Flora und Fauna

Lindenblüten – gut für Bienen und für den Menschen


Titelbild: blühender Ast einer Winterlinde, kasaan media, ram, 2026


Lindenblüten – gut für Bienen und für den Menschen

Man riecht sie oft schon, bevor man sie wahrnimmt. Wenn die kleinen Blüten der Linden voll erblühen, verströmen sie einen intensiven blumigen, süßen Duft, da sie sehr reich an ätherischen Ölen sind.

Die Hauptblütezeit ist jetzt, von Juni bis Juli. Linden gehören in Mitteleuropa zu den uralten heimischen Laubgehölzen. Sie sind vielerorts landschaftsprägend und sehr beliebte Straßen- und Parkbäume. Sie werden bis zu 30 m hoch und können 1000 Jahre alt werden. Der älteste Baum Deutschlands ist vermutlich eine Linde, die Große Linde in Schenklengsfeld im hessischen Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Sie wird auf ca. 1200 Jahre geschätzt.

Man unterscheidet die Sommer- und die Winterlinde. Sommerlinden (Tilia platyphyllos) haben größere Blätter und sind zahlreicher an Einzelblüten in den Blütenständen. Sie blühen meistens früher als Winterlinden (Tilia cordata). Vereinzelt findet man auch Silberlinden (Tilia tomentosa) mit – wie der Name schon sagt – silbrigen Blättern. Ursprünglich kommen letztere allerdings aus Südosteuropa oder Südwestasien.

Linden sind aufgrund ihres Nektars ein hervorragendes Insektennährgehölz.

Für die pharmazeutische Industrie oder Naturheilkunde sind alle Arten nützlich. Dabei ist die private Nutzung insbesondere die Gewinnung von Lindenblütentee zu nennen. Dieser kann sehr gut bei Erkältungskrankheiten eingesetzt werden, da er reizmildernd bei Husten und schweißtreibend bei Fieber wirkt.

Lindenblüten wirken zudem stresslindernd und fördern das Einschlafen. Gerade abends entfaltet ein Glas Lindenblütentee deshalb eine sehr wohltuende Wirkung. Was liegt also näher, als sich einen Vorrat an Lindenblütentee anzulegen – wenn man in der glücklichen Lage ist Lindenblüten abseits befahrener Straßen pflücken zu können.




Bild: Lindenblütentee hat eine goldbraune Farbe, er schmeckt wohltuend und duftet aromatisch. kasaan media, ram, 2026


Sind die Blüten voll aufgeblüht – man riecht es nicht nur, sondern hört es auch an dem Summen der angelockten Bienen und Hummeln – kann man die kompletten Blütenstände inklusive der flügenartigen Hochblätter abschneiden. Es empfiehlt sich danach, die abgeschnittenen Blüten in einem Salat- oder Pastasieb im Freien zu rütteln, weil so ganz einfach die kleineren Insekten rausfallen. Danach kann man alles an einem gut belüfteten warmen aber dunklen Ort trocknen.
In kochendem Wasser angesetzt, erhält man ein sowohl heilsames als auch sehr aromatisches Heißgetränk.

Alles in allem sind Linden also sehr wertvolle Gehölze. Bäume von prachtvollem Wuchs, wertvoll für Insekten und Menschen. Und, und das wird immer wichtiger, Linden sind auch interessante Bäume in Zeiten des Klimawandels, da sie Hitze relativ gut vertragen und aufgrund des großflächigen Laubes gute Schattenspender in Städten sind.

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