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Chinesischer Glasproduzent Hengxinfeng Special-Glass Co. Ltd. nützt französische Ausschreitungen als kostenlose Werbekampagne

Titelbild: Screenshot X/ Global Dissident

Quelle: AFR

Während der Ausschreitungen in Frankreich Mitte Oktober 2026, bei denen studentische Proteste gegen Bildungs- und Lebenshaltungskosten in weitreichende Plünderungen und Vandalismus umschlugen, geriet eine chinesische Glasfirma unerwartet in den Fokus der Öffentlichkeit. Tausende Geschäfte, darunter auch Luxusboutiquen, wurden beschädigt oder ausgeraubt; die versicherten Schäden lagen Schätzungen zufolge im Milliardenbereich. Besonders viral ging jedoch ein Video um, in dem Maskierte vergeblich versuchten, die Schaufenster einer Louis-Vuitton-Boutique am Place Vendôme in Paris zu durchbrechen.

Die Angreifer setzten Straßenbarrieren, Werkzeuge und andere Gegenstände ein. Das Glas riss in einem dichten Spinnennetz ein, hielt den wiederholten Schlägen jedoch stand und gab keinen Zugang frei. Ein Mitarbeiter erklärte gegenüber der Financial Times, man habe „spezielle Fenster“ gehabt, die standgehalten hätten – „aber vor allem hatten wir Glück“. Andere Filialen derselben Marke und weitere Luxusgeschäfte kamen weniger glimpflich davon. Die Aufnahmen verbreiteten sich rasant in den sozialen Medien.

Die chinesische Firma Hengxinfeng Special-Glass Co. Ltd. aus Pingdingshan in der Provinz Henan nutzte die Gelegenheit. Das Unternehmen stellt schlagsichere (Anti-Hammer), kugelsichere und explosionsgeschützte Verbundsicherheitsgläser her, verfügt über eigene Patente und beliefert unter anderem Banken und Juweliergeschäfte. Statt selbst ein Werbevideo zu produzieren, teilte es die realen Aufnahmen aus den französischen Unruhen und verband sie mit seinen Produkten.
Der Clip wurde als kostenlose, hochgradig teilbare Werbung genutzt und ging viral – unter anderem in Posts, die von einer „epischen Trollaktion“ sprachen. Auch chinesische Diplomaten und Accounts hoben die Herkunft aus Henan hervor.

Dabei handelt es sich um klassisches opportunistisches Marketing. Ob die Scheiben am Place Vendôme tatsächlich von Hengxinfeng stammen, bestätigen unabhängige Berichte nicht ausdrücklich; sie sprechen lediglich von „speziellem“ oder „verstärktem“ Glas. Die Firma und ihre Unterstützer haben die Verbindung jedoch aktiv hergestellt. Technisch ist das Material kein Wunder: Laminierte Sicherheitsgläser sind darauf ausgelegt, stark zu reißen, ohne bei wiederholten Einschlägen nachzugeben – eine etablierte Technologie, deren Grundlagen bereits im frühen 20. Jahrhundert in Frankreich gelegt wurden.

Die Episode zeigt, wie schnell reale Ereignisse in der Social-Media-Ära zur Produktwerbung werden können. Während in Paris und anderen Städten Schaufenster mit Metallplatten vernagelt werden und die Schäden nachwirken, hat Hengxinfeng ohne eigene Drehkosten maximale Aufmerksamkeit für seine Sicherheitsgläser erhalten. Ob daraus dauerhafte Geschäftserfolge folgen, bleibt abzuwarten.

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