Titelbild: Isolde Becker Stern Ausgabe 46/1975/Reproduktion Polizei Bonn
Windeck-Dattenfeld. Mehr als ein halbes Jahrhundert ist vergangen, doch die Fragen sind dieselben geblieben: Was geschah mit der 13-jährigen Isolde Becker an jenem Maitag des Jahres 1973 auf der Kirmes in Windeck-Dattenfeld?
Die Bonner Polizei hat die Ermittlungen in dem Vermisstenfall erneut aufgenommen und bittet die Öffentlichkeit um Unterstützung. Insbesondere alte Fotografien von der Maikirmes könnten nach Ansicht der Ermittler entscheidende Hinweise liefern.
Am Sonntag, dem 20. Mai 1973, wurde Isolde Becker zuletzt auf dem Festgelände gesehen. Nach aktuellem Ermittlungsstand hielt sich die Jugendliche vor allem im Bereich des Autoscooters auf. Zwischen 10.30 Uhr und 13.30 Uhr verliert sich ihre Spur. Als das Mädchen nicht nach Hause zurückkehrt, melden Angehörige sie am folgenden Tag als vermisst.
Was zunächst wie ein rätselhaftes Verschwinden erschien, entwickelte sich zu einem der ältesten ungeklärten Vermisstenfälle der Region. Bis heute wurde kein gesichertes Lebenszeichen von Isolde Becker bekannt. Die Ermittler schließen inzwischen nicht aus, dass die damals 13-Jährige Opfer eines Gewaltverbrechens geworden sein könnte.
Die Cold-Case-Ermittler der Bonner Polizei haben in den vergangenen Monaten zahlreiche neue Nachforschungen angestellt. Dabei wurden auch Angehörige des Schaustellergewerbes kontaktiert, die möglicherweise noch Erinnerungen an die damalige Kirmes besitzen. Besonders bedeutsam war es, den damaligen Betreiber des Autoscooters ausfindig zu machen und als Zeugen zu befragen.
Trotz dieser Bemühungen gibt es bislang keine eindeutige Antwort auf die Frage, was mit Isolde Becker geschah. Deshalb hoffen die Ermittler nun auf Hinweise aus der Bevölkerung. Von besonderem Interesse sind alte Fotoaufnahmen der Kirmes vom 19. bis 21. Mai 1973. Möglicherweise zeigen sie Menschen oder Situationen, die damals unauffällig erschienen, heute aber einen neuen Ermittlungsansatz liefern könnten.
Der Fall verdeutlicht, dass ungelöste Verbrechen auch nach Jahrzehnten nicht vergessen werden. Für die Angehörigen blieb die Ungewissheit über das Schicksal des Mädchens über mehr als fünf Jahrzehnte bestehen. Mit den aktuellen Ermittlungen verbindet die Polizei die Hoffnung, dass doch noch ein entscheidender Hinweis ans Licht kommt.
So bleibt die zentrale Frage auch 53 Jahre nach dem Verschwinden von Isolde Becker unbeantwortet: Was geschah an diesem Maitag 1973 auf dem Kirmesplatz von Dattenfeld? Vielleicht liegt die Antwort bis heute in einer alten Erinnerung oder auf einem vergessenen Fotoalbum verborgen.
