Deutschland

Die Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz 2026

Am heutigen Sonntag, dem 22. März 2026, findet in Rheinland-Pfalz die Wahl zum 19. Landtag statt.
Nach einer fünfjährigen Legislaturperiode, die mit der Konstituierung des Parlaments im Mai 2021 begann, sind rund 2,95 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, über die künftige politische Ausrichtung des Landes zu entscheiden. Die Wahllokale sind von 8 Uhr morgens bis 18 Uhr abends geöffnet, danach beginnen die Auszählung und die ersten Hochrechnungen.



Die Landesregierung unter Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) hatte den Termin bereits im Frühjahr 2025 festgelegt, um einen reibungslosen organisatorischen Ablauf zu gewährleisten und Konflikte mit Ferienzeiten zu vermeiden.



Rheinland-Pfalz wählt seinen Landtag nach dem personalisierten Verhältniswahlrecht, bei dem jede Wählerin und jeder Wähler zwei Stimmen hat: eine für den Direktkandidaten im Wahlkreis und eine für die Landesliste einer Partei.
Die Fünf-Prozent-Hürde gilt landesweit, wobei Überhang- und Ausgleichsmandate den Landtag auf mindestens 101 Sitze bringen können, in der Praxis aber meist etwas mehr Abgeordnete bedeuten.
Der Wahlkampf war in den letzten Wochen von einem äußerst knappen Rennen zwischen CDU und SPD geprägt. Aktuelle Umfragen unmittelbar vor der Wahl zeigen beide Volksparteien nahezu gleichauf, meist mit Werten zwischen 27 und 29 Prozent, wobei die Christdemokraten unter Spitzenkandidat Gordon Schnieder in manchen Erhebungen minimal vorne liegen.
Nach 35 Jahren ununterbrochener SPD-geführter Regierungen – zunächst in Koalition mit FDP und Grünen, zuletzt als Ampel unter Malu Dreyer und dann Alexander Schweitzer – steht erstmals seit Jahrzehnten ein realistischer Machtwechsel im Raum.



Die CDU würde bei einem Sieg vermutlich mit den Freien Wählern und eventuell der FDP über eine bürgerliche Mehrheit verhandeln.
Deutlich auf Platz drei rangiert die AfD, die in Umfragen stabil um 19 Prozent liegt und damit klar zweistellig bleibt. Die Grünen bewegen sich derzeit bei etwa 8–9 Prozent und haben im Vergleich zu früheren Hochphasen deutlich an Zustimmung verloren. Spannend bleibt der Kampf um die Fünf-Prozent-Hürde: Die Linkspartei, die Freien Wähler und teilweise das BSW (Bündnis Sahra Wagenknecht) bewegen sich in den meisten Umfragen genau in diesem Grenzbereich, sodass am Wahlabend mit Überraschungen zu rechnen ist. Die FDP kämpft ebenfalls um den Wiedereinzug und liegt meist knapp um oder unter fünf Prozent.



Thematisch dominierten im Wahlkampf vor allem die kommunale Finanzkrise, der Sanierungsstau bei Schulen und Straßen, die Energie- und Verkehrspolitik, Fragen der Inneren Sicherheit sowie der Umgang mit Fachkräftemangel und bezahlbarem Wohnraum.

Besonders die starke Polarisierung zwischen den etablierten Parteien und der AfD hat die Debatte geprägt.Heute entscheidet sich nun, ob die SPD ihre langjährige Vorherrschaft verteidigen kann oder ob Rheinland-Pfalz nach Jahrzehnten eine neue Regierungskonstellation bekommt. Die ersten ernsthaften Hochrechnungen und Prognosen werden ab 18 Uhr erwartet, das vorläufige amtliche Endergebnis dürfte in der Nacht oder am frühen Montagmorgen feststehen. Danach beginnen die Sondierungen für die künftige Koalition – ein Prozess, der in Mainz traditionell einige Wochen in Anspruch nehmen kann.

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