Titelbild: Bundesarchiv, Bild 137-030555 / Unknown / CC-BY-SA 3.0
Die Hofuku Maru (auch Hōfuku Maru geschrieben), ein japanisches Frachtschiff aus dem Zweiten Weltkrieg, wurde jetzt vor der Westküste der philippinischen Insel Luzon entdeckt und identifiziert. Das Wrack liegt in etwa 50 Metern Tiefe vor der Provinz Zambales, in der Nähe von San Narciso, und markiert eine der tragischsten Stätten der sogenannten „Hell Ships“ – jener überfüllten Transportschiffe, auf denen japanische Truppen alliierte Kriegsgefangene unter unmenschlichen Bedingungen verlegten.
Das Schiff, ursprünglich ein ziviler Frachter der Osaka Shosen Line mit rund 5.800 Bruttoregistertonnen, wurde im September 1944 als Teil des Konvois MATA-27 von Manila aus in Richtung Japan eingesetzt. An Bord befanden sich 1.289 britische und niederländische Kriegsgefangene, darunter viele, die zuvor beim Bau der berüchtigten Burma-Thailand-Eisenbahn („Death Railway“) Zwangsarbeit geleistet hatten und bereits stark geschwächt waren. Die Gefangenen wurden in den Laderäumen zusammengepfercht, ohne ausreichende Belüftung, sanitäre Einrichtungen oder Nahrung, was die Reise zu einer wahren Hölle machte.
Am 21. September 1944 geriet der Konvoi westlich von Luzon unter massiven Angriff amerikanischer trägergestützter Flugzeuge. Die Hofuku Maru, die als zweites Schiff im Verband fuhr, wurde von einem Torpedo oder einer Bombe getroffen. Das Schiff brach innerhalb weniger Minuten in zwei Teile und sank rasch. Schätzungsweise 1.047 der Gefangenen starben dabei, viele von ihnen eingeschlossen in den unteren Decks, während nur etwa 242 überlebten, indem sie an Land schwammen oder von japanischen Schiffen gerettet wurden – nur um später erneut in Gefangenschaft zu geraten.
Jahrzehntelang galt das genaue Wrack als verschollen, obwohl die ungefähre Position bekannt war. Erst die Digitalisierung und sorgfältige Auswertung militärischer Akten, darunter Berichte der USS Bunker Hill, ermöglichten eine präzisere Lokalisierung, die mehr als 50 Kilometer südlich der bisherigen Suchgebiete lag. Ein Team unter Beteiligung des Abenteurers Josh Gates, des Unterwasser-Imaging-Spezialisten Evan Kovacs und des Maritime-Archäologen Calvin Mires sowie der Hellships Memorial Foundation setzte Sonar ein und führte mehrere Tauchgänge durch. Die gefundenen Überreste – ein in zwei Teile gebrochenes Wrack mit passenden Masten und Laderäumen – stimmten mit den historischen Blaupausen und Augenzeugenberichten überein. Photogrammetrie half, ein dreidimensionales Modell zu erstellen und die Identifizierung zu bestätigen.
Die Entdeckung bringt nicht nur historische Klarheit, sondern auch einen Ort des Gedenkens für die vielen Opfer.
Als Kriegsgrab unter Wasser wird die Stätte nun geschützt, um sie vor Plünderung zu bewahren. Sie erinnert eindringlich an die Grausamkeiten des Pazifikkriegs und die Schicksale unzähliger Soldaten, die auf diesen Höllenschiffen ihr Leben verloren. Für Angehörige und Historiker schließt sich damit ein schmerzhaftes Kapitel, das über 80 Jahre im Dunkel der Tiefsee verborgen blieb. Die Hofuku Maru steht symbolisch für das Leid der Kriegsgefangenen und die Bedeutung, solche Orte zu bewahren, damit die Erinnerung an sie lebendig bleibt.
