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Spanien

Zugunglück in Spanien

  1. Titelbild: Beispielbild Pixabay 

Am Sonntagabend ereignete sich in der Provinz Córdoba nahe der Ortschaft Adamuz eines der schwersten Eisenbahnunglücke in der jüngeren Geschichte Spaniens. Gegen 19:40 Uhr entgleiste zunächst ein Hochgeschwindigkeitszug der privaten Gesellschaft Iryo (Zugnummer 6189), der von Malaga in Richtung Madrid-Puerta de Atocha unterwegs war und mehr als 300 Passagiere an Bord hatte.

Die hinteren Waggons – konkret die Wagen 6 bis 8 – sprangen aus den Schienen, mutmaßlich beim Befahren einer Weiche oder eines Weichenbereichs in den Einfahrtsbereich des Bahnhofs von Adamuz. Der Zug geriet dadurch auf das benachbarte Gleis.Genau in diesem fatalen Moment fuhr auf dem Gegen-Gleis der Renfe-Alvia-Zug 2384 mit rund 180 bis 200 Fahrgästen von Madrid in Richtung Huelva.

Durch die Kollision mit den entgleisten Teilen des Iryo-Zuges entgleiste auch dieser Zug. Die vorderen Wagen des Alvia wurden durch den heftigen Aufprall so stark beschädigt, dass sie eine etwa vier Meter hohe Böschung hinunterstürzten und sich in einem Trümmerhaufen aus verbogenem Metall verwandelten. Augenzeugen beschrieben den Moment als ohrenbetäubendes Krachen, das sich wie ein Erdbeben anfühlte – plötzlich wurde alles dunkel, Koffer flogen durch die Luft, Menschen schrien und versuchten verzweifelt, sich festzuhalten oder aus den Fenstern zu klettern.Die Bilanz des Unglücks ist verheerend: Mindestens 39 Menschen kamen ums Leben, darunter einer der Lokführer und weitere Bahnmitarbeiter sowie Passagiere aus beiden Zügen.

Über 70 Personen wurden verletzt, viele davon schwer – unter den Schwerverletzten befinden sich auch Kinder. Rettungskräfte von Feuerwehr, Guardia Civil, Rotem Kreuz und der Unidad Militar de Emergencias (UME) waren sofort vor Ort und arbeiteten unter schwierigsten Bedingungen, da das Gelände schwer zugänglich ist und einige Passagiere stundenlang in den zerstörten Waggons eingeschlossen blieben. Notfallhämmer wurden benutzt, um Fenster einzuschlagen, und Überlebende kletterten teils selbstständig ins Freie.

Der Verkehrsminister Óscar Puente bezeichnete den Unfall als „völlig rätselhaft“ und „extrem seltsam“, da sich der Vorfall auf einem geraden Streckenabschnitt ereignete, der erst im Mai 2025 mit einem Investitionsvolumen von rund 700 Millionen Euro umfassend modernisiert und saniert worden war. Der Iryo-Zug selbst war relativ neu (Baujahr ca. 2022) und erst kürzlich überprüft worden. Die genaue Ursache – ob technisches Versagen an Weiche oder Signal, ein Problem im Zug selbst oder ein anderer Faktor – ist Gegenstand intensiver Ermittlungen durch Experten von Adif (spanischer Infrastrukturbetreiber), Renfe, Iryo und unabhängige Gutachter.

In Huelva selbst wurde die Nacht zur Tortur für hunderte Angehörige. Am Bahnhof warteten Familien stundenlang auf Nachrichten, viele Telefone blieben stumm, während das Rote Kreuz psychologische Betreuung anbot. Die Stadt richtete extra Anlaufstellen ein. Der Fernverkehr auf der wichtigen Hochgeschwindigkeitsstrecke Madrid–Andalusien (einschließlich Córdoba, Sevilla, Málaga und Huelva) ist mindestens bis einschließlich Montag, komplett unterbrochen, was Tausende Reisende betraf.Das Unglück weckt in Spanien schmerzhafte Erinnerungen an die Katastrophe von Santiago de Compostela 2013, bei der 79 Menschen starben. Es ist das erste schwere Unglück im spanischen Hochgeschwindigkeitsnetz (AVE und vergleichbare Systeme) seit über drei Jahrzehnten und stellt die Sicherheitsbilanz des ansonsten hochgelobten Systems infrage.

Die Bergungsarbeiten dauerten bis in die frühen Morgenstunden an, während die Nation in tiefer Trauer versunken ist.

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