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Die Nordbrücke in Bonn, offiziell die Friedrich-Ebert-Brücke, ist seit dem 3. Juni 2026 ab 15 Uhr vollständig gesperrt.

 

Titelbild: Die Friedrich-Ebert-Brücke von Süden (2006)
Jan Arne Petersen – Eigenes Werk, Friedrich-Ebert-Brücke in Bonn, Panoramaanblick von Süden wikipedia 2.5

Die Nordbrücke in Bonn, offiziell die Friedrich-Ebert-Brücke, ist seit dem 3. Juni 2026 ab 15 Uhr vollständig gesperrt.



Diese wichtige Rheinquerung der A565 wurde aus Sicherheitsgründen vorsorglich für den gesamten Verkehr geschlossen – also nicht nur für Autos und Lkw, sondern auch für Radfahrer und Fußgänger. Die Sperrung betrifft nicht allein die Brücke selbst, sondern auch größere Abschnitte der A565 zwischen dem Autobahnkreuz Bonn-Nord und dem Dreieck Bonn-Nordost. Das bedeutet unter anderem, dass Überfahrten von der A59 aus Richtung Köln oder Königswinter auf die A565 in Richtung Koblenz nicht mehr möglich sind und Anschlussstellen wie Bonn-Beuel und Auerberg ebenfalls nicht angefahren werden können.


Der Grund für diese plötzliche Maßnahme sind strukturelle Schäden am Tragwerk, insbesondere an der linksrheinischen Vorlandbrücke. Bei aktuellen Brückenprüfungen wurden sich vergrößernde Risse und andere Probleme festgestellt, die eine sofortige Sicherung notwendig machten. Die Brücke stammt aus dem Jahr 1967 und ist täglich mit rund 100.000 Fahrzeugen stark belastet. Bereits zuvor hatte es Einschränkungen gegeben, darunter ein Fahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen seit Januar 2026, doch diese reichten nicht mehr aus, um weitere Schäden zu verhindern.

Die Autobahn GmbH betont, dass die bereits ergriffenen Maßnahmen wie Gewichtskontrollen nicht ausreichend waren.

Die Sperrung gilt bis auf Weiteres und ist unbefristet. In den nächsten zwei Wochen sollen umfassende weitere Untersuchungen Klarheit bringen, ob eine teilweise Wiederfreigabe möglich ist oder ob umfangreichere Sanierungs- oder sogar Neubaumaßnahmen erforderlich werden. Experten sprechen von einem komplexen Schadensbild, das teilweise mit „Multiorganversagen“ verglichen wird. Ein vollständiger Ersatzneubau war ohnehin langfristig geplant, wird aber nun deutlich beschleunigt – realistisch ist eine Fertigstellung allerdings nicht vor 2030.


Für die Region hat die Vollsperrung massive Auswirkungen. Pendler müssen weite Umwege über andere Rheinbrücken wie die Kennedybrücke oder die A4 in Kauf nehmen, was zu erheblichen Staus, längeren Fahrzeiten und Verkehrschaos führt. Die Fähre zwischen Niederkassel-Mondorf und Bonn-Graurheindorf wird stark frequentiert und dient als wichtige Ausweichroute. Die Stadt Bonn hat eine kommunale Task Force eingerichtet, die Umleitungen, Verstärkung des ÖPNV, Anpassungen für Rettungsdienste und weitere Maßnahmen wie temporäre Sperrungen innerstädtischer Straßen koordiniert. Auch Homeoffice-Regelungen für Beschäftigte und Appelle an die Bevölkerung, unnötige Fahrten zu vermeiden, gehören dazu. NRW-Verkehrsminister und andere Politiker haben Unterstützung zugesagt, sprechen aber von einer „Vollkatastrophe“ für die Pendlerregion.


Die Friedrich-Ebert-Brücke war schon länger ein Sanierungsthema, doch die aktuellen Schäden haben die Situation dramatisch zugespitzt. Die Autobahn GmbH hat die Brücke zur Priorität Nummer eins in NRW erklärt und arbeitet eng mit der Stadt und dem Land zusammen. Betroffene sollten sich aktuell über Verkehrsmeldungen der Autobahn GmbH, Apps wie Google Maps oder lokale Medien informieren, da sich die Lage je nach Untersuchungsergebnissen schnell ändern kann.

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