China

Scammer- Familie Ming in China hingerichtet

Titelbild: Beispielbild Pixabay 

Die Familie Ming, eine der berüchtigten „vier Familien“ im nördlichen Myanmar, insbesondere in der Region Kokang nahe der chinesischen Grenze, betrieb über Jahre hinweg eines der größten und brutalsten kriminellen Netzwerke im Zusammenhang mit sogenannten Scam-Centern. Diese Zentren, oft als „Scam-Parks“ oder „Scam-Compounds“ bezeichnet, dienten der systematischen Durchführung von Telekommunikationsbetrug, Online-Betrug, illegalem Glücksspiel, Drogenhandel und Zwangsprostitution in großem Maßstab.

Die Familie nutzte ihre einflussreiche Position in der lokalen Miliz und Verwaltung, um hunderte von Gebäuden zu kontrollieren, in denen Tausende – oft entführte oder getäuschte – Menschen unter sklavenähnlichen Bedingungen gezwungen wurden, Betrügereien durchzuführen. Besonders berüchtigt war der Komplex Crouching Tiger Villa, wo bis zu 10.000 Personen gleichzeitig für die Familie arbeiteten und weltweit Opfer um Milliardenbeträge betrogen wurden.Die Ming-Familie, angeführt von Figuren wie Ming Xuechang (der bereits verstorben war), Ming Guoping, Ming Zhenzhen und weiteren Verwandten sowie eng verbundenen Anführern wie Zhou Weichang, Wu Hongming und anderen, organisierte diese Operationen seit etwa 2015.

Wer versuchte zu fliehen, wurde brutal bestraft – geschlagen, gefoltert oder sogar getötet. Chinesische Behörden warfen der Gruppe unter anderem vor, mindestens 14 chinesische Staatsbürger ermordet und viele weitere verletzt zu haben, um Disziplin durchzusetzen und die Kontrolle über die Zwangsarbeiter zu behalten. Die Einnahmen aus Betrug und illegalem Glücksspiel beliefen sich nach offiziellen Angaben auf mehr als eine Milliarde US-Dollar (umgerechnet über 10 Milliarden Yuan).China startete bereits 2023 eine massive Kampagne gegen diese grenzüberschreitenden Verbrechersyndikate, da viele Opfer Chinesen waren und der Druck aus der Bevölkerung enorm wuchs. Mitglieder der Ming-Familie wurden teilweise an China ausgeliefert oder festgenommen, nachdem Rebellengruppen 2023 die Kontrolle über Teile Kokangs übernommen hatten. Im September 2025 verhandelte das Zwischenvolksgericht in Wenzhou in der Provinz Zhejiang den Fall gegen insgesamt 39 Mitglieder und Verbündete der Familie. Elf Hauptverantwortliche, darunter Ming Guoping, Ming Zhenzhen und weitere Kernmitglieder, erhielten die Todesstrafe ohne Aufschub wegen Verbrechen wie vorsätzlichem Mord, schwerer Körperverletzung, illegaler Freiheitsberaubung, Betrug und Betrieb illegaler Glücksspielstätten. Fünf weitere bekamen Todesstrafen mit zweijährigem Aufschub, elf lebenslange Haftstrafen und der Rest langjährige Freiheitsstrafen. Gestern  vollstreckte China die Hinrichtung dieser elf zum Tode Verurteilten. Die Exekutionen wurden vom Obersten Volksgericht genehmigt und von staatlichen Medien wie Xinhua und CCTV bestätigt. Vor der Vollstreckung durften enge Angehörige die Verurteilten noch einmal treffen. Dieser Schritt markiert einen der härtesten Schläge Pekings gegen die Scam-Industrie in Südostasien und signalisiert die Entschlossenheit, solche Familienclans trotz früherer stillschweigender Duldung nun vollständig zu zerschlagen. Die Ming-Familie gilt damit als weitgehend zerschlagen, bleibt aber ein Symbol für die brutale Ausbeutung durch transnationale Cyberkriminalität in der Region.

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