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Wurden Teile der Vulkangruppe von russischem Geheimdienst übernommen?

Titelbild: Beispielbild Pixabay 

In den ersten Januartagen 2026 erschütterte ein schwerer Sabotageakt die deutsche Hauptstadt: Unbekannte Täter setzten in Berlin-Lichterfelde Teile des Stromnetzes durch einen gezielten Brandanschlag außer Gefecht.

Die Folgen waren dramatisch – zehntausende Haushalte, teils über eine Woche lang, saßen bei eisigen Temperaturen im Dunkeln, Heizungen fielen aus, Schulen mussten geschlossen werden und der Alltag vieler Menschen wurde massiv beeinträchtigt. Es handelte sich um den längsten und umfangreichsten Stromausfall in der Nachkriegsgeschichte Berlins.

Sicherlich war es nicht das Werk von Amateuren. Auch, wenn der Anschlag präzise beschrieben wurde, fehlt der Glaube an die Ausführung der Tat.

Wie aus dem Sabotagehandbuch des MfS oder des GRU würde der Anschlag begangen. 

Oder der, wie ein Phantom operierenden Vulkangruppe, die eine armselige Erklärung zu den Vorfällen auf knack.news abgab. Es richtete sich angeblich nicht gegen Menschen. Nein, Strom brauchen die nicht. Wirre, angeblich sozialistische,  Ziele schon eher. Es erinnert an das sogenannte „RAF-Phantom“ der 1980er Jahre.

Es ist eine systematische Schutzbehauptung, um nicht den Eindruck zu hinterlassen, die Vulkangruppe hätte in dem linksradikalen Gefasel, die Kontrolle über die Vulkangruppe verloren. 

Angst und Schrecken, Hass und Hetze auf die Demokratie, diesmal nicht von dissozialen Legasthenikern, sondern fehlerfrei und mit freundlichen Grüßen geschliffen, verschlägt es jedem die Sprache.

Kurz nach der Tat tauchte ein ausführliches Bekennerschreiben auf linken Plattformen wie Indymedia und knack.news auf, in dem sich eine Gruppe namens Vulkangruppe zu dem Anschlag bekannte.

Die Autoren beschrieben die Aktion als bewussten Schlag gegen „die Herrschenden“, gegen fossile Energien und gegen den „Raubbau an der Erde“. Sie begründeten den Angriff auf ein Gaskraftwerk und kritische Strominfrastruktur als notwendigen Akt des Widerstands gegen Klimazerstörung, Kapitalismus und militärische Infrastruktur.

Der Ton war – typisch für diese Szene – hochtrabend, verschachtelt und ideologisch aufgeladen, was schnell zu Diskussionen führte.

Genau diese sprachlichen Eigenheiten – holprige Satzstrukturen, ungewöhnliche Formulierungen und kleinere Schreibfehler bei Namen wie dem US-Vizepräsidenten („Vans“ statt Vance) – lösten unmittelbar Spekulationen aus, ob hier möglicherweise keine echte linksextreme Gruppe am Werk war, sondern russische Saboteure eine False-Flag-Operation durchführten.

Politiker wie der CDU-Außenexperte Roderich Kiesewetter und der ehemalige Generalsekretär Ruprecht Polenz äußerten öffentlich Zweifel und verwiesen darauf, dass eine Rückübersetzung des Textes ins Russische deutlich flüssiger wirke. Die These: Das Bekennerschreiben könnte ursprünglich auf Russisch verfasst und dann maschinell oder ungelenk ins Deutsche übertragen worden sein – ein typisches Muster hybrider Kriegsführung des Kremls, um westliche Gesellschaften zu destabilisieren, Zwietracht zu säen und linke Szenen als Sündenböcke vorzuschieben.

Die Vulkangruppe selbst reagierte prompt und ungehalten auf diese Vorwürfe. In einer zweiten Erklärung, die als „Richtigstellung“ bezeichnet wurde, wies sie jede russische Beteiligung oder Steuerung entschieden zurück. Die Gruppe betonte, sie handle autonom aus anarchistisch-ökologischer Überzeugung, entschuldigte sich explizit bei den betroffenen „nicht wohlhabenden“ Bürgern für die Unannehmlichkeiten, was in der Szene eher ungewöhnlich ist, verteidigte die Tat aber gleichzeitig als politisch notwendig und verspottete den Berliner Regierenden Bürgermeister Kai Wegner für sein Krisenmanagement.

Die Sicherheitsbehörden, darunter Polizei Berlin, Bundeskriminalamt und Verfassungsschutz, stuften beide Schreiben als authentisch ein und ordneten die Tat eindeutig der gewaltorientierten linksextremen, anarchistischen Szene zu. Konkrete Hinweise auf russische Akteure oder Geheimdienstkontakte fanden sich nach offiziellen Angaben nicht.Die Vulkangruppe ist keine neue Erscheinung. Seit 2011 verübt sie – oder Gruppen, die diesen Namen nutzen – immer wieder Anschläge auf Infrastruktur, Bahnstromleitungen, Internetkabel, Trafohäuser und zuletzt mehrfach auf die Stromversorgung des Tesla-Werks in Grünheide. Die Täter arbeiten dezentral, nutzen einfache Mittel wie Baustahlspieße oder Brandstiftung und hinterlassen kaum Spuren. Trotz jahrelanger Ermittlungen gelang es den Behörden nie, konkrete Personen zu fassen – was die Gruppe in Teilen der Öffentlichkeit fast mythisch erscheinen lässt.

Vermutlich reisen die Täter an, und wohnen außerhalb ihrer Zielgebiete. 


Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen wegen Verdachts auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, verfassungsfeindlicher Sabotage und Brandstiftung übernommen.

Ob sich die Spekulationen über russische Hintermänner jemals erhärten oder ob es sich tatsächlich um radikale Klima- und Infrastruktur-Gegner handelt, bleibt abzuwarten. Fest steht, der Anschlag hat Deutschland einmal mehr gezeigt, wie verwundbar kritische Infrastruktur ist – und wie schnell in Krisenzeiten Verschwörungsnarrative und politische Schuldzuweisungen die Oberhand gewinnen können.

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