Damals

Der Bournemouth Pier

Titelbild: Bournemouth Pier kasaan media, 2026

Der Bournemouth Pier an der Südküste Englands in Dorset gehört zu den bekanntesten und am längsten bestehenden Piers des Landes. Seine Geschichte beginnt bescheiden im Jahr 1856 mit einer nur rund 30 Meter langen Holz-Jetty, die vor allem dem Anlegen von Booten diente. Schon 1861 folgte ein deutlich längerer Holz-Pier von etwa 300 Metern, der jedoch Stürmen und dem Schiffsbohrwurm nicht standhielt und 1876 abgerissen werden musste.

Der heutige eiserne Pier, entworfen von dem berühmten Ingenieur Eugenius Birch, wurde am 11. August 1880 eröffnet. Er kostete damals 21.600 Pfund und maß zunächst 838 Fuß, also rund 255 Meter. Später wurde er auf über 1.000 Fuß (ca. 305 Meter) verlängert. Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert entwickelte sich der Pier rasch zu einem lebendigen Vergnügungsort: Bandstände, tägliche Konzerte, Punch-and-Judy-Shows und Dampfer-Anlegestellen zogen die Badegäste an. Während des Zweiten Weltkriegs wurde 1940 ein Teil des Piers absichtlich gesprengt, um eine mögliche deutsche Invasion zu erschweren; 1946 konnte er wiedereröffnet werden.


Einen besonderen Aufschwung erlebte der Pier 1960 mit der Eröffnung des Pier Theatre.
Das Gebäude, das einem Ozeanliner nachempfunden war und unter anderem von der Architektin Elisabeth Scott entworfen wurde, bot rund 850 Plätze. Über Jahrzehnte hinweg gastierten hier klassische britische Summer Seasons, Farces und Variety-Shows mit Stars wie Sid James, Arthur Askey, Eric Sykes, Les Dennis und vielen anderen. Genau in dieser Zeit – vermutlich 1976 – entstand das Foto mit dem großen Schild „KEN PLATT“, auf dem der Lancashire-Komiker Ken Platt seine Auftritte ankündigte.

Heute ist der Bournemouth Pier frei zugänglich und zieht jedes Jahr Hunderttausende Besucher an.
Das ehemalige Theater wurde 2014 zum RockReef umgebaut, einem Indoor-Abenteuerpark mit Kletterwänden, High-Ropes-Kurs und weiteren Attraktionen. Dazu kommen die PierZip, eine der ersten Pier-zu-Strand-Ziplines der Welt, Restaurants wie das Key West sowie Geschäfte und weite Ausblicke auf die Bucht. Trotz Stürmen, Kriegen und einem gescheiterten IRA-Anschlag 1993 hat der Pier überlebt und bleibt bis heute ein lebendiges Symbol des klassischen britischen Seaside-Resorts.


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