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Abzocke von Touristen in Italien

Eine der klassischen und besonders dreisten italienischen Abzockmethoden gegenüber Touristen ist die systematische Monetarisierung von Alltäglichkeiten, die in den meisten anderen Ländern entweder kostenlos oder deutlich günstiger sind.

Das rote Schild mit der Aufschrift „TOILETTE“ und dem stolzen Preis von 1,50 Euro ist dafür ein nahezu symbolisches Beispiel.

Während man in vielen Teilen Europas öffentliche Toiletten entweder gar nicht bezahlen muss oder höchstens 50 Cent gibt, hat sich in Italien – vor allem in touristischen Hotspots wie Rom, Florenz, Venedig oder an Autobahnraststätten – ein regelrechtes Geschäft mit dem menschlichen Bedürfnis etabliert.
Oft sitzen ältere Damen oder Herren an einem Tischchen vor den Toiletten und kassieren unerbittlich, manchmal sogar ohne Wechselgeld oder mit dem Hinweis, dass die Gebühr „obligatorisch“ sei. Wer versucht, ohne zu zahlen durchzukommen, wird nicht selten lautstark oder sogar körperlich zurückgehalten.



Doch die Toiletten-Gebühr ist nur die Spitze des Eisbergs.

Besonders in den großen Kunststädten haben sich zahlreiche weitere Maschen entwickelt, die speziell auf ahnungslose Touristen abzielen. In Venedig und Rom sind beispielsweise die „Rosen-Verkäufer“ oder „Armband-Verkäufer“ berüchtigt: Sie drücken einem die Ware förmlich in die Hand, erklären mit dramatischem Gestus „It’s a gift!“, und verlangen dann plötzlich einen überhöhten Preis, wenn man die Sache wieder loswerden will. Ablehnen wird oft ignoriert, und man wird so lange bedrängt, bis man aus Verlegenheit oder Druck doch zahlt.

Ein weiterer Klassiker sind die überteuerten „Touristen-Menüs“ in der Nähe von Sehenswürdigkeiten. Restaurants, die mit bunten Bildern und mehrsprachigen Speisekarten locken, berechnen für simple Pasta-Gerichte oder Pizza Preise, die weit über dem ortsüblichen Niveau liegen. Dazu kommen versteckte Kosten wie „coperto“ (Gedeckgebühr), Servicegebühr oder sogar eine „Panierungsgebühr“ für das Brot, das automatisch auf den Tisch gestellt wird. Wer nicht genau hinschaut, zahlt schnell das Doppelte oder Dreifache dessen, was Einheimische in einer Seitenstraße bezahlen würden.

Auch bei Taxifahrten und Transportmitteln lauern Fallen. Manche Taxifahrer „vergessen“ das Taxameter einzuschalten oder wählen absichtlich längere Routen. Besonders am Flughafen Fiumicino oder in Venedig (Wassertaxis!) sind horrende Preise keine Seltenheit. Alternativ werden Touristen zu privaten „Transfers“ überredet, die sich später als deutlich teurer herausstellen.

Selbst bei den offiziellen Verkehrsmitteln wie dem Vaporetto in Venedig oder den Hop-on-Hop-off-Bussen gibt es immer wieder Fälle, in denen Tickets mit abgelaufener Gültigkeit oder zu überhöhten Preisen verkauft werden.

Ein relativ neuer, aber sehr effektiver Trick sind die sogenannten „Gladiatoren“ oder historisch verkleideten Figuren vor dem Kolosseum und anderen Monumenten. Sie bieten an, mit einem für Fotos zu posieren – oft kostenlos wirkend – und verlangen danach plötzlich 5 bis 20 Euro pro Foto. Wer nicht zahlt, wird aggressiv oder es wird sogar die Polizei gerufen, obwohl die meisten dieser Darsteller gar keine offizielle Genehmigung haben.

Auch in der Unterkunft lauern Abzockfallen: Überbuchungen bei Airbnbs oder Hotels, bei denen man plötzlich in eine schlechtere Unterkunft umquartiert wird, „vergessene“ Reinigungsgebühren oder überhöhte Kautionen, die nur schwer zurückerstattet werden. Manche Vermieter in Rom oder Neapel verlangen zusätzlich noch „Stadtabgabe“ oder „Touristensteuer“ bar auf die Hand, obwohl diese eigentlich über die Buchungsplattform abgerechnet werden sollte.

Hinzu kommen Diebstähle und Taschendiebstähle, die besonders in überfüllten Bussen, U-Bahnen und an Touristenattraktionen wie der Spanischen Treppe oder dem Trevi-Brunnen systematisch betrieben werden. Oft arbeiten die Diebe in Gruppen, wobei einer ablenkt und der andere zugreift. Auch die berüchtigten „Zigeuner-Kinder“ (meist Roma), die mit Pappschildern oder Bettelmethoden arbeiten, dienen häufig nur als Ablenkung für professionelle Taschendiebe.

Nicht zu vergessen sind die Fake-Designer-Artikel auf den Straßenmärkten, die als „super Qualität“ angepriesen werden, aber nach wenigen Tagen auseinanderfallen, oder die teuren „originalen“ Souvenirs, die sich später als Massenware aus China entpuppen.

Viele dieser Praktiken sind nicht illegal im engeren Sinne, sondern bewegen sich in einer Grauzone, die von der italienischen Bürokratie und der teilweisen Gleichgültigkeit der Behörden geduldet wird. Die Mentalität „il turista paga“ (der Tourist zahlt) ist in manchen Regionen tief verwurzelt – schließlich kommen die Touristen ja nur einmal und haben scheinbar viel Geld. Gleichzeitig gibt es natürlich auch unzählige ehrliche Italiener, die sich über diese Maschen ärgern, weil sie dem Image des Landes schaden.

Wer nach Italien reist, sollte daher einige Grundregeln beherzigen: Toiletten vorher in Cafés oder Museen aufsuchen (oft kostenlos für Gäste), Preise vorab klären, niemals etwas annehmen, was einem „geschenkt“ wird, immer den Preis aushandeln oder ablehnen, und möglichst in Lokalen essen, in denen auch Einheimische sitzen. Bargeld sparsam einsetzen und Kreditkarte mit guter Rückerstattungsoption nutzen. Und vor allem: Nicht naiv sein – die Schönheit Italiens ist echt, die Abzockmethoden leider auch.


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