Kastanies Wälder, Beispielbild Foto von Frank Eiffert
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update: Flüchtlingswelle – Die Lage an der Grenze eskaliert- ungeheure Vorwürfe gegen Erdogan

Ungeheure Vorwürfe gegen Erdoğan

Der griechische TV Sender Mega Channel brachte es auf den Punkt. Erdoğan hatte kostenlose Transportmöglichkeiten zur Grenze gestellt und drohte, bald Millionen Asylsuchende an den griechischen Grenzabschnitt zu verbringen. Es sind Menschen, laut Mega Channel, die nichts mit Syrien zu tun haben. Es werden laut Mega Channel, Chemikalien von Drohnen aus abgeworfen.

Mittlerweile wirkt die Aktion von Erdoğan wie eine Belagerung Griechenlands. Erdoğan benützt für seinen, laut verschiedener Quellen gefassten Plan, die EU zu erpressen, die Geflüchtete, die zum Teil, so berichten es die Quellen von türkischen Schleusern u.a. aus Bangladesch und Pakistan in die Türkei verbracht wurden, als Handlanger seiner bizarren Politik.

Quelle: Mega Channel Währenddessen eskaliert auch die Lage auf Lesbos, dazu mehrere Filmberichte.

Erdoğans zynische Spiele

Über Nacht mussten Tausende Flüchtlinge bei Temperaturen um 0 Grad Celsius auf dem Boden übernachten. Erdoğans zynische Taktik scheint zu funktionieren. Einige Filmausschnitte dazu.

Wie konnte man einem Mann wie Erdoğan eine solche Macht geben?

Man wusste, Erdoğan ist brutal in der Durchsetzung seiner Interessen. Wer das nicht wahrhaben will, sollte die Ereignisse um den Putschversuch 2016 überdenken. Erdoğans Rolle in diesem Spiel war, die Opposition buchstäblich zu zerlegen. Nicht wenige behaupten, dass er den Putsch selbst verübte, um seine einem Sultanat ähnliche Diktatur zu errichten.

Weil Erdoğan die Schutzsuchende als Geiseln und nicht als Geflüchtete behandelt, trifft ihn persönlich die Schuld.

Er sollte auch so behandelt werden. Auch wenn die Geflüchtete dazu animiert wurden, an die Grenze zu fahren, Steine warfen und brennende Hölzer, wie der griechische Megachannel berichtete. Augenscheinlich, nach einem Video, begleiten türkische Militärfahrzeuge den Marsch der Flüchtlinge an die Grenze. Quelle: Megachannel

73 Geflüchtete waren am Samstag aufgehalten und danach festgenommen worden. Die Schutzsuchende kamen aus Afghanistan, Pakistan und Somalia. Eben nicht aus Syrien. Bislang wurden die Durchbruchsversuche verhindert. Frontex will Truppen an die Grenze entsenden, um Griechenland zu entsetzen. Laut der semistaatlichen griechischen Nachrichtenagentur ANA-MPA SA, versuchten heute, gegen 14.000 Uhr Ortszeit, eine große Gruppe von Jugendlichen in den Kastanies Wäldern durchzubrechen, wo sich keine Grenzsicherungsanlagen befinden. Nun sitzt Europa in der Falle. Die Politik des Appeasements mit einem verschlagenen Diktator wie Erdoğan war falsch. Es wird entweder zu einer humanitären Katastrophe kommen oder Erdoğan bekommt seinen Willen. Den Nato-Verteidigungsfall in Syrien und Milliarden Euro für seine marode, von der Diktatur geprägte Wirtschaft. Wie sollen sich auf freiem Feld die an die Grenze zwischen Griechenland und der EU gekarrten Flüchtlinge vor Kälte und Hunger schützen? In dem Fall minderjähriger Kinder sollte Europa aus humanitären Gründen eine Ausnahme machen. Die Kinder sollten beim Internationalen Roten Kreuz abgegeben werden, das sich auch im Niemandsland zwischen der Türkei und der EU aufhalten kann. Alle die, die glaubten, mit Erdoğan sei ein Glücksgriff gelungen, sehen nunmehr, dass eine solche Türkei nicht in die EU gehört und auch kein Verhandlungspartner sein kann. Auch nicht, weil Erdoğan das Kalkül der schwächsten Grenze, dem unübersehbaren 212 Kilometer Grenzverlauf, in Kauf nimmt. Außerdem schauen seine Schergen in der Ägäis zu, wie Boote nach Lesbos übersetzen. Das Bittere: Am Ende wird Brüssel nachgeben müssen, um nicht seine eigenen Menschenrechtsstandards zu verraten.

