Titelbild:Schwerin Landtag,Pixabay,2026
Historischer Paukenschlag in Mecklenburg-Vorpommern
Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September 2026 hat die politische Landschaft des Landes auf den Kopf gestellt. Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis, das die Landeswahlleitung in der Nacht zum Montag bekannt gab, hat die AfD die Wahl gewonnen. Mit 38,2 Prozent der Stimmen mehr als verdoppelte die Partei von Spitzenkandidat Leif-Erik Holm ihr Ergebnis von 2021 und ist nun nach Thüringen und Sachsen-Anhalt im dritten Landtag stärkste Kraft.
Knapp dahinter folgt die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig mit 35,5 Prozent. Schwesig selbst sprach von einer Aufholjagd in schwierigen Zeiten, denn in den Umfragen hatte die SPD lange deutlich unter 30 Prozent gelegen. Ihren Wahlkreis in Schwerin verteidigte sie mit 54,4 Prozent klar gegen Holm, der nur auf 28,2 Prozent kam.
Das historische Debakel erlebte die CDU. Mit 4,9 Prozent scheitert sie hauchdünn an der Fünf-Prozent-Hürde und fliegt erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik aus einem Landtag. In den neuen Landtag schaffen es nur noch zwei weitere Parteien, die Linke mit 6,5 Prozent und die Grünen mit 5,7 Prozent. Das Bündnis Sahra Wagenknecht scheitert mit 4,8 Prozent ebenfalls knapp, die FDP, die 2021 noch eingezogen war, kommt nur noch auf 1,0 Prozent. Die Wahlbeteiligung stieg deutlich von 70,8 auf 78,0 Prozent.
Damit hat der neue Landtag nur noch 71 Sitze. Die AfD stellt 32 Abgeordnete, die SPD 29, Linke und Grüne jeweils fünf. Die bisherige rot-rote Koalition hat damit keine Mehrheit mehr, ein Dreierbündnis aus SPD, Linken und Grünen hingegen schon. Koalitionen mit der AfD haben alle drei Parteien ausgeschlossen, obwohl AfD-Spitzenkandidat Holm einen Regierungsauftrag für sich beansprucht.
