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Deutsche Industrie fordert Zustimmung zu europäischem Gas-Notfallplan

Titelbild: Lubmin, Deutschland
EDOUARD MERLO AFP
Ein Foto vom 20. Juli 2022 zeigt Rohrsysteme in der Industrieanlage der Ostseepipeline Nord Stream 1 bei Lubmin im Nordosten Deutschlands. Die deutsche Regierung beschuldigte Russland am 20. Juli, das Fehlen einer Turbine als Vorwand zu nutzen, um die Gaslieferungen über eine wichtige Pipeline, die diese Woche wieder in Betrieb genommen werden soll, einzuschränken. Der staatliche russische Energieriese Gazprom hat in den letzten Wochen die Gaslieferungen über Nord Stream 1 nach Deutschland um etwa 60 Prozent reduziert und dies mit dem Ausfall einer Siemens-Gasturbine begründet, die in Kanada repariert wurde. (Foto von Edouard MERLO / AFP)

Berlin, Deutschland

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat die europäischen Energieminister bei ihren Beratungen über einen europäischen Gas-Notfallplan am Dienstag zur Zustimmung aufgefordert. „Der EU-Notfallplan ist ein wichtiger Schritt für europäische Solidarität“, erklärte Wolfgang Niedermark von der BDI-Hauptgeschäftsführung am Dienstag. Auf Deutschland und Europa komme ein „langfristig andauernder Gasmangel zu“; Unternehmen, staatliche Institutionen und Verbraucher müssten „Energie sparen, wo es nur geht“.

Der Gas-Notfallplan der EU sieht vor, dass alle Mitgliedsländer bis Ende März jeweils 15 Prozent an Gas einsparen sollen. An den Beratungen der EU-Energieminister am Dienstag in Brüssel nimmt auch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) teil.

„Die akute Energiekrise lässt sich nur gemeinsam europäisch lösen“, betonte Niedermark vom BDI. Für Deutschland bedeute dies, selbst „so viel Energie bereitzustellen wie möglich“, und zwar „aus allen verfügbaren Quellen“. Dies wäre auch ein „wichtiges Signal zur Dämpfung der immer weiter steigenden Energiepreise“.

Auch der Chef der Deutschen Energie-Agentur (dena), Andreas Kuhlmann, lobte im Bayerischen Rundfunk den Gas-Notfallplan der EU. „Die Initiative ist sehr begrüßenswert, weil hier doch auch erstmals im Zweifel verpflichtende Maßnahmen ins Blickfeld genommen werden“, sagte er. Alle Länder seien von dem „perfiden Wirtschaftskrieg“ Russlands betroffen. Es sei „gute Tradition in der EU, dass man sich entsprechend aushilft“.

fho/ilo

© Agence France-Presse

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