„Koran-Nachtigall“

Erdoğan hat seine lange angekündigte Drohung wahr gemacht und tausende von Flüchtlingen zur Grenze transportieren lassen, die angeblich aus dem umkämpften Gebiet um Idlib in Syrien kommen würden. Für Beobachter vor Ort ist es nicht klar, ob die Asylsuchende wirklich aus Syrien kommen. Die griechische Grenze bleibt geschlossen. Wortwörtlich sagte der Türke in Istanbul: „Wir haben die Tore geöffnet!“, dabei interessierte Erdoğan nicht, was passieren könnte. In seiner Großmannssucht versucht er, der einst wegen seiner religiösen Einstellung „Koran-Nachtigall“ genannt wurde, die EU zu erpressen. Um was, ist nicht ganz klar, da Erdoğan nur verlauten ließ, dass die EU sich an den Flüchtlingsdeal nicht gehalten hätte. Erdoğan betreibt sein Pokerspiel weiter, das er längst verloren geben kann. Erdoğan hat in Idlib sein Gesicht komplett verloren. Nun verliert er sein Gesicht gegenüber den Flüchtlingen, denen erzählt wird, wenn sie in die Busse steigen würden, könnten sie die Grenze passieren, wie unabhängige türkische Quellen bezeugen.

Derweil spielen sich an der griechisch-türkischen Grenze, also an der Ost-Grenze der Europäischen Union – dramatische Szenen ab. Nachdem Asylsuchende Grenzpolizisten mit Steinen beworfen hatten, setzten griechische Grenzer Tränengas ein. Es wird von unabhängigen türkischen Medien und griechischen Quellen berichtet, dass etwa 50.000 Menschen an die verschiedenen Grenzübergänge kommen sollen. Wenige konnten diese überqueren und wurden sofort verhaftet. Das berichtete die Greek News. Es kommt zu erheblicher Gewalt und die Schutzsuchende randalieren, wenn sie nicht über die Grenze gelassen werden.

Die Türken vor Idlib Seit der Bombardierung von Idlib ist nichts mehr so, wie es einmal im Kriegsland Syrien war. Der Sultan von eigenen Gnaden, Erdoğan, hat gepokert und verloren. Für die Folgen ist er persönlich verantwortlich, weder die NATO, nach der er regelrecht zetert, noch die EU. Zehntausende Syrer sind auf der Flucht und in seiner Einfältigkeit will Erdoğan jetzt, nach dem Tod seiner Soldaten, auf den Bündnisfall der NATO zurückgreifen, was eine direkte Konfrontation mit dem Verbündeten Assads, Russland, zur Folge hätte. Ganze Busse fahren von Istanbul aus an die mazedonische Grenze. Vom Flüchtlingsdeal ist nichts mehr über, außer dem Drohpotenzial Erdoğans-dass er ein paar Geiseln mehr nimmt, um einen für ihn besseren Deal hinzubekommen. Erdoğan ist ein Falschspieler. Ein Mann, dem die an sich gerissene Macht über den Kopf gewachsen ist. Er sollte nicht noch in seiner nahezu kindlichen Feldherrenmanier die Chance erhalten, Europa in Brand zu stecken. Erdoğan hat in Syrien einen Angriffskrieg geführt. Nun muss er die Folgen verantworten. An der griechisch-türkischen Grenze versuchen Tausende über die Demarkationslinie zu kommen, um nach Europa zu fliehen. Griechenland reagiert mit Tränengas. Es ist wie Sand, der zwischen den Händen zerrinnt. Es spielen sich dramatische Szenen ab. Daher muss Europa, um den eigenen inneren Frieden zu erhalten, die Außengrenzen schließen.

 

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