Titelbild:Katzenbetrug, Screenshot, kasaan media,2026
Warnung vor dem aktuellen Boom der „Free Baby Monkeys“-Betrügereien auf Instagram & TikTok
Die Timeline ist voller süßer Baby-Affen-Videos, die mit Texten wie „free babies monkeys“ oder „still available for adoption“ werben.
Viele Nutzerinnen und Nutzer lassen sich davon sofort ansprechen und wollen zuschlagen. Doch in fast allen Fällen handelt es sich um einen klassischen Advance-Fee-Scam, bei dem Betrüger mit dem Versprechen eines kostenlosen Tieres locken, dann eine angebliche „kleine“ Versandgebühr verlangen und anschließend mit dem Geld verschwinden.

Angeblicher Affe, Foto von 2024 auf Facebook gestohlen, kasaan media, 2026
Vorher waren die Täter schon mit Katzen zugange, wie man anhand des Titelbildes sehen kann. Gleiche Nummer, gleiche Masche.
Ein echter Fall vom heutigen Tag zeigt, wie die Masche abläuft. Ein Instagram-Account namens @free.babies.monkeys veröffentlicht gestohlene Videos von Baby-Makaken, die häufig aus China stammen und an chinesischen Schriftzeichen wie „豫龙“ zu erkennen sind.
Sobald man anschreibt, fragt der Betrüger nach dem Standort. Gibt man „In Europe“ an, antwortet er prompt, man wisse doch, dass man Affen nicht nach Europa einführen dürfe. Kontert man mit „And free monkey never“, gibt er zu: „Yes mate“ und versucht herauszufinden, woher man komme – oft mit der Frage „Where are you from West Africa?“, weil viele dieser Betrüger selbst aus dieser Region operieren.
Zweifelt man weiter, beruhigt er mit Sätzen wie „You don’t have nothing to be worried about that ok“ und „We are dealing every day in this job“, um Professionalität vorzutäuschen. Kurz darauf kommt der eigentliche Köder: „Hello miss can you cover up the shipping fee“ oder „just have to pay just for delivery fee ok“. Fragt man nach, warum eine Gebühr fällig sei, lautet die Antwort meist „Am trying say you just have to pay just for delivery fee ok“. Damit ist das „free“ hinfällig – plötzlich soll eine Versand- oder Liefergebühr (meist 200 bis 500 Euro) über Cash App, Zelle, Apple Pay oder Gift Cards überwiesen werden.
Danach folgen weitere Forderungen für Tierarzt, Transportkiste, Versicherung oder Zollgebühren. Das Geld ist unwiderruflich weg, das Äffchen existiert nie.
Baby-Affen wie Makaken oder Kapuzineraffen kosten in der Realität zwischen 5.000 und 20.000 Euro und mehr. Ein echtes „free“-Angebot gibt es nicht. Der Begriff dient ausschließlich als emotionaler Köder, um Interessierte in die Falle zu locken. Der Better Business Bureau stuft „free pets“ zu den Top-Scams 2025/2026 ein.
Zudem ist der private Import von Primaten in die EU fast unmöglich. Alle Affenarten unterliegen dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES Appendix I/II) sowie der EU-Verordnung (EG) Nr. 338/97. Es sind Genehmigungen des Bundesamts für Naturschutz, Quarantäne und Nachweise artgerechter Haltung erforderlich. In Ländern wie Italien, den Niederlanden oder Großbritannien (ab April 2026 mit vollem Lizenzsystem) ist der Import nahezu ausgeschlossen. Behauptungen wie „Don’t worry about Europe rules“ sind daher reiner Unsinn und illegal.
Hinter vielen dieser Videos stecken sogenannte Fake-Rescues. Der SMACC-Report von 2024/2025 (aktualisiert) analysierte über 1.000 Links und stellte fest, dass 52 Prozent der Inhalte auf Instagram und Facebook landen. Tiere werden absichtlich in gefährliche Situationen gebracht, um gerettet zu wirken und Likes, Shares sowie Spenden oder Versandgebühren zu generieren. Viele Accounts operieren aus Uganda, Nigeria oder Ghana, oft mit VPN getarnt.
Die häufigste Masche ist die Shipping-Fee-Taktik: Zuerst wird nur eine kleine Gebühr verlangt, danach folgen immer neue Kosten. Viele Opfer verlieren Hunderte bis Tausende Euro, bevor sie den Betrug erkennen. Typische Warnsignale sind „free“- oder extrem günstige Angebote, der Wechsel zu WhatsApp mit US-Nummern (meist VOIP aus Afrika), holpriges Englisch („You don’t have nothing“, „Am trying say“), das Fehlen von Live-Video-Calls oder Vor-Ort-Besichtigungen, gefälschte Dokumente (z. B. manipulierte USDA-Lizenzen) sowie Druck wie „Hurry“, „Someone else waiting“ oder Aggression bei Zögern.
Um sich zu schützen, sollte man niemals zahlen, insbesondere nicht über irreversible Methoden. Solche Accounts auf Instagram sofort als Betrug melden und Screenshots anhängen. Bei WhatsApp die Nummer blocken und ebenfalls als Betrug melden. Den gesamten Chat-Verlauf screenshotten, um ihn bei Bedarf der Polizei oder Verbraucherzentrale vorzulegen. Seriöse Züchter erlauben Besuche und verfügen über TICA- oder CFA-Registrierung. Es lohnt sich, seriöse Accounts wie @aimeesanimalsanctuary zu folgen oder SMACC- und BBB-Reports zu lesen. Wer bereits Opfer geworden ist, sollte den Vorfall bei der Polizei (Onlinewache), der Verbraucherzentrale oder der Bank melden.
Gestohlene und wie in diesem Fall verfälschte Dokumente runden das Bild ab.

Hundezüchter – Nachweis offensichtlich gefälscht, vom Täter, kasaan media, 2026
Dazu kommt ein Führerschein aus Illinois, sinnfrei und offensichtlich auch verfälscht, kasaan media, 2026

Hinter jedem „free baby monkey“ steckt in der Regel Tierquälerei, Identitätsdiebstahl und reine Geldgier. Der Scam ist aktuell massiv im Umlauf – 2026 ist der Trend klar: Fake-Rescues kombiniert mit Shipping-Fee-Forderungen. Bleiben Sie skeptisch, prüfen Sie jedes Angebot genau und warnen Sie Ihre Timeline.
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