Titelbild: ANC Flag, kasaan media, 2026
Quelle: Suid-Afrikaanse Uitsaaikorporasie
Knapp 31 Prozent landesweit, runter von noch 46 Prozent bei den letzten Kommunalwahlen 2021 und Lichtjahre entfernt von den Zeiten, in denen die Partei fast 70 Prozent holte.
In sechs der acht Metropolregionen hat sie die Mehrheit verloren. In Johannesburg und Pretoria liegt die Democratic Alliance klar vorne. Die Wähler haben offenbar irgendwann die Geduld verloren mit Arbeitslosigkeit, grassierender Korruption, Kriminalität und dem systematischen Verfall der Grundversorgung – Strom, Wasser, Straßen, Müllabfuhr. All das sind keine vorübergehenden Schönheitsfehler mehr, sondern das Ergebnis von über 30 Jahren ununterbrochener Macht.
Die Partei Nelson Mandelas hat es geschafft, die historische Befreiung in eine sehr zuverlässige Maschine zur Selbstbereicherung, Klientelwirtschaft und zum schleichenden Zusammenbruch öffentlicher Dienstleistungen zu verwandeln. Man hat sich an die Macht gewöhnt wie an ein Naturgesetz, die Rhetorik von Befreiung und Transformation beibehalten und gleichzeitig zugesehen, wie das Land in zentralen Bereichen schlechter funktioniert als nötig. Dass die Leute das irgendwann mal honorieren, war wohl nicht Teil des Plans. Jetzt steht man vor Koalitionsverhandlungen, spricht von „katastrophalen“ Ergebnissen und tut so, als wäre das eine Überraschung statt die logische Konsequenz.
Manchmal ist die Rechnung einfach: Wer über Jahrzehnte nichts liefert außer großen Worten, Postenverteilung und dem Versprechen, dass es irgendwann besser wird, wird abgewählt. Auch wenn man früher mal die Guten war. Die Wähler haben das Memo diesmal offenbar gelesen.
