Arabischer Frühling

Der Volkssturm Gaddafis

Manchmal wiederholt sich Geschichte in schier unfassbarer Gleichheit nur mit wachsender Brutalität und anderen Akteuren

Während aus Zawiyah, einer Stadt, die bislang in den Händen von Gaddafis Regime lag, die Nachricht der Befreiung kam. Nur Stunden melden später Quellen, dass 50 km westlich von Tripolis, ein Gegenangriff durch schwer bewaffnete Truppen des Terrorregimes bevorsteht.
Zahlreiche Augenzeugen berichten über Telefon von einer Vielzahl von Panzern, Lafetten und schwerem Gerät, die an dem östlichen Rand der Siedlung konzentriert werden. Über Truppenstärke konnten die vor Ort, befindlichen Quellen nicht berichten. Ob darunter von Gaddafi gekaufte Legionäre oder reguläre Truppen aus anderen, mit dem Despoten befreundeten Ländern sind, ist nicht auszumachen. Die Bevölkerung wird in brutalster Art und Weise vor den Soldaten hergetrieben. Die Demonstranten, die Zawiyah bislang hielten, sind nur mit Macheten und Stöcken, manchmal mit wenigen Faustfeuerwaffen ausgerüstet.
Gaddafi nimmt ein weiteres Blutbad, in dem aussichtslosen Kampf gegen seine schwindende Macht, in Kauf.
Aus Tripolis melden Beobachter verschiedene Kontrollposten durch Paramilitärs, die aus Zivilisten rekrutiert wurden.
Die allgemeine Sorge wächst, dass Gaddafi eine Mutter aller Schlachten dazu nützt, gegen sein eigenes Volk jahrzehntelang gehortetes Giftgas einzusetzen. Augenzeugen zu Folge schert den Diktator die Verhängung von UN-Sanktionen nur noch wenig, da sein Machtbereich auf nur noch wenige Territorien westlich der, durch Demonstrationen Tausender erschütterten Hauptstadt geschrumpft ist.
Das entgeht Gaddafi und seinem mörderischen Clan.
Die historischen Parallelen zu Hitlers Untergang, in dem Bunker unter der Berliner Reichskanzlei, werden immer offensichtlicher. Nur die Akteure sind andere Despoten.
Prahlte der schräge Tyrann noch vor Jahren, dass Hitler sein großes Vorbild gewesen sei, so erfüllt sich sein Schicksal wie das, des selbst ernannten Gröfaz gleichermaßen.
Aber hat die Welt aus diesem Grauen im Jahr 1945 überhaupt gelernt?
Gaddafi hat laut Angaben der „Zimbabwian Times“ durch seinen, auch dem Tode geweihten Diktatorenbruder Mugabe aus Harare, eine militärische Spezialeinheit vor Ort. Diese soll ihn gegebenenfalls schützen und mit einem, mit allerlei vom Volk geraubten Gütern, voll beladenen Jet außer Landes bringen. Wahrscheinlich in das ehemalige, im Süden Afrikas gelegene Rhodesien.
Diese Aktion erinnert stark an Ritter von Greim, der noch zum Schluss, als der Vorhang des Dritten Reichs längst gefallen war, Hitler und seine Verlobte Eva Braun in Sicherheit bringen wollte. Nur diesmal soll ein russisches Charterflugzeug, statt der damals 1945 von der Ost-Westachse gestarteten Fieseler Storch, zur Verfügung stehen.
Das UN-Reiseverbot für den Gaddaficlan würde dann wie ein zahnloser, eher düpierter Tiger wirken.
Inwieweit sich die Vereinten Nationen dann auch mit dem, der alltäglichen, politischen Realitäten gleichermaßen entrückten Mugabe beschäftigen müssten, ist unklar. Wahrscheinlich auch zweitrangig.
Solange sollen Volksmilizen den, vom wütenden Volk abhalfterten Gaddafi schützen, jedoch für blutige Gegenwehr sorgen. Sein vom allgemeinen Realitätsverlust umnebelter Sohn erklärte der erstaunten, internationalen Presseschar, dass die Libyer glücklich und zufrieden seien.
Der von typischem Verfolgungswahn geplagte Mugabe, der noch im zermürbenden Kampf mit dem eigenen Tod, mit Todesstrafe und Verfolgung, Folter und Mord regiert, fürchtet, dass sich die Unruhen auf sein Land ausweiten. Glaubt man den recht detaillierten Informationen der Zeitung aus Zimbabwe. Mugabe schlussendlich nicht nur seinen Freund Gaddafi verliert, sondern seine letzten, verbleibenden Tage in einer kargen Zelle des Den Haager Gefängnisses verbringen darf.
Gaddafis schöne Tochter Aisha, ehemals Verteidigerin von einem anderen Diktator, Saddam Hussein, war mittlerweile schon im Hotel im Imperial in Wien gesichtet worden. Doch wie das Hotel auf Anfrage von ip-media.net erklärte, war sie dort Wochen nicht aufgetaucht.
Bleibt abzuwarten, wie die UN auf weitere, blutige Schachzüge des Diktators reagiert, der letztendlich nur weitere Morde, zur Erhaltung des von unvorstellbarem Verlangen nach Macht und Geld geprägten Clans, um den Schlächter von Tripolis, agieren kann. Gaddafi hat begriffen, dass ihm, sollte er lebend gefangen werden, der Prozess in Den Haag gemacht wird. Deshalb hat er und seine eigene Umwelt überhaupt nichts mehr zu verlieren.

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