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Treibstoffkrise auf Kuba erreicht Höhepunkt

Titelbild: Beispielbild Havanna Kuba Pixabay 

Die Treibstoffkrise auf Kuba hat sich Anfang 2026 zu einer der schwersten wirtschaftlichen und sozialen Katastrophen der letzten Jahrzehnte zugespitzt und das Leben auf der gesamten Insel massiv beeinträchtigt. Seit Jahresbeginn fehlen fast vollständig die Importe von Rohöl und raffinierten Produkten, vor allem weil Lieferungen aus Venezuela seit Mitte Dezember 2025 komplett ausgeblieben sind – eine direkte Folge massiver US-amerikanischer Druckmaßnahmen, die unter Präsident Trump verschärft wurden. Die Regierung in Havanna sieht sich mit einem nahezu totalen Ausfall der wichtigsten Energiequelle konfrontiert, da das Land historisch stark von venezolanischem Öl abhängig war, das etwa ein Drittel bis die Hälfte des täglichen Bedarfs deckte. Zusätzlich hat Washington Drittländer wie Mexiko durch Androhung von Strafzöllen und Sanktionen davon abgehalten, weiterhin Öl nach Kuba zu liefern, was die Versorgungslage dramatisch verschlechtert hat.



Die Folgen sind überall spürbar und erreichen inzwischen einen Punkt, den viele Beobachter als nah am Kollaps beschreiben. Die Treibstoffreserven des Landes neigen sich dem Ende zu – Schätzungen aus Januar und Anfang Februar 2026 gingen von nur noch wenigen Wochen Vorrat aus, teilweise sogar nur von 15 bis 20 Tagen. Ohne neue Lieferungen droht ein vollständiger Zusammenbruch der Energieversorgung. Besonders gravierend wirkt sich der Mangel auf die Stromerzeugung aus, da viele Kraftwerke mit Diesel und Schweröl betrieben werden. In Havanna und anderen Städten kommt es inzwischen zu täglichen Stromausfällen von 10 bis 15 Stunden, auf dem Land und in den Provinzen teilweise noch länger. Das macht nicht nur das alltägliche Leben extrem beschwerlich, sondern lähmt auch die Kühlkette für Lebensmittel, die Wasserversorgung durch Pumpen und die Funktion von Krankenhäusern, wo Generatoren oft nur noch stundenweise laufen.

Der Verkehr ist praktisch zum Erliegen gekommen. An Tankstellen bilden sich Schlangen, die teilweise 30 bis 40 Stunden und länger dauern, oft ohne dass überhaupt Treibstoff ausgegeben wird. Benzin und Diesel werden streng rationiert und gehen vorrangig an Rettungsdienste, Landwirtschaft, Lebensmittelproduktion und das Gesundheitswesen. Der öffentliche Nahverkehr – Busse, Bahnen und Fähren – wurde massiv eingeschränkt oder zeitweise komplett eingestellt. Viele Menschen können nicht mehr zur Arbeit oder zur Schule gelangen, was die Regierung zu Notmaßnahmen wie einer viertägigen Arbeitswoche in staatlichen Betrieben, Kurzarbeit für Beamte und Fernunterricht an Schulen und Universitäten gezwungen hat. Selbst der Tourismus, eine der wenigen Devisen bringenden Säulen der Wirtschaft, leidet massiv. Internationale Fluggesellschaften wie Air Canada, WestJet oder andere haben Flüge gestrichen oder suspendiert, weil Kuba ab Februar 2026 kein Kerosin mehr für die Betankung von Flugzeugen bereitstellen kann. Die Regierung warnte die Airlines offiziell, dass Treibstoff für die Luftfahrt bis mindestens 11. März 2026 nicht verfügbar sein wird, was zu chaotischen Rückholaktionen für Tausende gestrandeter Touristen führte.

Die kubanische Führung spricht offen von einer „akuten Energiekrise“ und einem „Desabastecimiento agudo“, also einem extremen Versorgungsengpass, den sie fast ausschließlich der US-Blockade und den neuen Sanktionsmaßnahmen zuschreibt. Vize-Ministerpräsident Óscar Pérez-Oliva erklärte im Staatsfernsehen, dass der verbliebene Treibstoff gezielt für essenzielle Bereiche wie Gesundheit, Stromerzeugung, Landwirtschaft und Tourismus eingesetzt werden müsse, um einen totalen Zusammenbruch zu verhindern. Dennoch berichten Menschen vor Ort von apokalyptischen Zuständen. Leere Straßen, geschlossene Geschäfte, wachsende Schwierigkeiten bei der Versorgung mit Grundnahrungsmitteln und Medikamenten sowie einer zunehmenden Verzweiflung in der Bevölkerung. Das Auswärtige Amt in Deutschland, das EDA in der Schweiz und andere Länder haben ihre Reisehinweise verschärft und raten von nicht notwendigen Reisen nach Kuba ab, da Stromausfälle, Treibstoffmangel und Versorgungsengpässe das öffentliche Leben massiv beeinträchtigen.



Die Situation wird von vielen als Wendepunkt wahrgenommen – eine Kombination aus jahrelanger wirtschaftlicher Schwäche, dem Ausbleiben der wichtigsten Energiepartner und der verschärften US-Politik hat Kuba an den Rand einer humanitären und wirtschaftlichen Katastrophe gebracht. Ob und wann neue Lieferungen, etwa aus Russland oder anderen Quellen, eintreffen könnten, bleibt unklar, während die täglichen Auswirkungen für die 11 Millionen Einwohner immer spürbarer werden.

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