Ukraine

Kriegstelegramm LXXXVIII. Illusionen

Titelbild: KONSTANTIN MIHALCHEVSKIY SputnikSputnik via AFP Achtung, dieses Bild stammt von der russischen Agentur Sputnik

In dem Fantasiestaat Volksrepublik Donezk wurden zwei Briten von einem Gericht zum Tode verurteilt. Es handelt sich um Aiden Aislin und Shaun Pinner, die für schuldig befunden wurden, an Kriegsverbrechen beteiligt zu sein.

Das Urteil, auch gegen den ebenfalls zum Tode verurteilten Marokkaner Saadum Brahim, stand von vornherein fest und fand vor einem Femegericht des nicht existierenden Staates statt. 

Es erinnert an die Freisler-Urteile des Volksgerichtshofes, die in Windeseile gegen die angeblichen Verschwörer des 20. Julis gefällt wurden.

Eine Hinrichtung wäre in diesem Zusammenhang Mord und ein schweres Kriegsverbrechen. Unabhängige Beobachter seien nicht vor Ort gewesen.  

Alle drei wurden im Zusammenhang mit der Gefangennahme im Sinne der Kriegsgefangenschaft nach der Genfer Konvention aus dem Stahlwerk in Mariupol geholt. Das Femegericht will mit dem Urteil ausländische Kombattanten abschrecken, für die Ukraine zu kämpfen. Es ist eine maximale Demütigung der Genfer Konvention.

Polens Duda rügt den Bundeskanzler und den französischen Präsidenten. Wer mit Hitler so geredet hätte, wie die beiden mit Putin, beschwerte sich der erzkonservative Duda öffentlich. 

Duda, der in der Kette der nächste sein dürfte, der sich mit russischen Truppen beschäftigen darf, verfolgt im eigenen Land eine Politik gegen LGBT’s und verkennt die Geschichte komplett. Von Rechtsstaat darf in Polen keine Rede mehr sein, aber Duda zeigt nach Paris und Berlin. Wie immer. 

Mittlerweile sind die Kriegsparteien Ukraine und Russland in einem absoluten Zermürbungskrieg angekommen, der von russischer Seite dadurch noch befeuert wird, dass die Kriegsgegner nun dazu übergehen, mit Raketen aufeinander zu schießen, die aus weiter Distanz, in diesem Zusammenhang wohl 2000 Kilometer, abgeschossen werden. Russland rückt im Donbass auf die Stadt Slowjansk vor. In Sjewjerodonesk kam es zu Häuserkämpfen.

Dieses Mal trifft es wieder die Zivilbevölkerung. Es ist eine blutige Schlacht ohne Ende geworden.  

An diesem Vormittag ist auch die in Russland gelegene Region Kursk von ukrainischer Seite angegriffen worden. Ob es Opfer oder Verletzte gab, ist unklar. 

Putins Regime begreift nicht, dass der Krieg auf russischen Boden ausgeweitet wird, weil Putin nicht seine Soldateska abzieht. 

Es geht nicht mehr darum, überhaupt über einen Frieden nachzudenken, sondern nur noch darüber, wie man den Krieg verlängern kann. Das gilt für alle Seiten.

Putin droht dem Westen erneut, keine Waffen an die ukrainische Führung in Kiew zu liefern, die Putin nicht gefallen. Er droht mit erheblichen Konsequenzen. Was er in seiner nebulösen Sprache damit meint, weiß niemand so genau.  

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