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Artemis-II auf dem Weg zum Mond

Titelbild: Valcarcel/Crew Artemis-II Public Domain

Heute Nacht startete die NASA-Mission Artemis II pünktlich um 18:35 Uhr EDT (22:35 UTC) vom Launch Complex 39B des Kennedy Space Centers in Florida. Die mächtige Space Launch System (SLS)-Rakete mit dem Orion-Raumschiff an der Spitze hob mit den vier Astronauten an Bord ab: Kommandant Reid Wiseman, Pilot Victor Glover, Missionsspezialistin Christina Koch (alle NASA) sowie Jeremy Hansen von der Canadian Space Agency.

Nach monatelangen Vorbereitungen und einigen Verzögerungen in den Wochen zuvor verlief der Countdown reibungslos. Das Team füllte die Rakete mit Treibstoff, führte finale Systemchecks durch und brachte die Crew in den frühen Nachmittagsstunden zur Startrampe.

Die Astronauten betraten das Orion-Raumschiff „Integrity“ über den White Room, während der Countdown in die Terminal Count-Phase eintrat. Bei etwa 80 Prozent günstiger Wettervorhersage gab es nur minimale Verzögerungen, und der Launch Director erteilte schließlich das einhellige „Go“ für den Start.

Kurz nach dem Zünden der RS-25-Haupttriebwerke und der Solid Rocket Boosters stieg die Rakete mit beeindruckendem Feuerschweif in den Abendhimmel auf, begleitet von Jubel der Zuschauer vor Ort und weltweit. Die SLS trennte planmäßig die Booster ab, danach die Core Stage, und das Interim Cryogenic Propulsion Stage (ICPS) brachte Orion in die erste Erdumlaufbahn. Wenige Stunden nach dem Start folgten wichtige Manöver wie der Apogee-Raise-Burn, die Trennung vom Oberstufentriebwerk und erste Systemtests an Bord. Die Crew meldete sich gesund und begeistert zurück und begann mit den vorgesehenen Überprüfungen der Orion-Systeme für den Flug ins tiefe Weltall.

Artemis II markiert den ersten bemannten Flug des Orion-Raumschiffs und der SLS-Rakete sowie die erste bemannte Mission der NASA in die Mondumgebung seit Apollo 17 im Jahr 1972. Die etwa zehntägige Reise führt die Crew auf einer Free-Return-Trajektorie um den Mond herum – ohne Landung –, wobei sie voraussichtlich einen neuen Rekord für die größte Entfernung von der Erde aufstellen werden (über die 400.000 Kilometer-Marke hinaus). Während des Flugs stehen umfangreiche Tests der Lebenserhaltungssysteme, der Kommunikation, der Navigation und der Hitzeschild-Technologie für den späteren Wiedereintritt an. Am sechsten Missionstag erfolgt der enge Vorbeiflug am Mond, bei dem die Astronauten die Rückseite des Erdtrabanten beobachten und wissenschaftliche Daten sammeln können.

Bis jetzt (Stand 2. April 2026) verläuft die Mission nach Plan: Orion hat die Erdumlaufbahn verlassen, die Crew führt Routinechecks und medizinische Überwachungen durch, und die Systeme arbeiten nominal. Die nächsten Tage bringen weitere Bahnkorrekturmanöver und den Übergang in die Phase der Mondannäherung. Die Rückkehr zur Erde mit Splashdown im Pazifik ist für den 10. oder 11. April vorgesehen. Artemis II dient als entscheidender Testflug, um den Weg für zukünftige bemannte Mondlandungen im Rahmen des Artemis-Programms freizumachen – und langfristig für Missionen zum Mars. Die Stimmung an Bord und im Kontrollzentrum ist hoch, und die Welt verfolgt gespannt diesen historischen Schritt zurück zum Mond.

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