Titelbild: Screenshot TikTok, Chihuahua Traumwelt
Tierfreunde, die auf TikTok nach einem Welpen suchen, sollten derzeit besonders wachsam sein. Betrüger nutzen herzige Welpen-Videos, um Vertrauen aufzubauen, und wechseln dann auf WhatsApp, wo sie schließlich auf untraceable Zahlungsmethoden wie Geschenkkarten drängen.Am Dienstagnachmittag meldete sich eine unbekannte Person zunächst über TikTok bei einem Interessenten. Die Anbieterin gab sich als „Dame von TikTok“ aus und lockte mit mehreren Fotos niedlicher Welpen.
Kurze Zeit später setzte sich die Kommunikation auf WhatsApp unter der deutschen Mobilnummer +49 178 7241340 fort. Dort schickte sie weitere Bilder und behauptete, einen Welpen zu verkaufen, an dem der Interessent angeblich interessiert sei.Der potenzielle Käufer fragte nach konkreten Unterlagen, einer persönlichen Übergabe und wollte die Tierarztpapiere im Voraus prüfen.
Die angebliche Verkäuferin wich aus, berief sich darauf, kleine Kinder zu haben, und lehnte jede Besichtigung ab. Zunächst forderte sie eine Anzahlung von 350 Euro für „Unterlagen und Liefergebühr“ (200 Euro). Als der Interessent skeptisch blieb und weitere Nachweise verlangte, wurde die Frau gereizt und schrieb Sätze wie „Ich hasse viele Fragen“.
Sie versuchte, mit emotionalen Appellen zu überzeugen: „Ich würde dich niemals ausnutzen, das widerspricht meinem Glauben.“Schließlich übermittelte sie Bankdaten einer spanischen BBVA-Bank (IBAN: DE02 5003 1900 0018 6839 38) auf den Namen Sascha Lahme, obwohl sie sich selbst „Martina“ nannte und das Konto als das ihres „Kassierers“ bezeichnete. In vergleichbaren Fällen wechseln solche Betrüger häufig auf die Forderung nach Geschenkkarten (z. B. Apple, Amazon oder Google Play), da diese Zahlungen sofort einlösbar und praktisch nicht zurückholbar sind – ein klassisches Merkmal des Puppy Scam.
Dieses Vorgehen trägt alle typischen Anzeichen eines professionellen Welpen-Betrugs (Puppy Scam): gestohlene Fotos aus sozialen Netzwerken, holpriges, übersetztes Deutsch mit plötzlichem Wechsel ins Englische, Ausreden bei persönlicher Kontrolle, Druck auf Vorkasse und die Nutzung schwer nachverfolgbarer Zahlungsmittel wie ausländische Konten oder Geschenkkarten. Sobald das Geld oder die Kartencodes übermittelt sind, bricht der Kontakt meist abrupt ab – ein Welpe existiert nicht.Solche Maschen sind derzeit besonders aktiv.
Die Täter beginnen oft auf TikTok mit süßen Welpen-Videos, wechseln gezielt auf WhatsApp und versuchen, das Opfer schrittweise zu einer Zahlung zu bewegen – sei es per Überweisung oder per Geschenkkarten-Codes, die sie sofort einlösen können.
Seriöse Züchter in Deutschland ermöglichen hingegen Besichtigungen vor Ort, zeigen die Mutterhündin, stellen vollständige Impf- und EU-Heimtierpapiere aus und verlangen keine Vorkasse auf fremde oder ausländische Konten und schon gar keine Geschenkkarten.
Betroffene oder Personen, die ähnliche Nachrichten über TikTok und WhatsApp erhalten haben – egal ob mit Bankdaten oder der Aufforderung, Geschenkkarten zu kaufen und die Codes zu schicken –, sollten die Nummer sofort blocken, den Chat bei WhatsApp melden und den Vorfall bei der Polizei anzeigen. Auch die Verbraucherzentrale und die Bundesnetzagentur nehmen solche Fälle entgegen.
Wer ernsthaft einen Welpen sucht, sollte ausschließlich bei registrierten Züchtern des VDH oder seriösen Tierschutzorganisationen kaufen – und niemals per Vorkasse, auf ausländische Konten oder mit Geschenkkarten bezahlen. Der aktuelle Fall aus Deutschland unterstreicht einmal mehr: Zu schöne Angebote mit schneller Lieferung, Ausreden bei Besichtigung und Forderungen nach ungewöhnlichen Zahlungsmitteln sind fast immer eine Falle.
Bleiben Sie wachsam auf TikTok und WhatsApp. Schützen Sie sich und Ihr Geld – und teilen Sie diese Warnung gerne weiter.
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