Titelbild: Herbstlied, RM, 2026
von MCvtH
Die Blätter fallen, still und leicht,
als wollten sie den Boden küssen,
der Wind trägt sie in goldnem Licht
und lässt sie dann im Schatten liegen.
Die Tage werden kürzer, klarer,
der Himmel blass und weit und kühl,
was blühte, reift und neigt sich nieder,
was war, wird leise, wird Gefühl.
Und doch: in all dem Welken leuchtet
ein letzter Glanz, so rein und tief,
die Vergänglichkeit selbst wird zur Schönheit,
weil sie uns sagt: Genieße, was du liebst.
So steh ich still im raschelnden Laub,
hör, wie die Zeit an mir vorüberzieht,
und weiß: auch ich bin nur ein Blatt,
das einmal fallen wird – und dennoch blüht.
