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Oft zu spät erkannte Gefahr: Chronische Nierenerkrankung bei Katzen

Quelle: Bundesverband für Tiergesundheit e.V.

Bildrechte: Bundesverband für Tiergesundheit e.V. Fotograf: BfT/David Herraez Calzada/shutte

Titelbild: Bildunterschrift:

Die regelmäßige Blutdruckmessung bei älteren Katzen kann helfen, erste Anzeichen einer Nierenerkrankung früh zu erkennen.

Die chronische Nierenerkrankung (CNE) der Katze ist eine Erkrankung mit schleichendem Verlauf. Betroffen sind in der Regel ältere Katzen. Ob eine Therapie notwendig ist, kann durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen frühzeitig festgestellt werden. Bei rechtzeitiger Behandlung verliert diese heimtückische Krankheit einen Großteil ihres Schreckens.

Die chronische Nierenerkrankung bei Katzen ist die häufigste Todesursache bei Katzen im Alter von über fünf Jahren. Jede dritte Katze im Alter von über 15 Jahren ist von dieser Krankheit betroffen.

Das bleibt nicht ohne Folgen, denn bei den Nieren handelt es sich um lebenswichtige Organe, die eine Vielzahl von Stoffwechselvorgängen im Körper im Gleichgewicht halten. Die besondere Leistung der Niere besteht in der Ausscheidung bestimmter, für den Körper giftiger Stoffe bei gleichzeitiger Rückhaltung lebenswichtiger Stoffe – ein komplexes System, das in komplizierten Abläufen in den einzelnen Abschnitten der Niere abläuft. Außerdem ist die Niere zusammen mit dem Herzen für die Kontrolle des Blutdrucks zuständig.

Auf der anderen Seite verlaufen Erkrankungen der Nieren lange Zeit unbemerkt. Der Grund dafür ist die sehr große Anzahl kleiner Filtereinheiten in diesem Organ, die sogenannten Nephrone. Bei der CNE gehen diese nach und nach unwiederbringlich zugrunde. Die noch gesunden Teile der Niere können den Verlust jedoch über einen langen Zeitraum ausgleichen und die CNE bleibt unbemerkt. Erst bei einem Verlust von etwa 75 Prozent des Nierengewebes werden die Symptome der CNE für den Patienten deutlicher sichtbar. Dann ist es meist zu spät, um noch erfolgreich zu behandeln.

Anzeichen einer Nierenerkrankung sind Gewichtsverlust und Bluthochdruck

Ein erstes Warnsignal für den Katzenbesitzer kann es sein, wenn die Katze scheinbar grundlos an Gewicht verliert. Das Fell der Katze kann struppig und stumpf aussehen. Nierenkranke Katzen sind außerdem oft schlapp und müde, fressen weniger als sonst, trinken viel und setzen vermehrt Urin ab. Auch eine verminderte Kotfrequenz wird in neueren Studien berichtet. So hatten über 40 Prozent der nierenkranken Katzen im Vergleich zu nur 15 Prozent der nierengesunden Katzen an einem Tag häufiger keinen Harn im Urin. Auch dies könnte also ein Hinweis auf die Notwendigkeit einer Überprüfung des Gesundheitszustandes der Katze sein. In fortgeschrittenen Fällen kann die Katze auch Erbrechen und einen unangenehmen Geruch des Atems haben.

Ein erhöhter Blutdruck geht häufig mit einer chronischen Nierenerkrankung einher. Der Tierarzt kann bei regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen auch den Blutdruck messen und die Ursache des Bluthochdrucks abklären, am besten schon bei Katzen ab sieben Jahren. Für die Gesundheit des Tieres ist das in jedem Fall gut. Denn nicht nur eine Nierenerkrankung kann zu einer sogenannten Hypertonie führen. Sie kann ihrerseits auch die Ursache für eine CNE sein. Auch regelmäßige Urin- und Blutuntersuchungen geben klare und rechtzeitige Hinweise auf eine CNE. Das Erkennen einer Nierenerkrankung in einem möglichst frühen Stadium ist lebenswichtig. Eine CNE ist nicht heilbar. Durch eine rechtzeitige Therapie kann der Krankheitsverlauf jedoch deutlich verlangsamt werden.

Sowohl die CNE als auch der Bluthochdruck und andere mögliche Begleiterkrankungen können mit Medikamenten behandelt werden. Außerdem ist eine Ernährungsumstellung unerlässlich, um die Nieren zu entlasten. Nierendiäten enthalten in der Regel einen geringeren Anteil an Eiweiß und Phosphor. Zusätzlich können verschiedene Zusatzstoffe den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Im Bereich der Diätfuttermittel gibt es immer wieder neue Erkenntnisse. Eine Diät sollte daher unbedingt mit dem Tierarzt abgesprochen werden. Um eine ausreichende Wasseraufnahme zu unterstützen, ist es auch wichtig, jederzeit und möglichst an mehreren Stellen Wasser zur Verfügung zu stellen. Gegebenenfalls kann Wasser auch unter das Futter gemischt werden, vorausgesetzt, es wird von der Katze toleriert.

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