Cold Case

Der Fall Claudia Wilbert, Rheinbach, 1979

Titelbild: Claudia Wilbert, © Polizeipräsidium Bonn

 

Im Frühjahr 1979 lebte die 17-jährige Claudia Wilbert in Rheinbach im Rhein-Sieg-Kreis. Sie besuchte das St.-Josef-Gymnasium, damals ein reines Mädchengymnasium.

Am Abend des 28. März 1979 nahm sie an einem Dia-Abend in der Schule teil, bei dem Fotos von einer gemeinsamen Klassenfahrt nach Rom gezeigt wurden. Die Veranstaltung begann gegen 19:30 Uhr und endete später am Abend. Da es schon spät geworden war, rief Claudia ihren Bruder an und bat ihn, sie abzuholen. Sie wartete am Stadtpark in Rheinbach auf ihn.

Gegen 22:10 Uhr beobachteten mehrere Zeugen, wie die junge Frau zu einem bis dahin unbekannten jungen Mann in einen hellfarbenen Pkw stieg.

Der Mann soll etwa 20 bis 30 Jahre alt und rund 1,75 Meter groß gewesen sein. Das Fahrzeug war vermutlich ein Renault mit Euskirchener Kennzeichen. Manche Zeugen berichteten später, es habe den Anschein gehabt, als habe der Mann Claudia in das Auto geschoben oder gedrängt. Danach verlor sich zunächst jede Spur von ihr.

Zwei Tage später, am 30. März 1979, entdeckten Spaziergänger die Leiche der 17-Jährigen an einem Wanderparkplatz nahe Bad Münstereifel-Scheuren, etwa 20 Autominuten von Rheinbach entfernt. Claudia war gefesselt und durch massive Gewalteinwirkung, vor allem durch Schläge mit einem stumpfen Gegenstand, getötet worden.

Die genaue Tatzeit lag zwischen dem späten Abend des 28. März und dem Morgen des 30. März. Der Fundort lag etwas abseits in einem Waldgebiet, was darauf hindeutete, dass der Täter die Gegend kannte oder gezielt dorthin gefahren war.

Der Fall sorgte damals für große Bestürzung in der Region. Die Polizei leitete sofort umfangreiche Ermittlungen ein, doch der Täter blieb unerkannt.

Jahrzehntelang ruhte der Fall als ungeklärter Cold Case.

In den letzten Jahren nahm die Bonner Polizei die Akte erneut intensiv auf. Im September 2024 wurde der Fall in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ vorgestellt, was zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung auslöste.

Darunter befand sich auch ein anonymer Brief, der im Februar 2025 von den Ermittlern veröffentlicht wurde. In diesem Schreiben soll ein Sterbender den Namen eines möglichen Täters genannt haben. Die Polizei prüft diese und weitere Spuren weiterhin mit modernen Methoden, darunter DNA-Analysen und Zeugenaufrufen zu ähnlichen Vorfällen mit Autofahrern in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren im Raum Rheinbach, Euskirchen und Bonn.

Bis heute, fast 47 Jahre nach der Tat, ist der Mord an Claudia Wilbert nicht aufgeklärt. Die Familie und die Cold-Case-Ermittler hoffen weiterhin auf entscheidende Hinweise, die endlich Klarheit bringen und Gerechtigkeit ermöglichen könnten.

Hinweise nimmt die Polizei Bonn unter der Telefonnummer +49228 150 oder per E-Mail entgegen. Der Fall bleibt ein tragisches Beispiel für ein ungelöstes Verbrechen, das eine junge Frau aus dem Leben riss und ihre Angehörigen für immer prägt.

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