlungen ersetzt, Netflix durch die ARD/ZDF-Mediathek, Joyn oder Sky.

Nike und New Balance verlieren gegenüber Adidas, Puma oder europäischen Schuhmarken. Drogerie- und Pflegeprodukte von Procter & Gamble (Ariel, Lenor, Pampers, Gillette, Oral-B, Always, Head & Shoulders, Blend-a-med) oder Colgate-Palmolive stoßen auf Ablehnung, Alternativen sind Persil, Frosch, Weleda, Alverde oder dm-eigene Marken.

Auch Fast Food wie McDonald’s oder Burger King wird seltener besucht, stattdessen bevorzugen viele Döner, regionale Imbisse oder eigene Küche. In Supermärkten sieht man in manchen Regionen sogar US-Produkte absichtlich verkehrt herum ins Regal gestellt – ein kleiner, aber sichtbarer Protest.

Natürlich ist ein solcher Boykott nicht immer einfach umzusetzen, weil viele US-Konzerne Produktionsstätten in Europa haben und Arbeitsplätze hier sichern. Gillette-Klingen werden teilweise in Berlin hergestellt, Zutaten bei McDonald’s kommen oft aus der Region. Dennoch fühlen sich viele Menschen durch diese bewusste Konsumentscheidung weniger ohnmächtig gegenüber den politischen Entwicklungen jenseits des Atlantiks.

Am Ende bleibt festzuhalten. Die Amerikaner selbst haben die Möglichkeit, durch Wahlen Einfluss auf ihre Regierung zu nehmen und Trump bei der nächsten Gelegenheit wieder abzuwählen – das ist der direkteste und wirksamste Weg, um Politik in den USA zu verändern. Als Europäer können wir nur mit unserem Portemonnaie sprechen und durch konsequente Entscheidungen beim Einkauf zeigen, dass wir die aktuelle Konfrontationspolitik ablehnen. Ob das langfristig große Effekte hat, hängt von der Breite der Bewegung ab, aber allein das Bewusstsein und die Diskussion darüber verändern bereits etwas.

 

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