Afghanistan

Die Taliban haben nichts gehalten- außer das Versprechen auf Gewalt

Wazir Akbar Khan/Kabul, Foto kasaan media, 2016

Afghanistan ist nun mittlerweile mehr als vier Monate in den Händen der radikalislamistischen Taliban-Milizen, die das völlige Chaos, das sich nach dem zügigen Vormarsch auf Kabul entwickelte, nicht unter Kontrolle kriegen.

Die Taliban haben im Gegenteil wieder ein Ministerium für Tugend und Sitten eingeführt, das ein brutal hartes Vorgehen gegen jegliche Form der Opposition und Freiheit, die sich die Afghanen, insbesondere die Frauen, im Laufe der Jahre erworben hatten, unterdrückt.

Nicht nur in der Hauptstadt Kabul, sondern auch aus den Provinzen hört man von eklatanten Menschenrechtsverletzungen und regelrechten Folterorgien, die die Taliban in altbekannter Manier durchführen.

Dabei berufen sich die „Gotteskrieger“ auf die Scharia, das islamische Gesetz.

Dabei hätten sie an sich andere Probleme, die dringend zu klären wären, darunter eine völlig desolate Lebensmittelversorgung, eine fast nicht mehr existierende Infrastruktur, gleichermaßen die Problematik mit medizinischer Versorgung und dem Wiederaufbau des Landes, nachdem sie große Teile Afghanistans mit ihren Bombenanschlägen erneut zerstörten.

Die Zivilbevölkerung Afghanistans leidet in unaussprechlichen Maß.

Noch immer sind zahlreiche Ortskräfte, die die alliierte Administration beschäftigte, die fast 20 Jahre in Afghanistan für Ruhe und Ordnung sorgte, im Land und werden Repressalien ausgesetzt.

Auf den Straßen sieht man keine Frauen mehr, sondern nur noch Männer. Es herrscht ein Klima der Angst und das nicht das erste Mal. Noch immer sind neun Milliarden Dollar der afghanischen Regierung eingefroren – die Taliban patroullieren in Kriegsgerät der Amerikaner gegen ihr eigenes Volk und predigen Mildtätigkeit und hinterlassen ein weiteres Blutbad. Es ist fraglich, wie lange die Welt noch zusehen will, bei dem, was sich offenbart und schon in den 1990er Jahren offenbart hatte.

Die Situation in den von Hunger und Krankheiten bedrohten ländlichen Gebieten eskaliert weiter und es wird erwartet, dass man in den nächsten Monaten mit den ersten Hungertoten rechnen kann. Zudem löst die erneut ungeklärte Afghanistan-Frage eine weitere latente Flüchtlingskrise aus, die in diesen Zusammenhang Europa trifft.

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